Die Existenz einer ungebrochenen Kritik-Tradition der Relativitätstheorie

von G.O. Mueller

Die Forschungsgruppe G.O. Mueller berichtet in ihrem Nachschlagewerk Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie über die Existenz einer ungebroche-nen Kritiktradition der Relativitätstheorie: 

Wer die Behauptung nachprüft, es gebe keine substantielle Kritik der Speziellen Relativitätstheorie, es habe nur in den Anfangsjahren eine Kritik gegeben, und die sei damals schon widerlegt worden, wird auf die Existenz einer starken und durch alle Jahrzehnte hindurch bis heute ungebrochenen Kritik stoßen, die seit ungefähr 1922 in den Fachveröffentlichungen der Physik nicht mehr zitiert und nicht mehr diskutiert
wird, so daß die Öffentlichkeit und sogar auch selbst Teile der Fachöffentlichkeit nichts von der Existenz einer Kritik erfahren haben.

Während von 1905 bis ca. 1922 die Wissenschaftsfreiheit noch Bestand hatte und die Möglichkeit zum fachinternen und öffentlichen Disput bot, wurde die vorgebrachte Kritik von den Vertretern der Schulphysik nur selten in der Sache beantwortet, und wenn man auf die Kritik antwortete, dann nicht durch Eingehen auf die kritischen Argumentationen und ihre Widerlegung, sondern nur durch Ausflüchte, Schutzbehauptungen und – wie z. B. Albert Einstein in der Diskussion mit Philipp Lenard 1920 in Bad Nauheim – durch den Rückzug auf die minimale Position, daß seine Allgemeine Relativitätstheorie die Phänomene auch erklären könne. Alle konkreten Nachfragen Lenards ließ er unbeantwortet.

Ab 1922 veränderte sich die Situation drastisch. Anläßlich der Hundertjahrfeier der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte im September 1922 in Leipzig wurden zur Relativitätstheorie zwei hymnische Vorträge von Max v. Laue und Moritz Schlick gehalten, kein Vortrag eines Kritikers wurde zugelassen, keine Diskussion über die Theorie geführt. Während die Relativisten bis dahin die Kritik in allen wesentlichen Punkten nur mit Schweigen bedachten, erreichten sie es nun, auch deren öffentlichen Auftritt zu verhindern. Dabei ist es seither geblieben.

Die Existenz von kritischen Veröffentlichungen wird von der Schulphysik bis heute verschwiegen; die Veröffentlichung kritischer Arbeiten in physikalischen Fachzeitschriften und Fachverlagen wird unterdrückt; die Autoren kritischer Veröffentlichungen können nur in fachfernen oder allgemeineren Zeitschriften und Verlagen zu Wort kommen und werden im akademischen Establishment der „scientific community”, wie sie sich gern nennt, massiv diskriminiert. Viele kritische Autoren können deshalb ihre größeren Arbeiten nur im Selbstverlag veröffentlichen. Für Aufsätze zur Theoriekritik sind im Laufe der letzten Jahrzehnte immerhin einige wenige Zeitschriften speziell gegründet worden, die von der Schulphysik jedoch als Untergrundliteratur geschmäht und möglichst ausgegrenzt werden.

Die Unterdrückung und Verleugnung jeglicher Kritik der Speziellen Relativitätstheorie führt auch zum Fehlen der Kritik in den Fachbibliographien: dadurch fehlt auch vielen kritischen Autoren eine Kenntnis ihrer eigenen großen Tradition.

Zur Unterdrückung der kritischen Veröffentlichungen kommt eine massive pauschale Verleumdung der kritischen Autoren als unfähige Außenseiter und Querulanten oder als Antisemiten, Nazis, Stalinisten oder sonstwie moralisch minderwertige Subjekte.

 

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