Zwillingsparadoxon: Eine Unterschriftenaktion aus den USA

Die US-amerikanische Natural Philosophy Alliance (NPA) ist derzeit die weltweit größte Organisation von kritischen Wissenschaftlern, die seit mehr als 20 Jahren mit großem Engagement bemüht ist, die Kritik der etablierten Physik vorzustellen, darunter auch der Relativitätstheorie von Albert Einstein. Ihre Datenbank World Science Database erfasst zurzeit die Arbeiten und Veröffentlichungen von rund 2000 Autoren aus 65 Ländern, wobei die Beteiligung aus dem deutschsprachigen Raum mit 121 Autoren an 2. Stelle nach den USA mit 886 Autoren platziert.
 

Ein NPA-Team hat vor kurzem anläßlich des hundertjährigen Jubiläums des berühmten Zwillingsparadoxons der Speziellen Relativitätstheorie Albert Einsteins eine interessante Initiative ergriffen und im Internet veröffentlicht, die man mit einer einfachen und formlosen Unterzeichnung per E-Mail unterstützen kann:

http://twinparadox.net/ 

Unverbindliche Übersetzung auf Deutsch:

Offener Brief an die Physik-Community – 11/14/10
Das Zwillingsparadoxon

2011 ist das hundertjährige Jubiläum der Veröffentlichung von Paul Langevins berühmtem Papier „Über Raum und Zeit“, in dem er ausgeführt hat, was später im Volksmund als das Zwillingsparadoxon bekannt wurde. Dieser Brief beschreibt die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Problem des Zwillingsparadoxons. Die NPA Studie ergab, dass nach 100 Jahren der Bearbeitung dieses berühmten Problems der speziellen Relativitätstheorie das Zwillingsparadoxon weiterhin ungelöst ist. Unser Ziel beim Schreiben dieses Briefes ist die Bitte, eine bestimmte, neue Aktivität einzuleiten, um dieses Problem zu lösen.

Eine Zusammenfassung unserer Erkenntnisse, wie in dem NPA-Zwillingsparadoxon-Bericht detailliert dargestellt, ist wie folgt. Wir untersuchten die behaupteten Lösungen des Problems in veröffentlichten Büchern und Zeitschriftenartikeln und wir interviewten Befürworter. Die vorgeschlagenen Lösungen wurden in folgende Kategorien unterteilt: 

– Lösungen, die nur die Postulate und Methoden der speziellen oder eingeschränkten Relativitätstheorie verwenden, bei denen der differentielle Alterungs-Effekt von der relativen Bewegung abhängig ist.

– Lösungen, die sich auf die allgemeine Relativitätstheorie berufen und implizit behaupten, dass von den Prinzipien der speziellen Relativitätstheorie keine Lösung möglich ist.

– Lösungen, die sich  –  oft implizit  –  auf andere oder zusätzliche Annahmen als die der speziellen oder allgemeinen Theorie berufen und implizit behaupten, dass keine andere Auflösung möglich ist.

Daher ist es verständlich, dass es viele widersprüchliche Meinungen über die Auflösung des Zwillingsparadoxon bei der Allgemeinheit und bei Professoren der Relativitätstheorie gibt.

Obwohl eine allgemeine Übereinkunft darüber besteht, dass das Paradoxon kein Problem ist und bereits eine endgültige Lösung gefunden hat,  gibt es jedoch keine Einigung darüber, welches die exakte Lösung ist; denn die Physik-Zeitschriften und Lehrbücher sind voll von widersprüchlichen Lösungen für dieses Problem. Daher schlagen wir vor, eine offene, öffentliche Diskussion über dieses Problem zu unternehmen mit dem Ziel der Lösung dieses kritischen Problems. Als erster Schritt bitten wir die Physik-Community, eine einzige, endgültige Lösung für dieses Problem auszuwählen. Darüber hinaus fordern wir festzustellen, welche alternativen Lösungen im Wesentlichen gleichbedeutend sind mit der gewählten Lösung und welche Alternativen ungültig sind. Wenn das Zwillingsparadoxon gut verstanden ist und wenn es eine allgemein akzeptierte Lösung gibt, so sollte dies eine sehr einfache Aufgabe sein.

… im Original weiterlesen und die Unterschriftenliste ansehen: http://twinparadox.net/

Die hier ersichtliche groteske Situation, wonach die Autoren der Relativistik unter sich nicht einig sind über die Aussagen der Theorie, die sie vertreten, ist mit dem Zwillingsparadoxon kein Einzelfall, sondern es ist im Gegenteil die Regel: Man darf sich nämlich je nach Autor aussuchen, welche der widersprüchlichen Deutungen über dies oder jenes in der Relativitätstheorie man vertreten möchte.

Dies ist zum Beispiel auch in einer Anfrage von Peter Ripota an Dr. Markus Pössel über die Natur der Längenkontraktion ersichtlich: Peter Ripota listet 8 Autoren der Relativistik auf, die widersprüchliche Auffassungen über die Natur der Längenkontraktion vertreten. Die Anfrage von Peter Ripota wurde nicht von Dr. Markus Pössel beantwortet, obwohl das Albert Einstein Institut gemäß Bundesministerin für Bildung und Forschung der geeignete Ansprechpartner zur Besprechung vom wissenschaftlichen Meinungstreit sei… Die britische Kritikerin Gertrud Walton listet dazu in ihrer Homepage zusätzliche 25 Autoren auf, die widersprüch-liche Auffassungen der Natur der Längenkontraktion vertreten, siehe On the nature of relativistic effects, darunter die groteske Aussage von Sir Arthur Eddington – der die Meßergebnisse der Sonnenfinsternis 1919 verfälscht hat: „Die Längenkontraktion ist wahr, aber nicht wirklich wahr„.

Die hier vorgestellte Initiative von NPA, um zu versuchen beim Zwillingsparadoxon eine einheitlich begründete Lösung von der etablierten Physik zu erhalten, ist also im Rahmen der Relativitätstheorie nicht aus der Luft gegriffen, sondern sie zeigt ein strukturelles, gravierendes Problem: Die etablierten Autoren der Relativistik vertreten für dieselbe Theorie widersprüchliche Auffassungen – wie übrigens Albert Einstein selbst. Dies liegt daran, dass die Theorie selbst widersprüchlich ist, so daß man abwechselnd diese oder jene Argumentation vorbringen kann. Wenn zum Beispiel in Diskussionsforen, wo das Thema der Kritik der Relativitätstheorie seit einiger Zeit auf großes Interesse stößt und zu regen Austauschen führt, behauptet wird, dass dieser oder jener Teilnehmer die Relativitätstheorie nicht kenne, liegt es auch an diese Besonderheit: Die Relativitäts-theorie ist vieldeutig und widersprüchlich, man kann eine Deutung vertreten bzw. beschreiben genauso wie ihr Gegenteil – was zu endlosen, sich im Kreise drehenden Austauschen seit Jahren führt, einschließlich über das Zwillingsparadoxon. Auch die Forschungsgruppe G.O. Mueller (GOM) hat in ihrem Projekt über die Untersuchung der weltweiten Kritik der Speziellen Relativitätstheorie über eine Zeitspanne von 95 Jahren auf diese Umstände aufmerksam gemacht: 

Zitat von G.O. Mueller:

Fachliche Verdachtsmomente: Anschein oder Realität

Die Paradoxa – insbesondere das Uhren- oder Zwillingsparadoxon – erweisen sich nur als die Zuspitzung der behaupteten kinematischen Effekte der Längenkon-traktion und der Zeitdilatation.

Wendet man sich diesen beiden grundlegenden Effekten zu, so stößt man auf eine Frage, die man bei einer angeblich bestätigten und allgemein akzeptierten Theorie nicht mehr vermuten würde: nämlich ob die behaupteten Effekte wirklich seien oder nur Scheineffekte.

Die Sachlage wird noch bunter dadurch, daß in dieser Frage eine groteske Uneinigkeit der Relativistik-Autoren festzustellen ist, so daß man zweckmäßigerweise besser von zwei Theorien sprechen sollte, von einer Theorie mit Scheineffekten und einer Theorie mit Realeffekten.

Man darf allerdings nicht erwarten, daß die Autoren sich nach reiflicher Überlegung eine begründete Auffassung gebildet, jeder seine Entscheidung in dieser Frage getroffen und sich auf eine der beiden Seiten geschlagen hat. Vielmehr wechseln manche Autoren ihre Entscheidung von einer Darstellung zur nächsten, ohne ein Wort darüber zu verlieren, und viele schwanken in demselben Buch zwischen beiden Positionen hin und her, wie es ihnen gerade gelegen erscheint.

Wenn schon unter den Anhängern der Theorie derartig gravierende Widersprüche auch heute noch bestehen, dann ist dies ein sicherer Hinweis darauf, daß irgendetwas mit der Theorie nicht stimmt.

Vor diesem Hintergrund ist der Versuch der amerikanischen Kritiker äußerst lobenswert, einen Istzustand über die kursierenden Versionen zu erstellen, um die wissenschaftliche Gemeinde um eine einheitliche Lösung aufzufordern.

Ob die Amerikaner mehr Chancen als in Deutschland haben, die etablierte Physikgemeinde zu Stellung-nahmen und zu der Vorstellung einer einheitlichen Lösung zu bewegen ist fraglich, aber ich sehe diese Aktion wie alle anderen Aktionen auch in diesem Bereich aus einer ganz anderen Perspektive: Solche Aktionen sind im Grunde genommen nicht an die Relativisten gerichtet (sie können sowieso nicht antworten, ihre einzige Chance ist sich zu verschanzen und zu schweigen): die Aktion richtet sich de facto an die Öffentlichkeit, um sie über einen bedenklichen und verschwiegenen Zustand in der theoretischen Physik zu informieren. Dafür ist das berühmte Zwillingsparadoxon geeignet, das von allen Menschen mehr oder weniger bekannt ist und das Interesse erweckt – jedoch vernünftigerweise eher als Science-Fiction angesehen wird – und nicht als Wissenschaft.

Zur Information der Öffentlichkeit auf jeden Fall bei der Aktion mitmachen! Die Unterstützung aus Deutschland als Geburtsort der Relativitätstheorie darf nicht fehlen: http://twinparadox.net/

Wenn Sie die Erklärung unterzeichnen möchten: click here im Originaldokument
(Falls beim Klicken kein E-Mail Formular erzeugt wird, senden Sie selbst eine E-Mail an NPercival@SNET.net mit dem Betreff „Sign Request“ und mit Ihrem Namen, Titel (z. B. Prof., Dr., Nobelpreisträger), Institutionelle Association (z. B. MIT, NPA), Country (Land) und die URL Ihrer Website, falls zutreffend, oder alternativ lassen Sie uns wissen, wenn Sie einen Link auf Ihre aktuelle NPA-Seite wünschen, wie viele von Ihnen, die darin eine eindrucksvolle Liste von Publikationen usw. haben.)

Eine Antwort zu “Zwillingsparadoxon: Eine Unterschriftenaktion aus den USA”

  1. Luitpold Mayr

    Warum das Zwillingsparadoxon Unsinn ist,findet man übrigens auch gut erklärt in dem Buch von Egbert Scheunemann, welches in diesem Blog mit dem Artikel vom 22. Januar vorgestellt wurde. Scheunemanns Beschreibung beginnt amüsant auf Seite 64 und endet ernst auf Seite 83 mit dem Resumee, dass es sich bei den einschlägigen Überlegungen der relativistischen Physik um Metaphysik handelt.