Zu Zeit und Raum. Gegen die Relativitätstheorie.

von Karl Brinkmann

Zu Zeit und Raum. Gegen die Relativitätstheorie
Karl Brinkmann
Johannes Berchmans Verlag 1984
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Klappentext des Buches:
Erstes Anliegen des Verfassers ist es, zur philosophischen Forschung über das Wesen von Zeit und Raum und damit zum richtigen Verständnis beider durch Aufzeigen neuer Gesichtspunkte einen Beitrag zu leisten. Dies geschieht besonders unter
Berücksichtigung Kants und Nicolai Hartmanns. 

Sein zweites Anliegen ist, in diesem Rahmen zur Relativitätstheorie vor allem dreierlei darzulegen: Einmal, daß sie – zumal mit ihrem bedeutendsten Vertreter, Einstein – in ihrer Lehre von Zeit und Raum irrt – insbesondere was ihren Kern, die Relativität von Raum und Zeit, angeht. Zweitens sieht der Autor in der von der Relativitätstheorie zugrunde gelegten Philosophie des Positivismus eine falsche Ausgangsbasis, insofern diese Zeit und Raum nur als etwas – jedenfalls wesentlich – Stoffliches verstehen läßt. Und drittens ist der Autor der Auffassung, daß die Relativitätstheorie die Lehre Newtons grundsätzlich zu Unrecht kritisiert, z.B. was die Behauptung der Absolutheit von Zeit und Raum betrifft. Einstein selbst hat in einem Brief an seinen Freund Solovine aus dem Jahre 1949 (veröffentlicht unter »Lettres à Maurice Solovine«, Paris 1956, S. 94) ein bemerkenswertes Eingeständnis gemacht, indem er schrieb: »… Sie stellen es sich so vor, dass ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebenswerk zurückschaue. Aber es ist ganz anders von der Nähe gesehen. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich überzeugt wäre, dass er standhalten wird, und ich fühle mich unsicher, ob ich überhaupt auf dem rechten Wege bin. …« – Diese Äußerung Einsteins ist sicher nicht allein als bloße Bescheidenheit zu beurteilen, sondern mehr als ein kritisches wie ehrliches Bekenntnis zur Möglichkeit der Unrichtigkeit seiner Lehre. Für die Zeit- und Raumlehre – und nur um sie geht es – hat sich die Unrichtigkeit erwiesen.

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Das GOM-Projekt referiert stichwortartig in seiner Dokumentation diese Arbeit von Karl Brinkmann:

Brinkmann hat von Theimer 1977 erst nach Abschluß des Manuskripts Kenntnis erhalten.

– Streng systematisch gegliederte Darstellung von Raum und Zeit im Rahmen einer Naturphilosophie, unabhängig von Einsteins Theorien; zu jedem Unterabschnitt wird in einem eigenen Anhang die Sicht der Relativitätstheorie kritisch behandelt.

– Eröffnet die Darstellung mit der ZEIT. – S. 47-50: Die Theorie setzt irrigerweise die Zeit mit einem Vorgang gleich und behauptet dann, ein verzögerter Vorgang beweise eine Verzögerung der Zeit. Die Realität eines veränderten Zeitablaufs wird von den Relativisten völlig widersprechend dargestellt: als scheinbar oder als tatsächlich. Die Reziprozität führt zu dem Widerspruch, daß beide Uhren gleichzeitig gegeneinander nachgehen sollen. Es fehlt an einer Ursache für die behauptete Zeitdilatation. – S. 65-75: Zeitmessung ist ein Vorgang in der Zeit, nicht die Zeit selbst. Gleichsetzung von Zeitbegriff und Zeigerstellung ist falsch. – S. 85-107: Eine Definition der Gleichzeitigkeit kann nicht durch eine Angabe ihrer Messung ersetzt werden. In Einsteins Beispiel von zwei Blitzeinschlägen am Bahndamm gibt Einstein selbst vor, sie erfolgten „gleichzeitig“: dann kann keine Messung am Bahndamm oder im Zug daran etwas ändern (S. 87). Nach Einstein soll der Beobachter am Bahndamm auf der Mitte der Blitz-Entfernung die Blitze gleichzeitig wahrnehmen: Einstein hat jedoch die Erddrehung vergessen, durch die auch dieser Beobachter die Blitze ungleichzeitig wahrnehmen muß, wenn die behauptete Quellenunabhängigkeit der Lichtfortpflanzung gelten soll (S. 89).

– Die Durchsetzung der Einsteinschen Auffassungen als gültig beruht nur auf dem Ansehen Einsteins, nicht auf ihrer Richtigkeit: „auf einer Macht, die bereits der zu spüren bekommt, der es versucht, etwas gegen die Relativitätstheorie zu veröffentlichen“ (S. 103).

– RAUM: S. 140-146: Die Längenkontraktion muß richtig „Raumkontraktion“ genannt werden, in Analogie zur behaupteten „Zeitdilatation“. Die Theorie will den Raum als Körper begreifen, während der Körper sich im Raum befindet. Es treten dieselben Widersprüche wie bei der Zeit auf: gleichzeitige Verkürzung von zwei Stäben gegeneinander; dieselben widersprechenden Behauptungen über Schein und Tatsächlichkeit. – S. 169-179: Der wirkliche Raum wird durch die Raummessung ersetzt, die Bezeichnung „Raum“ aber irreführenderweise beibehalten. – S. 184-196: Parallele von Gleichzeitigkeit und Gleichräumigkeit. – S. 251- 261: Zusammen-fassung. Ursache der Unhaltbarkeit der Theorie ist der zugrundeliegende Positivismus.  Bemüht sich um ein genaues Referieren der Auffassungen von Einstein, Reichenbach u.a.; gewinnt aus ihrer Analyse schlagende Argumente wie z.B., daß Einstein mit einer unzweifelhaft vorgegebenen Gleichzeitigkeit arbeitet, die er hinterher relativieren möchte. Eine der besten Analysen von Einsteins „Gedankenexperiment“ mit den Blitzen am Bahndamm. – Verzichtet absichtlich auf die Auswertung der kritischen Literatur; will seine Argumente aus einer naturphilosophischen Konzeption gewinnen.

 

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