Die natürliche Selektion der Theoretischen Physiker

von Wolfgang Schmidt

Die natürliche Selektion der Theoretischen Physiker
Wolfgang Schmidt

in: DPG-Didaktik-Tagungsband 1988

Wir wollen uns einmal mit den eigentlichen Ursachen der gefährlichen Nuclearkrimina-lität und der verbreiteten Forschungsmogeleien, die durch ein ausgeklügeltes System von abhängigen anonym bleibenden und nicht fachkompetenten Gutachtern vertuscht werden, ganz emotionsfrei beschäftigen und versuchen, die natürlichen Kausal-zusammenhänge aufzuklären. Schimpfen hat keinen Zweck, man muß die Dinge so
sehen, wie sie sind. Nur dann kann man etwas verändern.

Wir wollen uns nicht mit den Sensationen und Skandalen im einzelnen befassen, wie sie hinreichend durch die Presse bekannt gemacht werden. Das sind nur die Symptome und nicht die Ursachen!

Jeder Forscher ist Irrtümern unterworfen. Diese werden durch Überprüfung seiner Ergebnisse von ihm selbst oder von Anderen früher oder später erkannt und sollten eliminiert werden können. Viele glauben fest daran, daß dies so sei, und vertrauen auf die ethische Wahrhaftigkeit der Wissenschaftler und auf die Zuverlässigkeit der wissenschaftlichen Theorien und bauen darauf weitere Theorien auf.

Nun, Mißgeburten sind oft der Mütter liebstes Kind und werden mit Vehemenz verteidigt, das gilt auch für die Wissenschaftler und Erfinder.

Jede Forschung kostet Geld, was die Forscher zumeist nicht haben. Die, die das Geld bereitstellen können, zumeist nicht ihr eignes Geld, haben kein wissenschaftliches Verständnis. Seit eh und je mußten die Weisen als Medizinmänner Hokuspokus, die Astronomen Astrologie verkaufen, die Chemiker mußten den Fürsten versprechen, Gold zu machen, und dies hat sich bis heute nicht wesentlich geändert. Die Forscher müssen dem Prestigebedürfnis der Machthaber dienen oder mit Versprechungen entgegenkommen. Diese müssen nicht immer stimmen.

Jeder und jede, die um Ansehen ringen, müssen ein bißchen nachhelfen oder mogeln, das fängt schon im Kindesalter an und ist ganz natürlich. Die „Datenmassage“ ist die natürliche Form der Physiker, um um Anerkennung zu ringen und entspricht der Kosmetik unserer Frauen.

Jeder Forscher, der an bereitgestellte Mittel herankommen will, muß sich einen Namen machen, er muß etwas für Laien erstaunliches, also sensationelles, möglichst unverständliches entdecken oder entdeckt zu haben behaupten. Mit der zunehmenden Zahl der Institutsleiter wächst der Konkurrenzkampf. So viel an neuen Erkenntnissen hat die Natur gar nicht zu bieten.

Ein Nobelpreisträger sagte 1978 in Lindau: Die Anzahl der neuen Elementarteilchen wächst proportional mit der Anzahl der Institutsleiter. Schon Lichtenberg sagte 1670: „Es gibt in Euren Kompendien Vieles, von dem zwischen Himmel und Erde nicht die geringste Spur zu entdecken ist.“

Schon in der frühen Jugend kämpft jeder Schüler um gute Noten, also um Anerkennung. Er lernt dabei, daß es rationeller ist, ein bißchen, möglichst unauffällig zu mogeln. Wer tat dies nicht?

Ein an der Physik oder Chemie interessierter Schüler schafft sich ein Labor an. Dort mogelt er nicht! Jedoch, um Eltern und Freunden zu imponieren, eignet er sich einige Zaubertricks an. Das ist ganz normal. So taten es auch die Astrologen und die Alchimisten.Kann denn Mogeln (Frisieren, Kosmetik oder Datenmassage) Sünde sein? Bis hierher wohl noch nicht!Der junge Physikstudent bekommt im Praktikum Aufgaben gestellt, deren Lösung experimentell zu ermitteln ist, die aber bekannt ist, nur noch nicht ihm. Hat er Erfahrungen mit seinem eigenen Labor, fällt ihm das nicht schwer. Er ist sogar stolz darauf, daß er die richtigen Werte experimentell ermitteln kann.Ein anderer intelligenter Student ohne experimentelle Erfahrung weiß das zu erwartende Ergebnis auf andere Weise in Erfahrung zu bringen und rechnet seine Meßdaten „rückwärts“. Das ist zwar streng verboten, aber geht schneller, die Daten werden genauer und bringen bessere Noten.Der erste Student geht wahrscheinlich dank seines experimentellen Geschicks in die besser zahlende Industrie.Der zweite Student bleibt im Milieu und wird sich mehr für die Hochschullaufbahn interessieren oder er gelangt in einer Beamtenstellung als Wissenschaftsberater, Gutachter oder Prüfer zu Tätigkeiten ohne eigene Experimente und ohne eigene erfinderische Arbeiten. Ein junger ehrgeiziger Student aus gutem Hause, dessen Eltern sich das leisten können oder die gute Beziehungen zu politisch Prominenten haben (besonders in der Zeit von 1933), suchen sich einen prominenten Professor, der sich mit einer sensationellen Arbeit bekannt gemacht hat. Er läßt sich von diesem eine Doktorarbeit zuteilen. Der Professor verteilt Arbeiten, die seine Thesen untermauern sollen. Der Nobelpreisträger sagte dazu 1978 in Lindau: „Es gibt gute und böse Experimente. Die Guten bestätigen die Theorie, sie werden schnellstens veröffentlicht, die Bösen widerlegen die Theorie und dürfen keinesfalls publiziert werden. Auf diese Weise bleibt die Lehrmeinung widerspruchsfrei.“Warum sollte der Doktorand, der sich von seinem Professor eine Förderung seiner Karriere verspricht, sich mit seinem Professor anlegen und nicht seine Ergebnisse ein bißchen frisieren? Wenn es um die Erreichung von Ansehen geht, wird fast immer ein bißchen nachgeholfen. Frauen nennen dies Kosmetik.Wer in einem solchen Fall auf seiner wissenschaftlichen Ethik beharrt, kann einpacken und bleibt auf der Strecke. Das war und ist die Praxis der natürlichen Selektion der prominenten Theoretischen Physiker, die das Sagen haben. Besonders die der SS-Physiker, die nach 1933 besonders schnell avancierten.Auch dieses könnte die Wissenschaft verkraften. wenn…
 
Hier weiterlesen…
 
 
—————————————————
Siehe auch in diesem Blog:

Zu Guttenbergs Vorgänger
“zwei wirkliche Kerle”
Betrug und Täuschung in der Wissenschaft
Whistleblowing in der Wissenschaft
Manipulation der Ergebnisse der Sonnenfinsternis von 1919
Der gigantische Betrug mit Einstein
Die Einstein-Fälschung
Der große Schwindel. Betrug und Fälschung in der Wissenschaft.
Max Planck und der Verrat an der Wissenschaft
Manipulation der Ergebnisse des berühmten Experiments Hafele/Keating
Der Sündenfall. Betrug und Fälschung in der deutschen Wissenschaft
Wurde die Welt betrogen?
Das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und Geschichtsfälschung
Die größte Mystifizierung in der ganzen Geschichte der Wissenschaft: Die Relativitätstheorie
Die Wissenschaftsmafia
Nobelpreise – Lohn für die siegreiche Mafia?
Was sagen die Jura-Experten zur rechtlichen Untersuchung von „Lug und Trug in den Wissenschaften“?
Kulturfaktor Recht

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.