Aberration und Äther

von Ludwig Zehnder

Aberration und Äther
Ludwig Zehnder
In: Astronomische Nachrichten, 1921, Nr. 5084, Sp. 377-380.
onlinelibrary.wiley.com

Das GOM-Projekt referiert stichwortartig in seiner Dokumentation diese Arbeit von Ludwig Zehnder:

Der Michelson-Morley-Versuch läßt zwei Annahmen zu:
(1) der Äther wird von der Erde mitgeführt; (2) ein Äther ist nicht vorhanden.

– Äther ist unentbehrlich, weil Lichtquantenhypothese die Interferenz nicht erklären kann; außerdem muß der Äther die elektrischen, magnetischen und molekularen Fernwirkungen vermitteln. Einsteins Behauptung (1918), die Hypothese des mitgeführten Äthers sei mit dem Lichtablenkungsgesetz unvereinbar, ist unbegründet (Sp. 377).

– Theorien, die über die transversalen Schwingungen der elektrodynamischen Strahlung und über das Wesen der Elektrizität „nicht die mindeste Auskunft zu geben imstande sind“ (Sp. 378), können keine Argumente gegen die Hypothese eines elastischen Äthers liefern.

– Betrachtet die Situation nach dem Ergebnis des Michelson-Morley-Versuchs als offen und hält Einsteins Ablehnung der Ätherhypothese die Unfähigkeit seiner Theorie zur Erklärung von Elektrizität, Lichtausbreitung und Interferenz entgegen.

Damit wird die beliebte Behauptung der Relativisten widerlegt, die Vertreter der Ätherhypothese seien nur zu alt und zu sentimental, um die großartigen neuen Ideen zu begreifen.

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