Bundesministerium löscht Kritik auf der “Einsteinjahr”-Webseite

von G.O. Mueller

Das GOM-Projekt berichtet 2008 in seiner Arbeit Das Forschungsprojekt G.O. Mueller zieht eine Zwischenbilanz über die Löschung von kritischen Einträgen im Gästebuch des Bundesministeriums für Bildung und Forschung während des „Einstein-Jahres“ (allein die Feierlichkeiten zum Einstein-Jahr 2005 zum Personenkult und zur Vermarktung der Theorie wurden mit 10 Millionen Euro Steuergelder vom Bund gefördert): 

Auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Feier des Einstein-Jahres (www.einsteinjahr.de) melden sich mehrere Besucher mit Kritik der Relativitätstheorien. Das Ministerium lässt diese Einträge löschen. Ein Autor der
gelöschten Beiträge, Christoph von Mettenheim, wendet sich an das Ministerium und erhält die Auskunft, das “Gästebuch” des Einstein-Jahres sei kein “Forum”, deshalb seien die kritischen Beiträge gelöscht worden; im Auftrag des Ministeriums werde die “Agentur Einsteinjahr” aber Vertreter des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Golm/Potsdam) um eine Stellungnahme zur vorgetragenen Kritik bitten und diese dann mitteilen. Dieser Autor hat damit eine der allergrößten Raritäten provoziert, die es im wissenschaftlichen Leben Deutschlands überhaupt geben kann: eine Einrichtung der offiziellen Physik wird auf eine Kritik der Relativitätstheorien antworten!  

Auf diese Auskunft des Ministeriums antwortet v. Mettenheim u .a.:

Ich verstehe nicht ganz, warum die Leser Ihrer Seite nicht wissen sollen, daß die Relativitätstheorie umstritten ist. Wäre es denn so schlimm, wenn der eine oder andere vielleicht anfinge, selbst darüber nachzudenken? Ich dachte, wir hätten diese Art von geistiger Bevormundung seit Galilei überwunden. Was jetzt noch auf der Seite zu lesen ist, hat doch wohl weder mit Bildung noch mit Forschung etwas zu tun, sondern dokumentiert nur noch den üblichen Geniekult, bei dem das Publikum dazu applaudiert, daß andere ihm die Mühe des Denkens abnehmen.” (Hervorhebung von uns.)

Es folgt eine Korrespondenz zwischen dem kritischen Autor Dr. Chr. v. Mettenheim und Dr. Markus Pössel, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut, Potsdam. Die insgesamt 17 Dokumente sind im Internet veröffentlicht und absolut lesenswert für jeden, der den Geisteszustand der “theoretischen physi-kalischen Wissenschaft” noch nicht näher kennt. [Siehe hier in der Homepage von Chr. v. Mettenheim]

Im letzten Dokument Nr. 17 v. 23.11.05 weist v. Mettenheim die Gesprächsstrategie des MPI-Fachmanns zurück (alle Hervorhebungen von uns):

Ihre Reaktion entspricht genau meinen Erwartungen. Sie selbst finden nichts dabei, in der Korrespondenz mit Frau Werner (BMBF) und mit mir jederzeit von meinem „Irrtum“ oder meiner „Fehlinterpretation“ zu reden, lehnen es aber konsequent ab, diese Ansicht zu begründen und auf sachliche Argumente einzugehen. Und wenn ich Ihre anmaßende Überheblichkeit nach dem Scheitern aller Bemühungen in gleicher Münze zurückzahle, spielen Sie die beleidigte Leberwurst. Billiger geht es ja wohl kaum.”

Chr. v. Mettenheim beschließt die Zusammenstellung der Korrespondenz mit einer Bitte an die Leser, ihm mitzuteilen, ob sie einen anderen Eindruck als er von der Korrespondenz gewonnen haben: “Ich selbst kann in den Äußerungen von Herrn Dr. Pössel weder wissenschaftliches Niveau noch ernsthafte Diskussions-bereitschaft erkennen. Ich bin also der Ansicht, daß die Zusage, die das Ministerium mir im Schreiben vom 7. 6. 2005 (Dokument Nr. 1) gegeben hat, um die einseitige Beseitigung der Einträge auf der Einsteinjahr-Seite zu rechtfertigen, bisher nicht eingehalten wurde.” Noch 100 Jahre nach der erstmaligen Veröffentlichung der Speziellen Relativitätstheorie und 85 Jahre nach der kalten Machtergreifung der Relativisten ist die Lage unverändert: Kritik ist nicht erlaubt, das Ministerium löscht, die “Wissenschaft” kann nicht ernsthaft diskutieren.

Im Juni/Juli 2005 hatte Chr. v. Mettenheim übrigens an mehrere Fachinstitute und Institute für Theoretische Physik an deutschsprachigen Hochschulen eine besondere Einladung gerichtet, mit ihm über seine Kritik der Relativitätstheorie (auf seiner Homepage präsentiert) zu diskutieren. Die Adressaten:

– Institute für theoretische Physik der Universitäten Dresden, Frankfurt, Freiburg, Göttingen, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen, Wien, Zürich;

– Einstein-Institut der Max-Planck-Gesellschaft für Gravitationsphysik; Einsteinhaus, Bern;

– Deutsche Physikalische Gesellschaft, Österreichische Physikalische Gesellschaft, Schweizerische Physikalische Gesellschaft.

Wie Chr. v. Mettenheim berichtet, hat keiner der Adressaten die Einladung angenommen.

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