Was heißt „relativieren“?

Lt. DUDEN 24. Auflage heißt „relativieren“ „zu etwas anderen in Beziehung setzen; einschränken„. Es handelt sich also beim Relativieren um eine aktive Tätigkeit eines Beobachters, der dank seiner mentalen und sinnlichen Fähigkeiten (z.B. seinen Fernblick) in der Lage ist, verschiedene Dinge zueinander in Beziehung zu setzen. Die unbelebte Natur hat jedoch diese Fähigkeiten nicht, weshalb ausgeschlossen ist, dass in ihr etwas aufgrund von Relationen passieren kann. Dinge der unbelebten Natur können nur auf sie direkt einwirkende andere Dinge, einschl. Felder aller Art, REAGIEREN. Daher lautet Newtons 3. Axiom auch „actio = reactio“. Es kann also keine Beweise dafür geben, dass in der Natur etwas aufgrund von Relationen passiert, noch dazu zu meist fernen Bezugspunkten, wobei auch noch Fernwirkungen unterstellt werden. Wer also von der Natur glaubt, sie verhalte sich „relativ“ zu etwas anderen oder gar relativ zu einem Beobachter, wovon Einstein Spezielle Relativitätstheorie ausgeht, macht zwischen sich und den Dingen keinen Unterschied, d.h. er projiziert sein Denken auf die Dinge, weshalb sie ihm so vertraut erscheinen. Einstein verwundert: „The most unintelligible thing about the world is that it is intelligible.“ Von hier aus ist auch klar, warum all jenen, die wie Einstein nicht zwischen sich und der unbelebten Natur unterscheiden, die also keine Rolle des Beobachters erkennen, seine Theorie so plausibel erscheint. Das macht auch verständlich, warum er so leidenschaftlich gegen die Quantenmechanik auftrat, was weltweit bekannt ist, für welche die Anerkennung der Beobachterrolle unverzichtbar ist.

Es gibt jedoch noch einen weiteren und sehr viel schwerer wiegenden Grund, warum Einsteins Thesen von vielen Naturwissenschaftlern, insbesondere aber von Physikern so hoch gehalten werden: es ist der (oft unbewusste) platte Materialismus der Forscher, der für sie ganz selbstverständlich ist, und da kommt ihnen z.B. Einsteins Idee gerade recht, dass nicht der Beobachter, sondern eine eigens dafür eingeführte quasimaterielle Raumzeit für das Relativieren sorgt. Denn wo es keine Beobachterrolle gibt, gibt es auch keine Rolle des Geistigen in der Welt und damit auch keinen Geist und keine geistigen Werte, die zu beachten sind. Für Einstein war alles Geistige bloße „Illusion“, weshalb er anstelle von Vernunft und Sachverstand auf Denkökonomie setzte. „Alles ganz einfach zu erklären“ heißt im Klartext bei ihm, alles rein materiell zu erklären. Das ist der wahre Kern der Einsteineuphorie, wobei Einsteins widersprüchliche Persönlichkeit seinen Anhängern viel Spielraum für Interpretationen und Ausreden lässt.

Wollen wir uns von Einsteins Defizit befreien, dann müssen wir uns als Erstes von seinem notorisch falschen Gebrauch der Begriffe befreien. So ist die Zeit keine materielle Sache, die man stauchen oder dehnen kann, sondern das gleichbleibende Maß der Dauer, wobei das Erleben von Dauer uns von unserem vergleichenden Gedächtnis geschenkt wird. Uhren dagegen sind nur das Hilfsmittel des Messens von Dauer, die das international vereinbarte Zeitmaß wiedergeben sollen. Jede vom Zeitmaß abweichende Uhr geht einfach schlicht falsch, z.B. weil sich die materiellen Randbedingungen ihres Ganges z.B. mit der Höhe verändert haben, was Newton bereits anhand von Pendeluhren untersuchte. Wenn wir ein solches einfaches Faktum nicht mehr rein physikalisch verstehen können, sondern nur relativistisch, dann haben wir uns von der Physik verabschiedet. Die GFWP aber will die Menschen zu der einzig wissenschaftlichen Physik zurückbringen, welche nicht ohne Vernunft, Sachverstand und die Rolle des Beobachters verstanden werden kann. Für sie kann es dann keine Beweise der Relativität geben, auch wenn es vielleicht Effekte gibt, die im Sinne der RT interpretiert werden können, besonders wenn Sprachspiele benutzt werden, z.B. indem man die zum Abweichen gebrachte Uhr einfach mit der Zeit gleichsetzt, was der häufigste Fehler ist. Aber ohne eine gleichbleibende Zeit als Maß könnten wir sowieso nichts vom Abweichen einer Uhr wissen, weshalb Einsteins Theorie prinzipiell unbeweisbar ist. Wo keine Norm gilt, gibt es auch kein Abweichen von ihr. Das Problem ist, dass nach Interpretationen im Einsteinschen Sinne immer weltweit krampfhaft gesucht wird (einschließlich Stringtheorie), jede alternative Auslegung aus den beiden oben genannten Gründen aber gleich unterbleibt.

Ich denke, wenn die Menschheit überleben will, sind Vernunft und Sachverstand unverzichtbar, weshalb das Anliegen der GFWP kein akademisches sondern ein essenzielles ist, für das es sich zu streiten lohnt und das jeder an der Zukunft Interessierte sich ebenfalls zu eigen machen sollte. Hierzu der andere Einstein, von dem nicht so gern Kenntnis genommen wird: „Man kann ein Problem nicht mit der Denkweise lösen, die es erschaffen hat. – Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.

Helmut Hille

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