Die Relativitätstheorie: Eine wissenschaftliche Massensuggestion

von Ernst Gehrcke

Die Relativitätstheorie: Eine wissenschaftliche Massensuggestion
Ernst Gehrcke
Berlin, 1924

Während das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte die grundlegende fach-liche Kritik ab 1911 des bedeutsamen Kritikers  der Relativitätstheorie Ernst Gehrcke ausblendet und als antisemitisch motiviert verleumdet, fühlte sich dieses Institut vor nicht allzu langer Zeit offensichtlich verpflichtet, die Original-Veröffentlichung dieser Studie von Gehrcke aus dem Jahre 1924 zu erwerben und digitalisiert der Öffentlichkeit
zur Verfügung zu stellen. Verschwiegen wird natürlich dabei auch, dass sich Albert Einstein selbst zu dieser Zeit an den Rummel in den Massenmedien gestört hatte und das begeisterte öffentliche Interesse für seine Theorie als “psychopathologisch” ansah. Vielleicht sind auch vor diesem Hintergrund zwei  gegenüber den naturwissenschaftlich interessierten Laien menschenverachtende Äußerungen von Albert Einstein zu verstehen: ”Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein” und “Schämen sollen sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.”

Die Forschungsgruppe G.O. Mueller kommentiert in ihrer Dokumentation diese soziologische Studie von Enst Gehrcke:

E. Gehrcke: Massensuggestion zur Durchsetzung der Relativitätstheorien

Ernst Gehrcke veröffentlicht 1924 sein Buch “Die Massensuggestion der Relativitätstheorie: kulturhistorisch-psychologische Dokumente.” Bezeichnet die Theorie als Fiktion und mathematisches Märchen. Dokumentiert und analysiert die Methoden der Durchsetzung der Theorien in den Jahren 1914-1923 anhand einer eigenen Sammlung von ca. 5000 Zeitungsausschnitten und Zeitschriftenaufsätzen. Die Ausschnittsammlung ist im 2. Weltkrieg schwer beschädigt worden; ca. 3000 (???) Ausschnitte sind noch vorhanden und im Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin vorhanden, wo sie digitalisiert und im Internet zugänglich gemacht werden sollen. – Das Buch appelliert an die Öffentlichkeit, den Betrug durch die Darstellung in den Medien zu durchschauen. (Dok. Kap. 4, S. 552 – 553.)

Entstehungs- und Erhaltungsmotive / Fehler V 4 (Kapitel 2 – Fehler-Katalog):

Die sensationell übersteigerte Berichterstattung über die beiden Relativitätstheorien in den gedruckten Medien 1920-23 hat zu einer Massensuggestion geführt, die von den Relativisten in zynischer Weise mißbraucht worden ist. Wenn eine völlig haltlose Theorie in der Wissenschaft durchgesetzt und aufrecht-erhalten werden kann, müssen die Entstehungs- und Durchsetzungsmotive irrational sein.

E. Gehrcke gibt 1924 seiner Diagnose bereits im Buchtitel Ausdruck: Massensuggestion.

Im Vorwort (S. V-VI) verweist er darauf, daß er schon seit 1912 die Auffassung vertreten hat, “daß die Relativitätstheorie eine psychologisch interessante Seite besitzt und zu einer Massensuggestion geworden war.”

Seine Kritik an der Theorie wurde nicht nur von vielen Kollegen ablehnend aufgenommen, sondern trug ihm auch persönliche Gegnerschaft ein. Er hat im Laufe der Jahre eine Sammlung von Dokumenten, großenteils Zeitungsausschnitten, angelegt, die die Entwicklung der öffentlichen Diskussion belegt. (S. VI): “Drittens ist neuerdings in der Öffentlichkeit ausgesprochen worden, der Urheber der Relativitätsbewegung, EINSTEIN, habe selbst eine ‘psychopathologische Untersuchung’ der Tatsache gefordert, daß die Menge, welche die Theorie gar nicht verstehen konnte, ein so brennendes Interesse an ihr nahm. Dieses Verlangen, das im höchsten Maße beachtenswert ist, war für mich ausschlaggebend, nunmehr an der Hand meiner Dokumentensammlung die psychologische Seite der Relativitätstheorie zur Darstellung zu bringen. Das Ergebnis wird nicht nur dem Psychologen im engeren Sinne, sondern auch dem Historiker und Politiker wertvolle Einblicke in manche Erscheinung des geistigen Lebens unserer Zeit bieten und, wie ich hoffe, eine Lehre für die Zukunft sein, wenn neue Massensuggestionen über uns hereinbrechen.” Verweist für Albert Einsteins Vorschlag für eine psychopathologische Untersuchung auf ein Dokument, das er, Gehrcke, auf S. 32-33 zitatweise abgedruckt hat (Artikel in: Westdeutsche Zeitung, Düsseldorf, 28.4.1921).

Die Diagnose einer Massensuggestion wird von Relativisten und Kritikern durchaus geteilt, wie das Einstein-Zitat zeigt. Die Bewertung dieser psychologischen Wirkung ist recht verschieden:

(1) Albert Einstein als die zentrale Person des öffentlichen Interesses bewertet den Rummel um seine Person negativ und das Interesse der breiten Masse der Laien als unverständlich, sogar als möglicherweise psychopathisch, weshalb er eine diesbezügliche Untersuchung vorschlägt. Ebenso äußern sich auch andere prominente Vertreter der Relativistik.

(2) Die weniger prominenten Vertreter und das allgemeine Publikum selbst sehen in der übersteigerten Berichterstattung einen schlagenden Beweis für die Richtigkeit und Großartigkeit der Theorien von Albert Einstein und die verdiente Anerkennung für die geistigen revolutionären Großtaten des neuen Kopernikus-Galilei-Newton.

(3) Die Kritiker halten das Medienspektakel für eine gezielte und aus dem Hintergrund von den Relativisten gesteuerte Kampagne zur Durchsetzung der Theorie und zugleich zur Diffamierung jeglicher Kritik als unverständig, altmodisch und nur aus Neid und Antisemitismus motiviert. Die Kritiker thematisieren den allseits beklagten “Presserummel” relativ selten; sie erkennen jedoch, daß die Medien die Tendenz entwickeln, die Sensation affirmativ zu verstärken, anstatt in der breiten Öffentlichkeit eine Diskussion mit Abwägung des Für und Wider zu ermöglichen, weil die Öffentlichkeit selbst gar nicht in der Lage war, die Theorien sachgerecht zu diskutieren.

Die Öffentlichkeit entwickelt einerseits ein starkes Interesse für die suggestiven Behauptungen der Theorie wie Aufhebung der Zeitordnung, Umkehrung der Bewegungsverhältnisse und Jüngerbleiben von Reisenden; ihr fehlt jedoch für diese Materie die Fähigkeit zur kritischen Rezeption, weshalb sie alles glauben muß, was die Relativisten ihnen berichten, und nur staunend applaudieren kann. Mit der Sensationsmacherei fördert der Presserummel nur die unkritische Rezeption und affirmative Tendenz und eine zügellose Phantasterei, die sich bis heute in der Science Fiction und der Esoterik austobt.

Die Kritik erlebt die Massensuggestion als Niederlage, als Verlust einer Plattform für die rationale Erörterung in der Öffentlichkeit, und als zynischen Mißbrauch der Relativisten zur Absicherung ihrer Machtposition. Die Ausnutzung einer Massensuggestion für die Zwecke einer physikalischen Theorie ist ein irrationales Motiv.

Die meisten Kritiker können angesichts der Sensationsmacherei der Medien, wozu neben den Druck-erzeugnissen allmählich auch schon der Film und der Rundfunk gehören, nur ihrer Fassungslosigkeit über den geballten Unsinn und die zynische Manipulation durch die Relativisten Ausdruck geben.

Völlig machtlos sind die Kritiker gegen die von den Relativisten in der öffentlichen Argumentation lancierte Versicherung, die Theorien von Albert Einstein würden von der breiten Mehrheit der Physiker akzeptiert, damit sei die Richtigkeit der Theorien erwiesen, und im übrigen hätten Nicht-Physiker überhaupt keine Kompetenz zur Kritik. Sie suggerieren der Allgemeinheit erfolgreich, in der Physik würden – wie aus den Parlamenten geläufig – Mehrheitsvoten über die Richtigkeit der Theorien entscheiden, und die Mehrheit der Physiker könne sich nicht irren, und im übrigen sei das Ganze eine Sache allein der Physiker, in die ihnen niemand hineinzureden habe, die die Öffentlichkeit vielmehr nur gläubig entgegenzunehmen habe.

Einerseits sind die Relativisten von der Sensationsgier der Medien selbst überrascht worden, andererseits haben sie schnell die Möglichkeiten zur Manipulation ergriffen und die affirmative Tendenz jeder Sensations-Berichterstattung für ihre Theorien ausgebeutet. Die Medien haben wahrscheinlich dazu beigetragen, daß die Relativisten glauben konnten, sie würden die öffentliche Erörterung ihrer Theorien auf alle Ewigkeit kontrollieren und autoritär beherrschen können. Dieser Glaube wird ihnen in den Zeiten des Internet abhanden kommen.

——————————————————
Siehe auch den Artikel vom 25.09.13 mit Kommentaren in diesem Blog:

Die Relativitätstheorie: Eine wissenschaftliche Massensuggestion

.

Eine Antwort zu “Die Relativitätstheorie: Eine wissenschaftliche Massensuggestion”

  1. Peter Rösch

    G. O. Müller vermutet ein “irrationales Motiv” bei der massenpsychologischen Durchsetzung der Relativitätstheorie.

    Wenn man einmal von einer Extremauffassung absieht, nach der im innersten Kern Motive grundsätzlich irrational sind, so muß andererseits festgestellt werden, daß auch die Durchsetzung einer völlig verfehlten Theorie wie die Relativitätstheorie durchaus rational sein kann.

    Wir erlebten das wiederholt. Das von Anbeginn zweifelhafte Thema Aids spielte in der jüngeren Vergangenheit eine Präzedenzrolle, es folgten nach dem Muster Hysterien um BSE, SARS, Vogel- und Schweinegrippe, etwas aktueller Klimawandel; was kommt als nächste Massensuggestion? Wer wollte behaupten, das daran geknüpfte ungeheure Gewinnlertum sei als Motiv irrational? Die Vorteile von so erreichten einflußreichen Posten und großen Mengen eingespielten Geldes sind doch sehr rational! Gallo ist mit von ihm lizensierten Aidstests Milliardär geworden, Montaignier Nobelpreisträger.

    Und so dürfte auch die Massensuggestion der Relativitätstheorie aus einer sehr rationalen Erwägung inganggesetzt worden sein. Ging es vielleicht um das Vertuschen einer blamablen Angelegenheit, um das Abwenden eines harschen Versagensvorwurfs, um die Sicherung gegen einen drohenden Absturz aus einem hohen Amt? Man bedenke: wir sind gedanklich in der Zeit, in der ein arbeitsloser Schuster als Hauptmann von Köpenick eine ganze Staatshierarchie konterkarieren konnte . . . Es ist übrigens interessant, daß im Zusammenhang mit der Relativitätstheorie von den Einstein-Autoren doch immer wieder solche Verkleidungskomödien ins Spiel gebracht werden: sei es Köpenick, oder Feuerzangenbowle (mit der charakteristischen Szene, in der ein Schülerstreich dadurch vereitelt wurde, daß der Schuldirektor ganz selbstverständlich mitspielte . . .), oder Pygmalion, auch Don Quichotte. Von der Erwähnung H. C. Andersens (Des Kaisers neue Kleider) – wahrhaftig! – als Lieblingsautor Einsteins in der Einsteinbiographie Hermanns ganz zu schweigen.

    Das Motiv der relativitätstheoretischen Massensuggestion muß nur dann mit Gehrcke und G. O. Müller als irrational angesehen werden, wenn man die offiziellen Verlautbarungen zur Entstehungsgeschichte: die RT stamme von Einstein, für bare Münze nimmt. Dann erschließt sich wirklich kein richtiger Sinn. Weicht man jedoch von diesem naiven Pfad, für den sich leider auch G. O. Müller und andere zeitgenössische “Kritiker” entschieden haben, ab, und begibt sich außerhalb dieses geköderten Weges auf Spurensuche, werden die Dinge auf einmal rational . . .

Hinterlassen Sie eine Antwort

Erlaubter XHTML-Code: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>