Wie Wahrheit wandelt – Zur Naturwissenschaft

von Dietmar Odilo Paul

Aus der Homepage von Dietmar Odilo Paul
Wie Wahrheit wandelt – Zur Naturwissenschaft

Zur Ausbreitungs-Geschwindigkeit des Lichts:

Aus den Ergebnissen verschiedener Experimente schließt Einstein auf die sogenannte Konstanz der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum. Diese besagt, es werde von einem Beobachter die Geschwindigkeit des Lichts immer als dieselbe gemessen, gleichviel ob sich die Lichtquelle nähere oder entferne, ja sogar unabhängig davon, ob der
Beobachter selbst sich gegen den Lichtstrahl oder mit diesem in dieselbe Richtung fortbewege. Wenn ich, an der Straße stehend, die Geschwindigkeit eines vorüberfahrenden Wagens messe, so bekomme ich ein anderes Ergebnis, als wenn ich mit annähernd derselben Geschwindigkeit in dieselbe Richtung fahre und wieder ein anderes, wenn in die entgegengesetzte. Messe ich im ersten Falle hundert, so im zweiten fast null, im dritten fast zweihundert. Wäre der vorüberfahrende Wagen aber ein Lichtstrahl, so soll dieses alles nicht gelten und der Lichtstrahl jedesmal mit derselben Relativgeschwindigkeit am Beobachter vorübersausen. (Über die grundsätzliche Fragwürdigkeit solcher Betrachtungen jenseits alles real Erfahrbaren habe ich mich mehrmals an anderen Stellen ausgelassen).

Diese, dem menschlichen Verstande bei aller Bereitschaft nicht nachvollziehbare, angebliche Eigenschaft des Lichts erhebt Einstein nun zum Postulat und schließlich zum elementaren Naturgesetz, welchem sich die anderen Naturgesetze zu fügen haben. Sie ist Ausgangspunkt und Grundpfeiler seiner Relativitätstheorie, deren ganzes Gebäude, wie er selbst sagt, zusammenstürzen müsse, wenn dieses Naturgesetz die kleinste Erschütterung erführe. Und in der Tat ist das Anliegen der Relativitätstheorie ja kein Anderes, als die bisherige Physik diesem neuen Grundgesetz der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu unterwerfen. Würde dieses fallen, würde die Theorie im Augenblicke wirkungslos, wie die Verordnungen eines gestürzten Tyrannen. Man stelle sich vor: Die Große Theorie, die das wissenschaftliche Bild der Welt aus den Angeln gehoben haben soll, Heerscharen von eifrigen Forschern um ihr Verständnis ringen ließ und mit dem Zurechtbiegen ihrer Paradoxas beschäftigte, diese Theorie, die in keines Menschen Hirn verdaut wird, sofern es sich nicht aus dem bloßen Knochengerüst mathematischer Formeln nährt – diese Theorie auf so vagem, den Verstand beleidigendem Grund, dem Gesetz der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum!
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Siehe auch:

Einsteins Pragmatismus
Dunkle Physik
Grenzen der Natur

Eine Antwort zu “Wie Wahrheit wandelt – Zur Naturwissenschaft”

  1. Hermann

    Ich meine, dass dieses Paradox und die meisten anderen in der Physik auf die Nichtexistenz von Zeit zurückzuführen sind. Sehr bedauerlich, dass Julian Barbours Arbeiten zu diesem Thema totgeschwiegen werden. Ein amüsant zu lesender Beitrag zur Zeit ist dieser:

    http://wahrgesagt.de/gerhard-baumann/was-ist-zeit

    Zeit gibt es nicht, davon bin ich überzeugt. Was es gibt ist Bewegung, und die Dinge bewegen sich im Verhältnis zueinander, völlig ohne den erfundenen physikalischen Faktor ‚Zeit‘.

    Dass Photonen sich im Verhältnis zu massereichen Elementen sehr schnell bewegen oder sich womöglich am schnellsten bewegen, bedeutet aber doch nicht, dass ihre Maximalgeschwindigkeit absolut ist. Kurz gesagt: Zwei Photonen zischen mit der doppelten Lichtgeschwindigkeit aneinander vorbei.