Physik als anarchistische Textpraxis

von Jörg Djuren

Physik als anarchistische Textpraxis
Das Semiotische in den mathematisch – physikalischen Wissenschaften
Jörg Djuren
Verlag Graswurzelrevolution e.V.
Hannover 2002
ISBN: 3-9806353-9-2

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Ein kurzer Text des Autors über das Buch:

Die Kritik der Relativitätstheorie im Buch ‚Physik als anarchistische Textpraxis‘

Bei der hier formulierten Kritik der Relativitätstheorie geht es nicht darum Meßergebnisse zu bestreiten. Bei der Kritik der Relativitätstheorie geht es um die Interpretation der Meßergebnisse.
In dieser Kritik der Relativitätstheorie wird nicht bestritten, daß bestimmte Meßergebnisse existieren. Durch die Kritik der Relativitätstheorie wird nicht bestritten, daß die Relativitätstheorie eine Möglichkeit der Interpretation dieser Meßergebnisse darstellt.
Die Kritik der Relativitätstheorie wirft die Frage auf, ob dies die einzige Möglichkeit ist?
Diese Kritik der Relativitätstheorie geht davon aus, daß die Relativitätstheorie nicht die einzige in sich schlüssige Möglichkeit der Interpretation der Meßergebnisse ist.
Dies ist aber nur der erste Schritt dieser Kritik der Relativitätstheorie, der zweite Schritt der Kritik der Relativitätstheorie wirft die Frage auf, ob nicht das Wissen um die Möglichkeit unterschiedlicher Interpretationsmöglichkeiten selbst Teil der Theorie sein müßte. Die Kritik der Relativitätstheorie will nicht nur eine beliebige Alternative zur Relativitätstheorie aufzeigen, sondern diese Kritik der Relativitätstheorie will durch den Einbezug der Metaebene zu einer Theorie gelangen, die die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten selbst als Teil der Theorie faßt, und die damit zu einer kritischen Theorie wird, die sich ihrer eigenen Setzungen bewußt ist.
Aus der Kritik der Relativitätstheorie soll also eine Metatheorie entwickelt werden.
Diese aus der Kritik der Relativitätstheorie entwickelte Metatheorie wird an Hand der Relativitätstheorie nur beispielhaft erläutert. Diese aus der Kritik der Relativitätstheorie entwickelte Metatheorie wird unter Bezug auf feministische Theorie in eine allgemeine Metatheorie überführt.
Das heißt die Kritik der Relativitätstheorie wird hier als Ansatz zur Wideraufnahme der Kritik der reinen Vernunft benutzt. Die Kritik der Relativitätstheorie ist nur Mittel zum Zweck, die Kritik der Relativitätstheorie ist nicht der primäre Zweck, die Kritik der Relativitätstheorie dient hier nur als Beispiel für eine Theorie und Praxis kritischer Naturwissenschaft.
Die Kritik der Relativitätstheorie steht hier also in der Tradition der Radikalisierung der Aufklärung.

Diese Kritik der Relativitätstheorie ist damit explizit zu unterscheiden von einer Kritik der Relativitätstheorie, die versucht alternative Wahrheitsansprüche zu reklamieren. Diese Kritik der Relativitätstheorie widerspricht der Dogmatik der bestehenden Naturwissenschaft eben so sehr, wie sie der Dogmatik der esoterischen und simplifizierenden Schwestern der Naturwissenschaft widerspricht, die für andere Kritiken der Relativitätstheorie meist die Grundlage bilden. Diese Kritik der Relativitätstheorie richtet sich explizit gegen absolute Wahrheitsansprüche. Da diese Kritik der Relativitätstheorie gerade als Beispiel benutzt wird, um eine Epistemologie darzustellen, die über Theorien mit absoluten Wahrheitsansprüchen hinaus weist, sie weist über diese Theorien hinaus, gerade weil sie in sich schlüssig absolute Wahrheiten bestreitet.
Und auf diese Weise weist auch diese Kritik der Relativitätstheorie über die Relativitätstheorie hinaus.

Diese Kritik der Relativitätstheorie ist damit grundsätzlich zu unterscheiden zu dem, was üblicherweise als Kritik der Relativitätstheorie publiziert wird.

J.Djuren
Hannover 2008

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