Suche nach einer einheitlichen Lösung des Zwillingsparadoxons gescheitert

Wie bereits in diesem Blog im Artikel Hundert Autoren fragen Einstein mitgeteilt, hat die Natural Philosophy Alliance (NPA) aus den USA anläßlich des 100-jährigen Jubiläums 2011 des berühmten Zwillingsparadoxons aus der Speziellen Relativitätstheorie Albert Einsteins, einen Offenen Brief an die wissenschaftliche Gemeinde gerichtet mit dem Ziel, eine einheitliche Lösung dieses Paradoxons unter den vielen widersprüchlichen Auffassungen, die vertreten und gelehrt werden, herauszufinden. Diese Aktion wurde zum heutigen Datum von ca. 140 Unterzeichnern aus der ganzen Welt unterstützt: http://twinparadox.net/

Diese Initiative von NPA sollte im historischen Kontext der Entstehung und Durch-setzung der Speziellen Relativitätstheorie gesehen werden: Seit 1922 ist der wissenschaftliche Meinungsstreit zwischen Anhängern und Kritikern der Speziellen Relativitätstheorie eingestellt worden, wobei diese Theorie einseitig als einzig wahre, gültige und bestbewiesene Theorie erklärt und in Lehre und Forschung kritiklos durchgesetzt wurde, siehe zum Beispiel in diesem Blog  Max Planck und der Verrat an der Wissenschaft. Seitdem werden Kritiker der Relativitätstheorie weiterhin systematisch disqualifiziert, diffamiert, verleumdet oder ignoriert, sowie  aus der wissenschaftlichen Gemeinde ausgeschlossen – sowohl Lehre als auch Forschung.

Alle Versuche von einzelnen kritischen Wissenschaftlern den Meinungsstreit mit Vertretern der etablierten Physik wiederaufzunehmen und bestehende Streitpunkte zu klären sind seit mehr als 80 Jahren gescheitert und  auf Schweigen und Zensur gestoßen – die erfolglosen Bemühungen des hochqualifizierten britischen Physikers Herbert Dingle könnten hier als berühmten Fall herangezogen werden. Es gibt seit über 80 Jahren keine Bereitschaft mehr innerhalb der etablierten wissenschaftlichen Gemeinde Gegenpositionen zu dieser Theorie wissenschaftlich zu untersuchen und offene Streitpunkte zu klären.

Vor diesem Hintergrund kann die Initiative der US-amerikanischen Natural Philosophy Alliance anläßlich des 100-jährigen Jubiläums des berühmten Zwillingsparadoxons um eine einheitliche Lösung dieses Paradoxons herauszuarbeiten als eine einmalige historische Gelegenheit angesehen werden, den wissenschaftlichen Meinungsstreit wieder aufzunehmen und einen normalen wissenschaftlichen Meinungsaustausch zu ermöglichen. Das Zwillingsparadoxon eignet sich dazu besonders gut, da es die seit 100 Jahren strittigen Kernfragen der Theorie herauskristallisiert: Die Zeitdilatation mit ihren Nebenerscheinungen (Längen-kontraktion oder Relativität der Gleichzeitigkeit).

Auch genügt diese Aktion der NPA den Anforderungen einer seriösen, wissenschaftlichen Vorgehensweise aufgrund einer eingehenden und ausführlich mit Quellen belegten Studie, sowie durch die Unterstützung von ca. 140 Unterzeichnern aus der internationalen wissenschaftlichen Gemeinde.  

Die Ergebnisse dieser Aktion spiegeln jedoch die Umstände wider, die seit 80 Jahren leider dokumentiert werden: Es besteht weiterhin keine ernsthafte Bereitschaft von der etablierten Physikgemeinde Gegen-positionen zu untersuchen, Widersprüche auszuräumen und offene Streitpunkte zu klären.

Die Organisatoren der Aktion bei NPA haben nur zwei Antworte auf mehrere gezielte, persönliche  Anfragen an Vertreter der Speziellen Relativitätstheorie erhalten:

1. Die Antwort des niederländischen Nobelpreisträgers Prof. Gerard ’t Hooft,

2. Die Antwort von Prof. Dr. Hermann Nicolai, Direktor des Albert Einsteins Instituts (über die  Anfrage von Ekkehard Friebe vom 16.07.2011 und die Erinnerung vom 25.09.2011).

Diese zwei Antworte werden hier von NPA analysiert (insbesondere für Studenten gedacht):

MAINSTREAM RESPONSE

 

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Anmerkungen der Redaktion:

Beide Antworte von Prof. Gerard ‚t Hooft und von Prof. Dr. Hermann Nicolai sind jeweils unübersehbar ausweichend und zeigen keine Bereitschaft, sich ernsthaft und verantwortungsbewusst mit der Klärung von Widersprüchen zu beschäftigen, sowie eine einheitliche Lösung des Paradoxons herauszuarbeiten und den Studenten eine widerspruchsfreie Interpretation der Theorie anzubieten.

Dies Verhalten ist vor allem seitens des Albert Einstein Instituts befremdlich und bedenklich: Wenn dieses Institut in Deutschland –  das in dieser Form einmalig in der Welt ist und die Hoheit der Interpretation der Theorie besitzt –  nichts zur Klärung der Widersprüche um die Interpretation und um die Lehre der Speziellen Relativitätstheorie beitragen kann, wer sollte in der Welt dazu beitragen können?

Kommentare und Ansichten des Lesers dieses Blogs zu den Ergebnissen dieser einmaligen internationalen Aktion sind erwünscht.

25 Antworten zu “Suche nach einer einheitlichen Lösung des Zwillingsparadoxons gescheitert”

  1. Joachim Blechle

    1. Nach Blechle ist das Größte, was die Menschheit in der Summe hervor gebracht hat, Ignoranz und Egoismus. Entgegen der Ansicht der Redaktion bin ich als Funktionalistiker deswegen zu der Erkenntnis gelangt, dass das Verhalten des Albert Einstein Instituts völlig „normal“ ist und so auch zu erwarten war.

    2. Die Wissenschaftstheoretiker lesen aus Ihren Hyroglyphen und Zahlenkolonnen wie die Wahrsager aus ihren dahingeworfenen Knochen. Da kann nur selten etwas Brauchbares herauskommen. Auf der web-Seite des SWR findet man einen Beitrag von Herrn Nicolai, der zur Thematik der Gravitation mit der Aussage endet, dass bezüglich der Gravitation alles offen ist. (http://www.tele-akademie.de/begleit/video_ta111211.php)

    3. Ungelöste Probleme in der Physik gibt es zu Hauf. Hier ein Link zu einer Liste der ungelösten Probleme in der Physik: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_unsolved_problems_in_physics Es ist sehr aufschlussreich, da mal hineinzuschauen.

    4. Wenn man für sich zu einer Lösung des Lösung des „Zwilligsparadoxons“ kommen will, muss man sich zuerst mal nicht mit der Theorie beschäftigen oder mit den Meinungen der Anderen, sondern mal einen Blick ins Universum werfen und zwar tiefgründig und nicht oberflächlich. Zeitdilatation und auch Zeitreisen sind der grobe Unfug, den die RT hervorgebaracht hat. Es gibt sie nicht! Für unterschiedlich gehende Uhren oder eben unterschiedlich schnell alternde Zwillinge braucht man tatsächlich neue physikalische Konstrukte und zwar von der Quantenphysik bis zur Kosmologie. Und das sollte man mal ernsthaft angehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Blechle

  2. Peter Rösch

    Wer den Begriff „Zwillingsparadoxon“ verwendet, ist auch schon einer propagandistischen Sichtweise auf den Leim gegangen. In Wahrheit geht es nämlich um eine „Zwillingsantinomie“.
    Der Umstand, daß die logische Widersprüchlichkeit in eine „Geschichte“ (Raumfahrer usw.) eingekleidet ist, ist etwas unglücklich, da dadurch Antworten mit Interpretationen und Ablenkungen vom Kern der Sache ermöglicht werden. Ausschließlich solcherart gestrickte Antworten finden sich in der gängigen Lehrliteratur, und sie werden auch in den obigen Stellungnahmen zugemutet.

    Man sollte als Kritiker oder als um Aufklärung Bemühter also besser den logischen Kern der Zwillingsgeschichte freilegen: und der besteht in der Frage, ob diese Aussagenkombination möglch ist:

    A > B ^ B > A, oder, in RT-Terminologie z. B.: t > t‘ ^ t‘ > t

    Sie ist natürlich nicht möglich. Es spiegelt sich darin in Fortsetzung die fundamentale Unmöglichkeit wieder, die zwei Grundpostulate der RT zu vereinbaren.

    Wo Solches naturphänomenal anscheinend realisiert ist, geht die Naturwissenschaft zu recht von Scheineffekten aus. Beispiel: Person A nimmt die Person B auf räumliche Distanz in Daumengröße wahr, und umgekehrt sieht Person B die Person A in Daumengröße. Auf dem Gedanken, daß es in Wahrheit um den Einfluß von Sehwinkeln geht, der die beiden etwa gleichgroßen Personen jeweilen so erscheinen läßt, gründet die gesamte geometrische Optik. – Wo immer in der Natur eine logische Unmöglichkeit sich nachweisen läßt, muß die Suche beginnen nach dem „Mechanismus“, der die Täuschung oder den Scheineffekt bewerkstelligt. Wer sich hier verweigert, muß zugeben, daß er die Physik – und die Naturwissenschaft überhaupt – verlassen hat. Das gilt selbstverständlich auch für Nobelpeisträger.

  3. Jocelyne Lopez

    Ich sehe einen Widerspruch zwischen den Auffassungen von Prof. Gerard ‚t Hooft und von Prof. Hermann Nicolai:

    – Prof. Hooft vertritt eine Lösung mit der Dynamik der ART, also mit Einbeziehung der Beschleunigungsargumentierung. „There is no difficulty of any kind with the twin paradox; it was basically resolved with Einstein’s 1916 theory„.

    – Prof. Nicolai vertritt eine reine kinematische Lösung ohne Dynamik, und zwar allein aus dem mathematischen Minkowski-Konstrukt von 1908: „There is no „physical cause“ in the sense of some underlying dynamics, the time delay is merely the result of the *kinematics* of space-time”,

    wobei beide Lösungen aufgrund der berechneten Asymmetrie der Effekte gleichermaßen mit der ursprünglichen SRT von 1905 in Widerspruch stehen, die jegliche Asymmetrie ausschließt und eine exakte Reziprozität der Effekte bei der Relativbewegung zwischen zwei Objekten voraussetzt.

    Dazu kommt sowohl bei Prof. Hooft als bei Prof. Nicolai, dass sie sich beide verweigert haben, die Frage nach der physikalischen Ursache des identisch berechneten Altersunterschiedes zwischen den Zwillingen zu beantworten, was überhaupt die wichtigste Frage bei diesem Paradoxon ist, es soll sich ja um Physik handeln! Sowohl die Mathematik der ART als auch die Mathematik von Minkowski sollen ja ein physikalisches Ereignis beschreiben, vorausgesetzt jedoch, dass dieses physikalische Ereignis überhaupt existiert! Wenn dieses physikalische Ereignis nicht existiert, haben sowohl die Mathematik der ART als auch die Minkowski-Mathematik absolut keinen Wert, das sollte sowohl dem Nobelpreisträger Prof. Hooft als auch dem Direktor vom Albert Einstein Institut Prof. Nicolai einleuchten. Deshalb schweigen sie auch beide über die wichtigste Frage nach der physikalischen Ursache des Altersunterschiedes: Weil es eben keine gibt. Es gibt bei diesem Paradoxon kein physikalisches Ereignis zu beschreiben, die Mathematik beschreibt nur eine Messfiktion, sie ist dadurch wertlos und irrelevant zur Erklärung der Natur.

    Als Erinnerung: Es ging nicht darum in dieser Umfrage von NPA das Zwillingsparadoxon lösen zu wollen, es ging darum eine einheitliche Erklärung des Paradoxons in der etablierten Physikgemeinde herauszufinden, was allerdings misslungen ist:

    1) Prof. Hooft braucht dafür unbedingt die nachträgliche ART und die Dynamik der Beschleunigung (die nicht Gegenstand der SRT ist).

    2) Prof. Nicolai braucht dafür keine nachträgliche ART, keine Beschleunigung und gar keine Dynamik, er braucht nur Minkowski.

    3) Beide brauchen die stillschweigende Annahme eines Mediums (Lorentzfaktor), die in Widerspruch mit der SRT ist.

    4) Beide sind in Widerspruch mit dem 1. Postulat der SRT, wonach die gleichen physikalischen Gesetze in relativ zueinander bewegten Systemen gelten sollen.

    5) Beide sind nicht in der Lage, eine physikalische Ursache für den berechneten Altersunterschied zu nennen.

    Wir sind also weit weg von einer schlüssigen, einheitlichen Lösung des Zwillingsparadoxons. Man kann von daher sagen, dass das Vorhaben von NPA gescheitert ist: Es gibt seit 100 Jahren keine schlüssige, widerspruchsfreie Lösung des Zwillingsparadoxons in der internationalen etablierten Physikgemeinde.

    Jocelyne Lopez

  4. Herbert Sommer

    Dass die Suche nach einer einheitlichen Lösung des Zwillingsparadoxons gescheitert ist, hat mich garnicht überrascht. Mir ist nach dreissig Jahren dauernder Bemühungen in der gleichen Richtung und gegenüber den gleichen Institutionen ebenso ergangen. Die Veröffentlichung eines gemeinverständlichen Buches und zahlreichen Beiträgen in Zeitungen, Fachzeitschriften und sogar in diesem Blog haben kein befriedigendes Ergebnis herbeigeführt. Nur der Prof. Ángel Luis Lopez Ramos für Relativistische Physik in der Universität Oviedo (Spanien) ist ganz meiner Meinung und hat mich auch in seinem Buch über Relativistische Physik als Vorgänger erwähnt.

    Wie kann man übrigens von der etablierten Physik erwarten, dass sie sich aufrichtig äussert und ihre hundertjährige Blamage zugibt, wenn schon die Kritik sich uneinheitlich verhält, verschiedene, meistens wissenschaftlich unannehmbare, alternative Theorien hervorbringt und sogar die bestens weltweit nachgeprüften experimentellen Ergebnisse hartnäckig bezweifelt?

    Die SRT von Einstein hat ganz deutliche und unbestreitbare begriffliche Fehler (u.A. die Verwechselung von instrumentalen Zeit- und Raummessanzeigen mit der Zeit und dem Raum selbst); eklatante Widersprüche (u.A. die Verneinung der absoluten Bewegung, der materiellen Änderungen absolut bewegter Körper und dennoch Übereinstimmung mit Lorentz bei der Hin- und Herbewegung von Uhren); unvollkommene und falsche Erklärung der physikalischen Erscheinungen der Relativität, die sie dadurch zu physikalisch ganz bedeutungslosen und nur scheinbaren, messtechnischen Täuschungen werden lässt (u.A. die von Poincaré buchstäblich übernommene, lächerliche, und dazu ungenügende Synchronisierung der Uhren durch die jeweiligen Beobachter, die ohne eine gleichzeitige Bewegungsabhängigkeit der Uhren und Meterstäbe, die Fehlsynchronisierung jederzeit ganz einfach durch Zusammenbringen der getrennten Uhren fesstellen kónnen und dadurch das Relativitätsprinzip ungültig machen).

    Alle diese, und noch weitere, Fehler der Einstein-Theorie bedürfen keiner neuen Theorie, ausser der Lorentz-Theorie, sondern lediglich der ausdrücklichen Anzeige ihrer logischen Unrichtigkeit und der Einstellung ihrer Lehre zugunsten einer aktualisierten und nach Marcel Grossmann durch Tensorrechnung verallgemeinerten Lorentz-Relativität.

    Und das ist auch was die nachstehende Schlussfolgerung der NPA-Befragung im Grunde bedeutet:

    “The data and logic of proper time difference accumulation and different clock rates as a function of velocity require new, or perhaps old, physical constructs, namely, a special (physics) frame and clock retardation as a function of velocity with respect to that special frame.”

    Das ist vollkommen richtig, doch keine neue Theorie ist dazu nötig, da es schon längst die richtige gibt, nämlich die, die von Lorentz und Larmor aus den Maxwellschen Feldgleichungen auch ganz richtig hergeleitet wurde. Nur der inmaterielle, abstrakte Äther muss dabei durch den tatsächlich existierenden, einheitlichen und alles umfassende Weltraumvolumen selbst als ausgezeichnetes Referenzsystem (preferred special frame) ersetzt werden.

    Bezüglich der Beweisführung und näherer Einzelheiten zu meiner Behauptung siehe:

    http://ekkehard-friebe.de/blog/herbert-sommer-die-rationalisierung-der-relativitat-in-der-physik/

    Mit freundlichen Grüssen
    Herbert Sommer

  5. Peter Rösch

    Das Thema ist aber nicht die Einführung einer „neuen Physik“, sondern nur die Verabschiedung der Relativitätstheorie aus der Physik.

  6. Joachim Blechle

    Hallo Peter Rösch,
    als Funktionalistiker bin ich nicht für das Wegwerfen. Man sollte Nutzbares recyceln. Ich habe das einfach mal für mich mit der RT getan. Ich war seit geraumer Zeit u. a. nach der Suche der Erkenntnis darüber, wie Trägheit und Schwere quantenphysikalisch funktionieren. Und siehe da, die RT enthielt die Antwort, so wie der alte Panzer auf dem Schießplatz das Eisen für einen neuen Pflug zum Ackern eines Feldes. Einschränkend muss ich allerdings noch anmerken, dass man dazu noch weitere „Zutaten“ braucht.
    Hinterher hat man den Pflug und nicht mehr den Panzer.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Blechle

  7. Peter Rösch

    Ich gratuliere Ihnen. Es ist aber, wie gesagt, nicht das, worum es geht.

  8. Ekkehard Friebe

    Im Zusammenhang mit dem ‚Zwillingsparadoxon‘ verweise ich auf folgenden Beitrag in meinem Blog:

    Chronologie: Exkurs: Über ,die Zeit’ – eine Ausnüchterung

    Beste Grüße
    Ekkehard Friebe

  9. Joachim Blechle

    Wie definiert der Funktionalistiker die Zeit?
    Die Definition der Zeit beginnt mit einer Grundsatzaussage zum Universum, die da lautet:
    „Das Universum existiert, bestehend aus Objekten, die sich in Bewegung befinden.“
    Der Mensch macht sich ein „Bild“ über die Existenz und Bewegung der Objekte.
    Ein Teil seines Bildes ist das, was er Zeit nennt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Blechle

  10. Joachim Blechle

    Wir setzen mal mit einigen funktionale Betrachtungen zum Zwillingsparadoxon fort:
    Dazu ein Gedankenversuch: 2050 war das Experiment nach 10 Jahren abgeschlossen worden. Der auf die Erde zurückgekehrte Zwilling war sehr nahe an der Lichtgeschwindigkeit unterwegs gewesen.
    Nach der Grundsatzaussage der SRT, dass in einem bewegten Inertialsystem die Zeit langsamer vergeht, zeigte die Atomuhr im Raumschiffs an, dass im Innern des Raumschiffs das Jahr 2042 beginnt. (Wer glaubt, dass in der Rakete das Jahr 2042 beginnt, während draußen das Jahr 2050 ist, der …) Allerdings gab es zu den anderen Uhren, die mitgenommen wurden seltsame Abweichungen. Die Sonnenuhr war überhaupt nicht zu gebrauchen und die Kuckucksuhr mit Pendel ging mal schneller, mal langsamer und mal überhaupt nicht.
    Der Funktionalistiker sagt, dass die Atomuhr im Innern des Raumschiffs wegen der physikalischen Gegebenheiten einfach nur langsamer ging – Existenz in der Bewegung -. Das ist ja auch offensichtlich an dem zu erkennen, was die Uhren anzeigen.
    Ob die physikalischen Gegebenheiten, die zum langsameren Gang der Atomuhr führen auch 1:1 die Biologie des Zwillings verlangsamen, kann nicht als sicher angenommen werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Blechle

  11. Wolfgang Lange

    Lieber Herr Sommer,

    leider irren Sie sich mit der Aussage „doch keine neue Theorie ist dazu nötig, da es schon längst die richtige gibt, nämlich die, die von Lorentz und Larmor aus den Maxwellschen Feldgleichungen auch ganz richtig hergeleitet wurde.“

    Das Zwillingsparadoxon ist nicht lösbar, weil es nicht existiert. Einer falschen SRT darf man einfach keine einzige scheinbar schlüssige Feststellung zugestehen. Wie auch immer Einsteins Theorie entstanden sein mag, sie stützt sich seit seinem Vortrag 1921 in Princeton auf die Lorentz-Transformation. Einstein schrieb in „Grundzüge der Relativitätstheorie“ S. 29: „Die Maxwell-Lorentzschen elektromagnetischen Feldgleichungen sind bezüglich Galilei-Transformationen nicht kovariant.“ Das ist eine dicke Lüge, denn er selbst als auch Lorentz beginnen mit der Galilei-Transformation.

    Minkowski ist unschuldig, weil er in „Raum und Zeit“ die Lorentz-Transformation als Geschenk von oben ansah und sich weiter keine Gedanken außer der nachfolgenden Mathematik machte.

    Lorentz betonte in „Versuch …“ immer wieder die Vernachlässigung von v²/c², nur nicht vollständig in seinem Bestreben, die Potentialgleichung zu lösen. An dieser Stelle ist anzusetzen. Nach mühseligem Mathematikstudium ist mir Lorentz Versuch § 19 einigermaßen klar geworden. Darin steckt einerseits ein genialer Zug und andererseits auch durch seine Komponentendarstellung der Fehler.

    Voigt versuchte, eine partielle Differentialgleichung ohne Anfangs- und Randwerte zu lösen. Er musste scheitern.

    Die Lorentz-Transformation ist eine vom Licht absolut unabhängige, aus Fehlern entstandene und darum fehlerhafte Theorie. Man kann ihr nur mit Mathematik beikommen. Sie muss für Akustik und Elektrotechnik sowie Mechanik gleichermaßen gelten. Seit Euler gibt es die Eulersche Beschreibungsweise, und diese sowie die vielleicht später dazugekommene „Reisegleichung“ hat Lorentz auf die Galilei-Transformation angewendet. Interessierte sollten den Begriff bei Schmutzer im Internet suchen.

    Sommerfeld „Simplified Deduction of the Field and the Forces of an Electron, moving in any given way“ hatte die richtige Lösung mit Hilfe der Green-Funktionen bereits um 1905 in den niederländischen Proceedings veröffentlicht. Sein Diskussionsleiter war damals H.A. Lorentz.

    Einstein-Uhren, Längskontraktion, Zeitdilatation, unendlich große Masse sind Quatsch. Rechenfehler sind wie in der alten Schule durch Nachsitzen zu korrigieren.

    Noch eine kleine Feststellung von Einstein 1905:
    tB-tA = rAB/(V-v) und tA‘-tB=rAB/(V+v)
    Addition der beiden Gleichungen:
    t_A‘-tA = rAB[(V+v)+(V-v)]/(V²-v²) = 2*rAB*V / (V²-v²)
    = 2*(rAB/V)* 1/(1-v²/V²).
    Allein in der Reisezeit, es könnte auch ein Schiff sein, steckt schon der verdammte Lorentz-Faktor. Da braucht man keinen Pythagoras oder gar eine partielle Differentialgleichung. Es lässt sich schnell ein Lorentz-Monster konstruieren.

    Wer an meiner Mathematik intersessiert ist, möge sich bitte unter wwlange.de oder per Mail (siehe dort) äußern.

    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Lange

  12. Peter Rösch

    Offenbar sind sich auch viele Kritiker nicht im Klaren darüber, worin der Widerspruch des Zwillingsszenarios eigentlich besteht.

    Es geht um die üblicherweise unterschlagene Konsequenz des Standpunktwechsels: A sieht B, B sieht A.

    Daraus ergibt sich für eine bestimmte physikalische Größe, z. B. die Zeit, dann – bei relativitätstheoretischer Betrachtung – der Widerspruch: A > B, B > A. Das geht nach den Gesetzen der Logik aber nicht zusammen.

    Wo immer solch eine Konstellation in der Physik auftritt (A sieht B in der Ferne verkleinert, B sieht A in der Ferne verkleinert), wird sie in wissenschaftlicher Betrachtung als Scheineffekt interpretiert. – Selbst gesetzt den (nichtzutreffenden) Fall, daß die Herleitungen der Relativitätstheorie mathematisch stimmig sind, könnten die herausgedeuteten Effekte à la Zwillings“paradoxon“ nur als Scheineffekte verstanden werden.

  13. Wolfgang Lange

    Sehr geehrter Herr Rösch,

    Sie schreiben selbst in Nr. 5: „Das Thema ist aber nicht die Einführung einer “neuen Physik”, sondern nur die Verabschiedung der Relativitätstheorie aus der Physik.“

    Es geht nicht um den Widerspruch in dem Zwillingsparadoxon oder in einer Zwillingsantinomie als „Scheineffekt“, sondern darum, dass es nicht existiert. Wenn ich eine geschwärzte Brille aufsetze und behaupte es sei Nacht, dann ist es für mich vielleicht relativ so, aber helfen kann nur jemand, der mir die Brille wegnimmt. Also nichts als weg mit der SRT. Da nützt kein Behandeln der Symptome sondern nur eine Operation an den kranken Wurzeln. Es sind die mathematischen Fehler von Voigt, Lorentz, Einstein & Co., aber nicht die Ergebnisse, genau zu analysieren.

    Es geht nicht um: „Offenbar sind sich auch viele Kritiker nicht im Klaren darüber, worin der Widerspruch des Zwillingsszenarios eigentlich besteht.“ Ohne SRT kein Szenario und kein Scheineffekt.

    Sorry, Sie selbst sind bereits in Nr. 2 den Relativisten auf den Leim gegangen: „Wer den Begriff “Zwillingsparadoxon” verwendet, ist auch schon einer propagandistischen Sichtweise auf den Leim gegangen. In Wahrheit geht es nämlich um eine “Zwillingsantinomie”. Was macht schon der semantische Unterschied aus.

    Nur zum Überlegen: Die SRT wird als elekto-magnetische Theorie verkauft. Wie will man ladungsfreie, nichtleitende Neutrinos (ohne Wirbelströme wie im Asynchronmotor) mit Hilfe elektro-magnetischer Felder beschleunigen? Das geht nicht. Darum gibt es für diese auch keine Grenzgeschwindigkeit c=300.000 km/s. SRT hin oder her. Da können die Jungs vom Cern lange suchen.

    Mit freundlichen Grüßen!

    Wolfgang Lange

  14. Herbert Sommer

    Für den Fall, dass es jemand unter den Blog-Teilnehmern informativ interessieren sollte, erlaube ich mir hierbei den englischen Text meiner Mitteilung an die NPA über die infrage stehende Angelegenheit anzuschliessen. Zum besseren Verständnis des erläuternden Teils füge ich die entsprechende deutsche Teilübersetzung hinzu.

    Mit freundlichen Grüssen
    Herbert Sommer

    E-mail an die NPA

    Dear Sirs:

    I´m one of about 140 critics of Einstein´s SRT who have signed your “Challenge”, and first of all I´d like to praise your scientific mind and honesty in the endeavour of defending rational logics against sociopolitical manipulation.

    I´m not very much surprised about the negative outcome of your action because after fourty years of my own efforts aimed in the same direction and at the same institutions I never obtained much better results.

    But I totally agree with your final conclusion that a theory on relativity in physics is needed requiring a preferred or privileged special reference frame in order to rationalize the experimental observed, real physical effects that we call relativistic physics.

    Nevertheless, I´d like to add that no new theory is needed at all, as the right one already exists, namely the one quite correctly and directly deduced, among others, by Larmor and Lorentz from Maxwell´s field equations, which are strict mathematical descriptions of real laws of nature. Of course, Lorentz-Poincaré´s Relativity Theory should be properly updated, substituing the abstract aether by the real, physical volume of cosmic space as a most natural preferred or privileged reference system, and generalizing it by means of Marcel Grossmann´s tensor algebra based coordinates transformation, which is the only actual rational element in Einstein´s General Relativity Theory.

    With respect to the argumental line of this rationalization procedure I suggest reading my following paper on the Rationalization of Relativity in Physics:

    http://ekkehard-friebe.de/blog/herbert-sommer-die-rationalisierung-der-relativitat-in-der-physik/

    In this paper I unquestionably prove that it is absolutely imposible for two relative moving systems to obtain the same result in measuring the relative velocity of light if their respective measuring rods are equally long and their respective clocks read the same in any place and at any time. In other words, if experimentally both of them obtain the same result, then either their respective rods are not equally long, or their respective clocks don´t run equally fast, or both rods and clocks are really different or behave in a different way in both systems.

    The example following this demonstration in my paper proves that the latter case is the right conclusion and that it is not the equal and symmetric relative velocity of both systems but rather their different, asymmetric absolute velocities with respect to space the evident cause of the also asymmetric, real and material differences in their homologous measuring devices (clocks and measuring rods).

    So, it is also quite clear that the ridiculous explanation of Lorentz´s local time, literally copied by Einstein from Poincaré, about the absurd and faulty synchronization of clocks by inexpert observers, and his arbitrary definition of such an illogical coordination as “synchronization by definition” are absolutely unacceptable as scientific arguments or even as arguments at all.

    Moreover, such a faulty synchronization doesn´t preserve relativity in any way, because without real alterations of lengths and rates, the clocks coordinated this way may anytime be put together and compared with each other, thus showing their real desynchronization and hence the real velocity of the considered reference system relative to light. And, what´s more, this artificial and exclusively kinematic interpretation will never be able to explain the real, dynamical relativistic phenomena actually observed, e.g. in astrophysics and in particle accelerators.

    Alltogheter, Einstein´s explanation of the galilean relativity principle generalized by Poincaré is an irrational and contradictory nonsense, and consequently all of his theory, today still claimed to be one of the greatest achievements of human mind, is scientifically unacceptable, with the exception of its mathematical part due to Lorentz.

    And now let´s consider the physical NPTD accumulation.

    In my opinion, the rational answer to your question is:

    The NPTD accumulation has nothing to do at all with accelerations or gravitational fields, as it only depends on the instantaneous absolute kinetic energy of each one of the clocks which determines their respective clock rates at any moment during the time interval between their separation and reunion.

    Consequently, in the general case, for any relative motion of separation and reunion of two clocks, the clock with the greater accumulation of slower rate due to its overall higher absolute kinetic energy along the round trip in space will be retarded in time compared with the other clock when they come again together..

    And why is it so? Well, because of the doubtlessly proved inertia of energy, the inertia of any oscilating system like, for instance, a clock, and hence also its rate, depend on its absolute energy level. But its absolute kinetic energy is not linearly proportional to its absolute velocity. and so, the energy gain due to a velocity increase from v to v+dv is always greater than the energy loss corresponding to en equal decrease of velocity from v to v-dv.

    In consequence, equal and opposite variations around an absolute mean velocity, that finally must always cancel out each other in a round trip, don´t yield equal mutually cancelling variations in the absolute kinetic energy, so that finally a net positive energy difference, and consequently also a net accumulated negative rate difference between both clocks, always remain after their reunion, except in the case of exactly symmetric absolute motion of both clocks relative to space.

    In this particular case, both clocks are equally retarded and read the same after comming again together.So, if two twins fly in their space ships at the same time away from the earth and come back again also at the same time, then both will have aged equally during their round trip and will have the same age after rejoining each other.

    In order to illustrate the above argument let´s view the following particular cases, which are easier to analize than the general case:

    1. Clocks A and B are initially at absolute rest close together in the same place of space. Then B moves away from A and comes back to it again. As, in the meantime, only B has travelled some distance in space, it´s it the only one that during this time has owned some amount of absolute kinetic energy and hence it´s it the only one that experiences an accumulated slower rate and a consequent retardation in both the outward and the return trip. After the round trip, B stays retarded with respect to A.

    2. Clocks A and B are initially travelling close together, at the same absolute, rectilinear and constant velocity, trough space. Then B moves sidewards away from A leaving the rectilinear common trajectory. When it comes back to A, it must have travelled in the meantime a longer trajectory in space than the uniform rectilinear moving A. But, a longer trajectory travelled in space in the same absolute time means always a greater absolute velocity and kinetic energy of B as compared with A and hence a greater accumulated retardation in proper time. Thus, after the round trip, B stays retarded with respect to A.

    3. Initially the same es case 2. But now, B doesn´t move away from A leaving their common rectilinear trajectory. Instead of it, B moves away from A following the same trajectory, but increasing or decreasing now its absolute velocity in space and hence its velocity relative to A. As already explained above, for B to separate and come back to A it is necessary that any variation in the mean velocity must be cancelled out by an equal and opposite variation. But equal deviations of velocity from the mean value are not equal in kinetic energy, so that there will always remain a positive difference in energy and hence a negative difference in the clock rates of A and B. After the round trip, B stays retarded with respect to A.

    We see that only the absolute velocity determines the clock rate, and that always the clock that changes its absolute velocity with respectt to space will be retarded when it rejoins the clock that hasn´t altered it.

    And we also see that the Lorentz´s privileged frame theory can rationally answer what Einstein´s theory cannot explain in any way.

    In 1979 I wrote a book published by Editorial Herder S.A. in Barcelona (Spain) under the title “Relatividad sin Enigmas” (Nonenigmatic Relativity) where I deduced both conceptually and mathematically the above rational argument in detail.

    I´d be very glad to give you more details on this subject and much obliged if you´d be willing to let me know your opinion on this message

    Yours sincerely
    Herbert Sommer

    Deutsche Teilübersetzung:

    Die Aufhäufung der Uhrenverlangsamung hat überhaupt nichts mit Beschleunigungen oder Gravitationsfelder zu tun, da sie nur von der augenblicklichen, absoluten, kinetischen Energie der einzelnen Uhren abhängt, die deren jeweiligen Gangfrequenzen in jedem Augenblick des Zeitintervalls zwischen ihrer Trennung und Wiedervereinigung bestimmt.

    Folglich, wird allgemein, bei jeder relativen Bewegung der Trennung und Wiedervereinigung zweier Uhren, die Uhr mit der grössten Aufhäufung langsameren Ganges wegen höherer, gesamter, absoluter kinetischen Energie während der Rundreise im Raum, diejenige sein, die gegenüber der anderen Uhr nachgeht, wenn beide wieder zusammenkommen.

    Und warum geschieht es so? Nun, aufgrund der zweifellos nachgewiesenen Trägheit der Energie, hängt die Trägheit jedes schwingenden Systems, wie z.B. einer Uhr, und somit auch ihre Frequenz, von ihrem absoluten Energieinhalt. Ihre absolute, kinetische Energie ist jedoch nicht geradlinig proportional zu ihrer absoluten Geschwindigkeit, sodass der Energiegewinn durch eine Geschwindigkeitserhöhung von v auf v+dv stets grösser ist als der entsprechende Energieverlust bei einer gleichgrossen Geschwindigkeitserniedrigung von v auf v-dv.

    Infolgedessen, gleichgrosse und entgegengesetzte Abweichungen der absoluten, mittleren Geschwindigkeit, die sich bei einer Rundreise schliesslich immer gegenseitig aufheben müssen, ergeben niemals gleiche, gegenseitig ausgleichende Abweichungen der absoluten kinetischen Energie, sodass am Ende immer eine positive Energiedifferenz und eine entsprechende negative, aufgehäufte Gangdifferenz unter beiden Uhren nach deren Wiedervereinigung übrigbleibt, ausser in dem Fall einer genau symmetrischen absoluten Bewegung beider Uhren in Bezug auf den Raum.

    In diesem Einzelfall bleiben beide Uhren gleich verlangsamt und zeigen die gleiche Zeit an, wenn sie wieder zusammenkommen. Ebenso altern auch zwei Zwillinge gleich schnell und sind nach ihrer Rückkehr gleich alt, wenn sie in ihren Raumschiffen von der Erde gleichzeitig abfliegen und auch gleichzeitig wieder landen.

    Zur besseren Vorstellung der obigen Aussagen wollen wir die folgenden Einzelfälle betrachten, die leichter als der allgemeine Fall zu untersuchen sind:

    1. Beide Uhren A und B ruhen anfänglich zusammen im gleichen absoluten Ort im Raum. Irgendwann entfernt sich dann B von A und kehrt nachträglich zurück zu A. Da in der Zwischenzeit nur B einen gewissen Weg im Raum zurückgelegt hat, hat nur sie in dieser Zeit eine gewisse Bewegungsenergie gehabt, und nur sie erfährt dadurch eine aufgehäufte Verlangsamung ihres Ganges und entsprechend auch ihrer Eigenzeit, sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückreise. Nach der Rundreise geht also B nach, im Vergleich zu A.

    2. Beide Uhren A und B bewegen sich anfänglich zusammen mit gleicher, gleichförmiger und geradliniger, absoluter Geschwindigkeit längs einer gemeinsamen Bahn im Raum. Nun trennt sich B seitwärts von A und verlässt dadurch ihre gemeinsame, geradlinige Bahn. Wenn B wieder zu A zurückkehrt, muss sie dadurch in der Zwischenzeit einen längeren Weg im Raum als die gleichförmig, geradlinig bewegte Uhr A zurückgelegt haben. Ein längerer, in der gleichen absoluten Zeit zurückgelegter, absoluter Weg im Raum bedeutet jedoch immer auch eine höhere absolute Geschwindigkeit und kinetische Energie von B gegenüber A, und infolgedessen auch eine grössere aufgehäufte Verlangsamung in der Eigenzeit. Nach der Rundreise geht also B immer nach, im Vergleich zu A.

    3. Anfänglich, gleich wie beim Beispiel 2. Aber nun entfernt sich B von A, ohne die gemeinsame geradlinige Bahn zu verlassen. Dazu muss B ihre absolute Geschwindigkeit in Bezug zum Raum und somit auch ihre Relativgeschwindigkeit zu A erhöhen bzw. erniedrigen. Wie bereits erklärt, muss jedoch zur Trennung und Wiedervereinigung von A und B unbedingt jede Abweichung der absoluten mittleren Geschwindigkeit durch eine gleichgrosse, entgegengesetzte Abweichung ausgeglichen werden. Den gleichen, entgegengesetzten Abweichungen der Geschwindigkeit vom Mittelwert entsprechen aber nicht gleiche Änderungen der kinetischen Energie

    Wir sehen also, dass nur die absolute Geschwindigkeit den Uhrengang bestimmt und, dass immer die Uhr, die ihre absolute Geschwindigkeit in Bezug auf den Raum ändert, nach der Wiedervereinigung mit der Uhr, die keine Geschwindigkeitsänderung erfahren hat, nachgeht

    Und weiterhin sehen wir auch, wie die Lorentz-Theorie eines ausgezeichneten Bezugsystems die Frage rational aufklären kann, die die Einstein-Theorie in keiner Weise zu erklären vermag.

    Im Jahre 1979 verfasste ich ein vom Verlag Editorial Herder S.A. in Barcelona unter dem Titel “Relatividad sin Enigmas” (Rätsellose Relativität) herausgegebenes Buch, wo ich begrifflich und mathematisch das obige rationale Argument eingehend behandelte.

  15. Peter Rösch

    Das Zwillingsszenario konsequent durchdacht ist nichts anderes als ein Selbstwiderspruch der Relativitätstheorie („innerer Widerspruch“). Sie ist aus diesem Grund aus der Physik zu eliminieren. – Man braucht auch nicht nach Erfahrungswidersprüchen („äußerer Widerspruch“) zu suchen, und auch längere textliche Ausführungen, oder gar neue Theorieansätze zur „Klärung“ sind völlig überflüssig.

  16. Joachim Blechle

    Hallo Herr Sommer,
    ich will mal meine Auffassung dagegenstellen, zumal mich das animiert es zu tun, wenn jemand etwas behauptet und sich dabei auf mathematische Ableitungen bezieht.
    Sie schreiben: “Wir sehen also, dass nur die absolute Geschwindigkeit den Uhrengang bestimmt.“
    Bezogen auf die absolute Geschwindigkeit haben wir die gleiche Auffassung, wenn es sich um eine Atomuhr handelt, nicht aber, wie man die absolute Geschwindigkeit definiert. Außerdem kann man nicht global Uhr sagen. Die Sonnenuhr ist hier bei dem Zwillingsparadoxon überhaupt nicht zu gebrauchen und die Kuckucksuhr mit Pendel geht mal schneller, mal langsamer und mal überhaupt nicht (s. Beitrag 10).
    Ich möchte mal einen Satz voranstellen, der da lautet: Auf das „Delta“ kommt es an!
    1. Am Anfang befanden sich die Atomuhren (A 1 und A 2) nebeneinander. (Der Test ergab, dass die Atomuhren nebeneinander synchron gehen.) Damit sich die Atomuhr (A2) entfernen konnte, musste sie (mit dem Raumschiff – wie auch immer) linear beschleunigt werden. Die Ganggeschwindigkeit der Atomuhr (A 2) reduziert sich entsprechend der durch die Beschleunigung erreichten Geschwindigkeit.
    Frage: Was passiert eigentlich bei der linearen Beschleunigung? Antwort: Es ändert sich der Energiezustand des beschleunigten Körpers:
    Wir nehmen hier wieder mal eine Anleihe bei der SRT und formulieren folgende Grundsatzaussage: Ein makroskopischer Körper befindet sich in Ruhe, wenn sein Energiegehalt genau E=mc2 beträgt. Umgekehrt befindet sich ein makroskopischer Körper bezogen auf sich selbst nur dann in Bewegung (bezieht sich auf seinen Energiegehalt) wenn dieser beschleunigt wurde.
    Aus der Gleichung E=mc2 ergibt sich in Verbindung mit dem funktional richtiggestellten Gleichungssystem der Zeitdilatation folgende Gleichung als „mathematische Hilfskonstruktion“:
    E= ma2 + mb2 =mc2 = konstant.
    Um das zu verständlichen einige Aussagen:
    – Der makroskopische Körper existiert als Summe seiner Atome.
    – Das Atom existiert in der Summe seine Quanten, die sich im Atom in einer c-adäquaten Geschwindigkeit bewegen (wie auch immer).
    – Masse ist Gesamtmenge der Quanten in den Atomen des makroskopischen Körpers mit einer c-adäquaten Geschwindigkeit.
    – Trägheit ist das Ergebnis der Änderung des Energiezustandes des makroskopischen Körpers (mc2) durch die Verringerung der inneren Energie der Quanten(Bewegungsenergie) durch die Beschleunigung auf die Geschwindigkeit v in der Größe mv2. (Grundsatzaussage der SRT: In einem bewegten Inertialsystem geht die Zeit langsamer ?transformiert in Existenz in der Bewegung).
    – ma2 ist die um mv2 verringerte Energie mc2. Damit der Zusammenhang mit der Gleichung a2 + b2 = c2 klar wird (Pythagoras), wurde in der Gleichung für mv2 hier mb2 geschrieben.
    – Die Atomuhr zeigt einen adäquaten Wert der Quantenbewegung im Atom an.

    2. In der der Dauer der unbeeinflussten Bewegung von A 2 weg von A 1 summiert sich der Gangunterschied von A 1 und A2.
    3. Um die Bewegung von A 2 weg von A 1 zu beenden, erfolgt wiederum eine Beschleunigung, allerding in der Gegenrichtung. Wenn sich A 2 nicht weiter von A 1 entfernt, haben beide Uhren wieder die gleiche Ganggeschwindigkeit (mb2?0).
    4. Damit A 2 wieder zu A 1 zurückgeführt wird, erfolgt eine weitere Beschleunigung in Richtung A 1 in deren Folge A 2 wiederum langsamer geht, wie A1.
    5. In der der Dauer der unbeeinflussten Bewegung von A 2 hin zu A 1 summiert sich wiederum der Gangunterschied von A 1 und A2.
    6. Um A2 zu A 1 zu befördern, erfolgt wieder eine Beschleunigung in Gegenrichtung. Die Atomuhren A 1 und A 2 gehen dann wieder gleich schnell, wenn sie wieder nebeneinander stehen. Der sich angehäufte Gangunterschied bleibt.
    7. Der Rest bleibt schauen, messen, vergleichen und rechnen.
    8 Es kann hier offen bleiben, welche Geschwindigkeit die Erde in Bezug auf das Verhältnis von ma2 zu mb2 hat.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Blechle

  17. Herbert Sommer

    Lieber Herr Lange:

    Ich bin mit Ihnen darüber einig, dass es kein zu lösendes Zwillingsparadoxon überhaupt gibt, denn bei Einstein handelt es sich nicht um ein Paradoxon, sondern klar und einfach um ein unverzeihlicher Widerspruch zu seinem Hauptargument, dass nur relative Bewegungen physikalische Bedeutung besitzen, und dass durch seine absolut willkürliche Definition der Uhrenkoordination als gleichzeitige Synchronisierung die Lorentz-Transformation nur scheinbare, unmöglich gegenseitige, symmetrische Beziehungen zwischen relativ bewegten Messeinrichtungen beschreibt, ohne dass letztere irgendwelche physikalische Änderungen überhaupt erfahren.

    So unwahrscheinlich es aber klingen mag, hat Einstein offensichtlich niemals die physikalische Relativität richtig verstanden. Er hat nur den Wortlaut von Poincarés Aussagen nachgesagt, ohne seinen wahren Sinn zu begreifen.

    Das Relativitätsprinzip von Poincaré, als auch das von Galileo Galilei, besagt nämlich nicht, dass es keine absoluten Bewegungen gibt, sondern dass in der Natur sich alles so abspielt, dass diese tatsächlich existierenden Bewegungen relativ zum Raum nicht direkt messbar sind, und zwar wegen der genau kompensierenden Änderungen, die die eingesetzten Messgeräte bei ihren absoluten Geschwindigkeitsänderungen erfahren. Das hat Poincaré 1904, ein Jahr vor Einsteins Veröffentlichung, bei seiner Anrede in St.Louis ganz klar als erfolgreiche Lorentzsche Relativitätstheorie zur Erklärung der letzten, erstaunlichen Forschungsergebnisse bezeichnet.

    Einstein erhielt zweifellos davon Nachricht und glaubte eine bessere Interpretation darüber geben zu können, die die für ihn unerklärlichen, physikalischen Änderungen absolut bewegter Körper vermeidete. Dabei übersah er jedoch die unvermeidlichen Widersprüche, die dadurch entstehen, und dass Lorentz, viel früher als er schon darauf hingewiesen hatte, dass die von ihm abgeleitete Koordinaten-Transformation, nicht nur die wirkliche, asymetrische Veränderung der bewegten Messgeräte, sondern zusätzlich auch die dadurch entstehenden, symmetrischen und nur scheinbaren Veränderungen beschreibt, die Lorentz als korrespondierende Zustände bezeichnete, und die von Einstein irrtümlich als einzige Erscheinung der relativen Bewegung falsch aufgefasst wurde.

    Einsteins Relativitätstheorie stellt also eigentlich nur die unvollständige Hälfte der kompletten Relativitätstheorie von Lorentz, da sie nur die scheinbaren, aber nicht die sie verursachenden wahren Veränderungen der Uhren und Massstäbe beschreibt und begründet. Ausserdem ist dabei die von Poincaré wortwörtlich plagiierte Interpretation der Lorentzschen Ortszeit falsch, als absolut willkürliche Gleichzeitigketsdefinition unannehmbar und wahrhaftig lächerlich.

    Herr Lange, ich muss Sie leider enttäuschen, denn nicht ich, sondern Sie irren sich wie Einstein in Ihrem, nach meiner Meinung, falsch begründeten und garantiert aussichtslosen Widerstreben gegen die weltweit nachgewiesenen, physikalisch wahren Änderungen bewegter Uhren und Massstäben (erdumlaufende Atomuhren und Interferometer). Die Verneinung der Wirklichkeit führt immer zu vernunftwidrigen Vorstellungen.

    Die Maxwell-Gleichungen stellen die einwandfrei richtige mathematische Beschreibung dar von Kraftquellen als Divergenz ihrer skalaren Kraftfelder, und des gesamten Kraftfeldes als Gradient des Energie- und Impuls-Tetrapotentials. Diese vier Potentiale (ein skalares und drei vektorielle) werden mathematisch durch retardierte Integrale berechnet (Lienard-Wiechert), die klar darauf hindeuten, dass die Energie Trägheit, also Masse, besitzt und sich dadurch auch stets mit einer gewissen Verzögerung umwandelt und fortpflanzt.

    Diese Trägheit (Masse) der Energie bewirkt, dass die Masse absolut (wirklich) bewegter Körper mit ihrer wahren Bewegungsenergie hyperbolisch bis zur asymptotisch grösstmöglichen Geschwindigkeit c zunimmt. Dieselbe Trägheit der Energie bedingt auch die Längskontraktion und Frequenzabnahme aller aus gegenseitig kompensierten Kraftquellen zusammengesetzten Systeme, also sämtlicher physikalischen Körper, darunter selbstverständlich auch Uhren und Massstäbe.

    Minkowski war schuldig eine rein förmliche, geometrische Analogie unvereinbarer Grössen wie Raum- und Zeitabstandsmessungen, mystisch und ohne Ahnung ihrer wahren, physikalischen Bedeutung, als wirkliche Beschreibung der Weltstruktur aufgefasst zu haben. Bei der Physik geht es um beobachtete Erscheinungen und ihre Rationalisierung. Die Mathematik ist dabei ein sehr wertvolles Werkzeug zur quantitativen Beschreibung der beobachteten Grössen, sonst aber nichts anderes als ein Hilfsmittel und nicht die konzeptuelle Erklärung der Erscheinung.

    Die Lorentz-Transformation ist natürlich nicht vom Licht abhängig, sondern nur vom ungleichen Verhalten relativ bewegter Messgeräte, die trotz ihrer relativen Geschwindigkeit den unmöglich gleichen Wert für ihre jeweilige Geschwindigkeit relativ zu einem dritten Objekt, in diesem Fall dem Licht, messen.

    Die Lorentz-Transformation ist mathematisch zweifellos richtig, weil sie die einzige Möglichkeit ausdrückt, dass relativbewegte Messinstrumente den gleichen Geschwindigkeitswert relativ zu einem dritten Objekt, wie z.B. dem Licht, erhalten. Das ist offensichtlich nur dann möglich, wenn die gleichnamigen Messinstrumente physikalisch doch nicht gleich sind, oder sich nicht gleich verhalten, und dadurch auch nicht gleich messen. Und die Lorentz-Transformation gibt genau diese Ungleichheit quantitativ an. Die Transformation ist also absolut richtig und vernünftig.

    Und was Sie bezweifelnd von ihr erwarten, tut sie auch. Sie ist sowohl im Elektromagnetismus, als auch in der Mechanik und in der Akkustik gültig (siehe Handbook of Physics- Condon and Odishaw, McGraw-Hill). Die retardierten Kirchhoff-Gleichungen für bewegte Schallquellen sind in allem identisch gleich wie die entsprechenden Lorentz-Transformationsgleichungen und das Druckfeld erfährt dabei genau die gleiche Lorentzkontraktion wie das elektrische Feld einer bewegten Ladung.

    Ich empfehle Ihnen nochmals die Lektüre meines gemeinverständlichen Beitrags
    .
    http://ekkehard-friebe.de/blog/herbert-sommer-die-rationalisierung-der-relativitat-in-der-physik/

    und grüsse Sie freundschaftlich

    Herbert Sommer

  18. Wolfgang Lange

    Lieber Herr Sommer,

    das Problem bei der speziellen Lorentz-Transformation ist doch die Singularität im Nenner, also die Null in der Wurzel bei v=c. Den Überschalldurchbruch haben Sie sicher schon gehört. Ein Äquivalent in der SRT gibt es nicht. Tscherenkow hat ca. 1935 einen ähnlichen elektromechanischen Machschen Effekt gemessen. Kein Pilot hat bei dem Durchbruch der Schallmauer jemals eine unendlich große Masse angenommen. Die elektromagnetische Wellengleichung enthält keine Masse. Allein die Rückkopplungen in den Maxwellschen Gleichungen führen schon mathematisch zur retadierten Ausbreitung. Einsteinsche (Sternenstaub)-Uhren braucht man in einer guten Theorie nicht. Warum gibt es nach einhundert Jahren immernoch die beiden Antipoden Klassik und SRT???

    Ich hoffe, bald meine Berechnungen vorlegen zu können. Bis dahin bitte ich noch um Geduld. Leider fehlt mir ein mathematische Sparring-Partner.

    Mit freundlichen Grüßen!

    Wolfgang Lange

  19. Herbert Sommer

    Liebe Frau Lopez:

    Herzliche Grüsse! Bei Ihnen gefällt mir sehr, unter Anderem, Ihre unerschütterliche Treue zum logischen Denken. Sie glauben zwar (noch) nicht an die Bewegungsabhängigkeit der physikalischen Eigenschaften materieller Körper, aber das kann man aufgrund der geringen Anschaulichkeit der Energie- und Kräfteübertragung auf atomarer Ebene sehr gut verstehen.
    Bedeutende Physiker, wie Larmor und Dingle, glaubten anfänglich auch nicht daran, bis eines Tages gewisse Erkenntnisse und gründlichere Überlegungen sie anders umstimmte.

    Was aber immer dabei sein muss, ist das folgerichtige Denken. Und das ist bei Ihnen der Fall.

    Folgende, teilweise auch von Ihnen ausdrücklich oder indirekt wiederholte Argumente scheinen mir unwiderlegbar:

    a.) Wenn, nach Einstein, aufgrund einer willkürlichen Koordinierung von Uhren, die gegenseitig auschliessende Beurteilung zweier relativ bewegter Systeme nur scheinbar ist, – und sie kann nur scheinbar sein-, dann beschreibt seine Theorie keine physikalische Wirklichkeit, sondern lediglich ein messtechnisches Spiel, und sie ist als physikalische Theorie absolut wertlos und irrelevant.

    b.) Wenn die scheinbare Veränderung der Messgeräte in Frequenz und Länge etwa auf eine physikalische Wirkung der Relativgeschwindigkeit zurückzuführen sein sollte, dann kann eine hin- und herbewegte Uhr nicht gegenüber der nicht bewegten nachgehen, weil die relative Bewegung für beide Uhren genau die gleiche ist und keine von ihnen einseitig bevorzugt sein darf. Da aber, nach Einstein, eine solche physikalische Asymmetrie doch auftreten soll, so widerspricht seine Theorie sich selbst und erweist sich damit als falsch.

    c.) Wenn man aber, immer nach Einstein, doch unterscheiden kann, welche der beiden Uhren bewegt worden ist und welche nicht, sodass man vorhersagen kann welche nachgehen wird, dann gibt es nicht nur relative, sondern auch absolute Bewegungen, deren Differenz gerade die relative Geschwindigkeit ist, und die Theorie ist schon in ihrer Voraussetzung grundfalsch.

    d.) Wenn, nach Einstein, bei jedem der relativbewegten Systeme, Raum und Zeit verschieden sind, und beide Systeme Raum und Zeit mit Messgeräten bestimmen, dann müssen die jeweiligen Messgeräte dieselben Raum- und Zeitintervalle ungleich messen und daher auch selbst physikalisch ungleich sein, womit wieder eine ungleiche absolute Geschwindigkeit beider Systeme zugegeben wird und das Hauptargument der Einstein-Theorie sich somit wieder als falsch erweist.

    Die Schwäche, Falschheit oder Belanglosigkeit der SRT von Einstein liegt auf der Hand. Ich möchte deshalb dazu sagen, dass andererseits die SRT von Lorentz alle bisher beobachteten physikalischen Erscheinungen, die wir als relativistisch bezeichnen, theoretisch, mathematisch, vernünftig und widerspruchsfrei begründet und erklärt, weshalb sie als eine plausible, richtige Theorie zu betrachten ist, wenn die experimentell beobachteten Tatsachen wirklich stimmen und durch die Erfahrung überzeugend bestätigt werden.

    Da letzteres ohne Zweifel der Fall ist (über zwanzigfachen Massenzuwachs und Verlängerung der mittleren Lebensdauer von in Speicherringen hochbeschleunigten Teilchen, sowie das nicht anders als durch materieller Längenkontraktion zu erklärende Versagen der höchstpräzisen Interferometer), so erweist sich unwiderlegbar die Relativitätstheorie von Lorentz als die einzig richtige.

    Diese Behauptung wird auch dadurch bestätigt, dass während die Theorie von Einstein in allen Schulen und Universitäten scheinheilig als die richtige gelehrt wird, in den Forschungslabors und bei der Hochenergietechnik ausnahmslos die Theorie von Lorentz praktisch angewandt wird, weil nur sie der greifbaren Wirklichkeit der Messinstrumente und des Maschinenbaus voll entspricht.

    Herzliche Grüsse
    Herbert Sommer

  20. Herbert Sommer

    Lieber Herr Lange:

    Der Wert Null beim Nenner des Lorentz-Faktors ist meines Wissens keine Singularität, sondern im Gegenteil ein einseitiger Grenzwert, der stetig angestrebt wird, wenn v stetig gegen den Wert c strebt. Es gibt dabei keinen Sprung in der Funktion oder in seiner Ableitung beiderseits des Grenzwertes c.

    Dass dieser Nenner stetig gegen Null strebt, bewirkt, dass der ganze Faktor stetig gegen Unendlich strebt, wenn v sich asymptotisch dem Wert c nähert, was ja unbedingt geschehen muss, wenn die Energie Trägheit (Masse) als additive Eigenschaft besitzt, sodass bei unendlich zunehmender kinetischen Energie, die Beschleunigung dadurch gegen Null, und die Geschwindigkeit stetig gegen c strebt.

    Der Lorentz-Faktor beschreibt diesen Sachverhalt einwandfrei und sein Nenner ist physikalisch und mathematisch absolut richtig und logisch, wenn die Energie tatsächlich direkt proportional zu ihrer Masse, mit dem Proportionalitätsfaktor c hoch zwei, ist.

    Dass dies tatsächlich zutrifft, wird bei der zweiten Maxwell-Gleichung dadurch ausgedrückt, dass der vom Kraftfeld übertragene Impuls der bewegten Quelle gleich dem Produkt ihrer Geschwindigkeit mal der Potentialenergie durch das Quadrat von c. Also ist die Energie durch das Quadrat von c gleich der Masse dieses Impulses. Maxwell entdeckte die Equivalenz von Masse und Energie viel früher als Poincaré und, ganz zuletzt, schloss sich Einstein daran.

    Ist es aber nun tatsächlich so? Kann die Energie überhaupt Masse besitzen? Ja, und man kann sich auch davon leicht überzeugen, wenn man bedenkt, dass die Radiowellen die Elektronen einer Antenne in Bewegung setzen, und die Fotonen die Elektronen einer Metallschicht herausstossen können. Dazu muss die elektromagnetische Energie der Radiowellen und der Fotonen einen Impuls übertragen, und ein Impuls kann nur durch eine Masse übertragen werden, nämlich die Masse der impulsübertragenden Energie.

    Entgegen Ihrer Behauptung, enthält die Wellengleichung doch eine Masse. Das Quadrat von c in dieser Gleichung ist gleich E/m, Energie durch Masse. Bei den elastischen und akustischen Wellen ist das Quadrat ihrer Geschwindigkeit gleich Druck durch Dichte, also auch Energie durch Masse. Es stimmt sehr gut überein.

    Es zeigt sich also, dass mit Maxwell und Lorentz doch alles in bester Ordnung ist. Auch mit den Transformationsgleichungen von offensichtlich inkongruenten Messergebnissen, wie ich Ihnen in einem getrennt nachfolgenden Kommentar zu erläutern versuchen werde.

    Ein Überschalldurchbruch wie bei bewegten Druckquellen gibt es bei elektromagnetischen und fotonischen Quellen im Vakuum nicht, weil diese Quellen, aufgrund ihres kinetischen Massenzuwachses die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der durch sie verursachten Feldstörung nicht erreichen, und noch weniger, übertreffen können, während der vernachlässigbar geringe Trägheitszuwachs der Schallquellen sie doch im Ausbreitungsmedium schneller fortschreiten lässt als die in diesem Medium von ihnen erzeugten Wellen.

    Beim Tscherenkow-Effekt findet allerdings doch ein elektromagnetischer Wellendurchbruch statt, weil hier die Wellenausbreitung im dielektrischen Medium, wie z.B. Wasser, viel langsamer fortschreitet als im Vakuum und sogar langsamer als die sie verursachenden Elektronen. Die rascheren Elektronen können in einem Dielektrikum die langsamere Lichtwellenfront übereilen und wie beim Überschall durchbrechen. Hier gibt es auch Übereinstimmung mit der Akustik.

    Herr Lange, die Mathematik ist sehr interessant, aber nur ein Denkhilfsmittel, das bei der physikalischen Beschreibung der Wirklichkeit richtig angewandt werden muss. Und die Wirklichkeit wird nicht durch die Mathematik erkannt, sondern nur durch die nicht weniger interessante Physik.

    Übrigens, Einsteinsche Uhren gibt es garnicht, weil Einstein irrtümlich meinte, dass bei Bewegungsänderungen weder eine Uhr noch ein Massstab sich ändern können. Nach ihm und dem ebenfalls philosophisch träumenden Minkowski, ist das Ganze nur eine Angelegenheit der Ungleichheit von Raum und Zeit unter den relativbewegten Beobachter(!!!???)(Hat denn diese Behauptung überhaupt einen minimal vernünftigen Sinn? Und wenn ja, welchen?).

    Die wirklichen, Lorentz-Uhren ändern sich dagegen tatsächlich in Abhängigkeit ihrer absoluten Geschwindigkeit, wie zahlreiche und zuverlässige Experimente in der Wirklichkeit wiederholt bestätigt haben.

    Die in Ihrem Kommentar Nr.11 vom 1.Februar angegebene Zeitdifferenz ist die, die sich bei dem Hin-und Herlauf eines Lichtblitzes zwischen zwei Spiegeln ergibt, wenn die Spiegel sich im Raum absolut bewegen. Das dabei auftretende Quadrat des Lorentz-Faktors Gamma ist gerade dafür verantwortlich, dass der absolut bewegte Beobachter weder die Verlangsamung seiner Uhren noch die gleichzeitige Kürzung seiner Längsdimensionen feststellen kann und sich daher selbst in absoluter Ruhe relativ zum Raum glaubt. Und das ist eben was man in der Physik als Relativität bezeichnet und durch die Lorentz-Transformation auch absolut richtig und logisch erklären kann. Siehe hierzu meinen Beitrag

    http://ekkehard-friebe.de/blog/herbert-sommer-die-rationalisierung-der-relativitat-in-der-physik/

    Mein Kommentar ist inzwischen sehr lang geworden, weshalb ich hier Schluss machen muss und ich mich nun bis zum nächsten Kommentar mit freundlichen Grüssen verabschiede.

    Herbert Sommer

  21. Herbert Sommer

    Lieber Herr Lange:

    Ich bringe Ihnen heute eine kleine, mathematische Überraschung. Vor vielen Jahren ist mir einmal eingefallen, dass man die relativistische Geschwindigkeitsaddition unabhängig von der Lorentz-Transformation ableiten kann, wobei jedoch letztere insofern bestätigt wird, als sie zum gleichen Ergebnis führt.

    Wenn, bei der Messung der relativen Lichtgeschwindigkeit durch relativbewegte Beobachter, der Beobachter B den Wert c erhält, dann müsste logischerweise der in Bezug auf ihn schnellere Beobachter B´ den Wert c-v erhalten, aber in der Tat erhält dieser ebenfalls den gleichen Wert c. Er erhält also bei der Geschwindigkeitsmessung eines bewegten Objektes immer grössere Werte als die erwarteten. Das heisst, u´>u-v, also u´=u-v+w, wo w ein Korrekturwert darstellt.

    In Übereinstimmung mit der Erfahrung verschwindet aber dieser Korrekturwert für u´=0, u=0 und v=0. Es muss also w=k•u´•u•v sein. Da w auch eine Geschwindigkeit ist, muss der Faktor k gleich dem Kehrwerts des Quadrats einer gewissen Geschwindigkeit c sein, also k=1/c^2, damit die Gleichung dimensionsmässig richtig ist.

    Demnach ist w=(u´•u•v)/c^2 und daher u´=u-v+(u´•u•v)/c^2, also u´(1-u•v/c^2)=u-v, und
    schliesslich u´=(u-v)/(1-u•v/c^2), also die relativistische Geschwindigkeitsadditionsformel.

    Wenn die Geschwindigkeit des betrachteten Objekts den kritischen Wert c erreicht, dann wird u=c und, gemäss obiger Formel, auch u´=c , sodass beide Beobachter, trotz ihrer relativen Geschwindigkeit v, den gleichen Wert c für ihre Geschwindigkeit relativ zum selben Objekt erhalten, weil sie aufgrund ihrer bewegungsabhängig ungleichen Messgeräte auch ungleich messen. Die Ungleichheit der Messgeräte wird durch die Lorentz-Koordinatengleichungen ganz richtig ausgedrückt.

    Der Wert der kritischen Geschwindigkeit c wird durch die Trägheit, also Masse, der Energie bestimmt, beträgt rund 300.000 km/s, und wird von hochbeschleunigten Teilchen fast, und nur vom Licht voll erreicht.

    In einem nächsten Kommentar werde ich Ihnen zeigen, wie man die Masse der Energie, wie beim heutigen Beispiel, nur mit Grundschul-Mathematik berechnen kann.

    Mit freundlichen Grüssen
    Herbert Sommer

  22. Herbert Sommer

    Lieber Herr Lange:

    Wie ich Ihnen versprochen habe, zeige ich Ihnen hier eine mathematische Herleitung der Masse der Energie, die ich 1979 für mein Buch ¨Relativität ohne Rätsel” ausarbeitete.

    Die nachfolgende Berechnung ist in der experimentellen Beobachtung begründet, dass die elektromagnetischen Wellen und Energieteilchen, wie die Fotonen, auf die Elektronen einen messbaren Impuls übertragen können und daher auch selbst Masse besitzen müssen.

    Bekanntlich ist die Energie E = F.s = F.v.t = v.(F.t) , also Energie = v.Impuls.

    Und nun, wie ändert sich die Energie eines Körpers, wenn sein Impuls stetig zunimmt?

    dE = v.d(F.t) = v.d(m.v)

    Da aber dabei auch die Masse m zunimmt, weil nach Voraussetzung wir annehmen, dass die zugeführte Energie selbst Masse besitzt, so ergibt sich

    dE = v.(m.dv + v.dm) = m.v.dv + (v^2).dm = m.d(v^2)/2) + (v^2).dm

    Weil die Energie proportional zu ihrer Masse ist, setzen wir E = k.m ein, Bei Berücksichtigung, dass k dimensionsmässig gleich dem Quadrat einer gewissen Geschwindigkeit c sein muss, ist also E = (c^2).m, und dE = (c^2).dm. Durch einsetzen in obige Gleichung erhalten wir dann

    (c^2).dm = m.d(v^2)/2 + (v^2).dm

    (c^2 – v^2).dm/m = (1/2).d(v^2)

    und ln m = – (1/2).ln (c^2 – v^2) + ln Konst.

    = ln [Konst./ (c^2 – v^2)^(-1/2)].

    Es ist also: m = Konst./ (c^2 – v^2)^(-1/2)

    Für v = 0 ergibt sich Konst. = m0.c, wobei m0 die Masse bei v=0 ist.

    Und schliesslich: m = m0.[1 – (v^2)/(c^2)]^(-1/2),

    also, nichts weniger als die relativistische Massenzunahme!!

    Das bedeutet, Herr Lange, dass wir einfach durch die experimentell berechtigte Annahme der Masse als eine additive Eigenschaft der Energie, diese Masse, ohne Maxwell, Lorentz oder Einstein, und nur mit Hilfe der Schulphysik und -mathematik, leicht berechnen können. Ganz merkwürdig ist dabei, dass auch hier unbeabsichtigt der berühmte Lorentz-Faktor Gamma auftritt und damit die Maxwell-Lorentz-Theorie indirekt glänzend bestätigt wird.

    Und da die Zeitmessung mit der Schwingungsperiode von inneren Energieumwandlungen der bewegten Systeme verbunden ist, und sie damit von der Masse der schwingenden Energie abhängt, ergibt sich zwangsläufig die Abhängigkeit der Periode des zeitmessenden Systems (Uhr) von seiner Bewegungsenergie und allgemein von seinem gesamten Energieinhalt. Wegen ihrer zunehmendenTrägheit geht also, nach vorstehender Berechnung, eine bewegte Uhr oder irgend ein schwingendes Masse- oder Energiesystem umso langsamer je höher seine absolute kinetische Energie ist.

    Ich würde diese Erkenntnis also nicht für Quatsch halten und auch nicht die von den richtigen Maxwell-Gleichungen ganz richtig abgeleitete Lorentz-Längenkontrakion.

    Warum können Sie, Herr Lange, die Abstandsabnahme der Atome durch Abkühlung, und nicht durch die trägheitsverzögerte Kraftübertragung zwischen den Atomen eines absolut bewegten Körpers annehmen?. Was hindert Sie denn daran, zumal dieser Umstand nicht nur physikalisch sondern auch mathematisch durch Lorentz einwandfrei bewiesen worden ist?

    Ist diese wissenschaftlich unberechtigte Abneigung etwa religiös oder irgendwie ideologisch ?

    Mit freundlichen Grüssen
    Herbert Sommer

  23. Wolfgang Lange

    Lieber Herr Sommer,

    ich habe einige Tage nicht gelesen, weil es noch soviel Anderes gibt. Ich will mit Ihnen auch nicht groß streiten. Meine wesentlichen Argumente habe ich indirekt gefunden und in meiner Web-Seite wwlange.de versucht zu erläutern. Widerlegen Sie mir bitte, was ich zu Einsteins Fehlern geschrieben habe. Sie finden dort auch meine e-Mail-Adresse, und so könnten wir uns auf direktem Wege austauschen. Das hat auch den Vorteil, Formeln und Bilder leichter schreiben zu können.

    Zunächst einmal gehe ich nicht von dem Lichtpostulat aus, was nämlich niemand erklären kann. Zweitens sind Maxwells, Lorentz‘ und Einsteins Theorien Mathematik, genau wie bei Newton und den großen Mechanikern.

    Versuchen Sie doch mit einem Hammer soviel Wärme in einen Blechteller zu bekommen wie mit einem Mikrowellengerät, was ganz ohne bewegte Masse funktioniert. Das müsste ein richtiges Massentrommelfeuer ergeben. Wieviel Tonnen jagt denn ein großer Sender über die Antenne? Transportieren die Hochspannungsleitungen ganze Steinkohlengebirge? Ein Energieäquivalent ist noch keine Masse mal c^2.

    Übrigens bin ich der Meinung, dass Lorentz sich verrechnet hat. Der Umgang mit partiellen Differentialgleichungen ist problematisch, und ich meine, er hat sich an wenigstens einer Stelle vertan.

    Wieso können Photonen, die auch gleichzeitig Wellen sein können, im Wasser schneller sein? c=1/sqrt(epsilon*mue), und wenn die Wurzel größer wird, wird c kleiner. Nein, das klappt nicht.

    Mein wesentlichstes Argument ist die notwendige Gleichkeit zwischen klassischer Elektrodynamik und SRT. Die gibt es eben nicht.

    Ich freue mich auf Ihre erste e-Mail. Aber Zeit zum Luftholen brauchen wir dazwischen.

    Mit freundlichen Grüßen!

    Wolfgang Lange

  24. Herbert Sommer

    Lieber Herr Lange,

    auch ich will nicht mit Ihnen streiten, sondern nur meine Ansicht freundlich aussprechen. Ihrem Vorschlag gemäss, habe ich Ihre Web-Seite zu Einsteins Fehlern gelesen, und auch wunschgemäss lasse ich Ihnen meine Meinung darüber wissen.

    Ich habe dabei festgestellt, dass Sie dort denselben Fehler wie Einstein begehen, nämlich die Ablehnung der Wirklichkeit. Die unausweichliche Wirklichkeit zeigt uns im Versuch und in den streng logisch davon abgeleiteten Gesetzen, dass wirklich (nicht relativ) bewegte Körper ihre Masse, ihre Eigenperioden und ihre Länge in Bewegungsrichtung bei ihren Geschwindigkeitsänderungen auch entsprechend ändern. Sie wollen es aber nicht glauben.

    Diese heute bei hochbeschleunigten Teilchen, bei Atomuhren und Interferometern vielseitig und zweifelsfrei bestätigte Wirklichkeit wurde schon theoretisch durch Maxwell und Lorentz abgeleitet. Aber Einstein, und fast alle jungen Physiker, die sich damals hauptsächlich mit der Thermodynamik befassten, glaubten lieber an unfehlbare Prinzipien als an Feldtheorien und konnten die Gleichungen von Maxwell weder gut verstehen noch richtig interpretieren.

    Deshalb glaubte Einstein, die für ihn so schwer zu verstehende Wirklichkeit der materiellen Veränderungen bei bewegten Körpern, durch mathematische Tricks, wie die falsche Uhren-Synchronisierung und seine absolut willkürliche Gleichzeitigkeitsdefinition, wegzaubern zu können.

    Die Wirklichkeit ist aber unerbittlich hartnäckig und lässt sich nicht durch Matrizenrechnung, Normierungen, Varianzen, Invarianzen und Analogie-Diagramme wegzaubern. Sie setzt sich immer wieder durch mit Hilfe der zunehmend verfeinerten Forschungsmitteln.

    Das Postulat der Lichtausbreitung, das Einstein eigentlich von Lorentz übernahm und als Voraussetzung in seine Theorie einbaute, ist eine richtige, von de Sitter auch astronomisch bestätigte, Erfahrungstatsache der Physik. Bei Einstein stellt es aber insofern ein Fehler dar, als es ein klarer Widerspruch zu seiner Ablehnung eines bevorzugten Bezugsystems bedeutet.

    Sein Hauptfehler ist aber die Missachtung der wirklichen Änderungen wirklich bewegter Systeme und ihrer richtigen Begründung durch Maxwell und Lorentz. Dadurch bleibt seine Theorie unvollständig, und als Widerspruch kommt noch hinzu, dass er, bei der Trennung von zwei Uhren, ohne jede Begründung unterscheidet, welche dieser Uhren sich dabei wirklich bewegt und dadurch nachgeht, während seine Theorie nur Relativbewegungen anerkennt. Bei Lorentz entsteht in diesem Fall jedoch kein Widerspruch, weil seine Theorie, unter Beachtung der absoluten Bewegungen, so etwas gerade vorsieht und sogar verlangt.

    Herr Lange, bei Ihrem Standpunkt, halte ich für absolut wirklichkeitsfremd Ihre Vorstellung der Photonen als zurückprallende Tennisbälle. Das Licht breitet sich nämlich in seinem eigenen Medium nach allen Richtungen mit der gleichen Geschwindigkeit c aus, und deshalb ist seine Geschwindigkeit relativ zu einer materiellen, festen Strecke AB, die sich in diesem Medium mit der Geschwindigkeit v bewegt, gleich c-v in einer Richtung und c+v in der entgegengesetzten Richtung. Und, entgegen Ihrer Kritik, ist es auch ganz richtig so.

    Der Ausdruck c+v bedeutet dabei nicht, wie Sie kritisch meinen, dass das Photon nach der Reflexion in B seine Geschwindigkeit um v erhöht, sondern dass die bewegte Strecke AB sich gegen das rücklaufende Licht mit der Geschwindigkeit v bewegt und daher das Licht entlang von AB mit der Geschwindigkeit c+v relativ zu dieser Strecke zurückläuft.

    Dabei ist ausserdem zu beachten, dass die Impuls- und Energieänderungen, die das Photon bei der Reflexion am bewegten Spiegel erfährt, nicht, wie beim Tennisball, seine Geschwindigkeit c, sondern nur seine Frequenz f ändert, die seine Energie und Impuls als Wellengruppe ausdrückt.

    Das ist der Unterschied zwischen einem Tennisball und einem Photon, weshalb man auch nicht den Compton-Effekt mit dem Zusammenstoss von zwei Tennisbällen vergleichen darf. Und, übrigens, beim Compton-Zusammenstoss muss man die relativistischen Energie- und Impulsbeziehungen von Lorentz anwenden, um die Bewegungsrichtungen und –grössen der wechselwirkenden Teilchen, sowie die dabei auftretende Frequenzverminderung durch Energieverlust des Photons richtig berechnen zu können.

    Da haben wir wieder eine Bestätigung der bei Lorentz wirklichen, bewegungsabhängigen Veränderungen. Die dagegen scheinbare, symmetrische und gegenseitig ausschliessende Beurteilung der relativ bewegten Beobachter wird eben durch die wirklichen Veränderungen hervorgerufen, die die Messinstrumente aufgrund ihrer ungleichen, absoluten Bewegungen erfahren.

    Und nun, Herr Lange, muss ich Ihnen zusammenfassend leider mitteilen, dass nach meiner Meinung Ihre Vorstellungen, weder beim Ansatz noch beim Schluss, mit der physikalischen Wirklichkeit der materiellen Veränderungen absolut bewegter Objekte übereinstimmen.

    Ich hoffe, dass Sie mir diese Kritik nicht übel nehmen, da Sie selber mich ausdrücklich dazu aufgefordert haben, Ihre Äusserungen in der Arbeit über Einsteins Fehler zu widerlegen.

    Worüber ich aber ganz Ihrer Meinung bin, ist dass die klassiche Elektrodynamik und die SRT von Einstein nicht gleich sind. Dagegen besteht doch absolute Gleichheit zwischen der SRT von Lorentz und der klassischen Elektrodynamik, da die erstere aus der letzteren ganz direkt entstanden ist . Die klassische Maxwell-Lorentz-Elektrodynamik ist schon von Grund auf relativistisch in dem Sinne, dass sie alle die in der Physik als relativistisch bezeichneten Erscheinungen richtig voraussagt und physikalisch einwandfrei begründet.

    Einstein verzichtete, aus lauter Abscheu und Ungläubigkeit vor einer bewegungsbedingten, materiellen Kontraktion der Körper, auf diese dynamische Begründung und eignete sich als Erklärung dafür die von Poincaré angedeutete, offensichtlich ganz falsche Interpretation der Lorentzschen Ortszeit an. Das Ergebnis davon war die unvollständige, widersprüchliche, mystische und wirklichkeitsfremde SRT von Einstein, die noch heute irrtümlich als eine der grössten Errungenschaften des menschlichen Geistes betrachtet wird.

    Auf die anderen Argumente Ihres hier teilweise beantworteten Kommentars werde ich noch nachträglich zurückkommen.

    Mit freundlichen Grüssen
    Herbert Sommer

  25. Wolfgang Lange

    Lieber Herr Sommer,

    danke für Ihre Meinung und Kritik. Sie haben sicher gemerkt, dass mein Aufsatz schon eine Weile existiert. Inzwischen bin ich in meinen Forschungen, wenn ich diese so nennen darf, erheblich weiter gekommen. Wenn Sie Lorentz „Versuch …“ § 19 (Wikipedia) lesen, stoßen Sie auf ein Zitat. Einmal v+p (Galilei-Transformation) und das Andere muss man sich einmal als Matrix-Gleichung aufschreiben. Das ist genau die transponierte Galilei-Matrix. Das machte mir sehr lange zu schaffen. Seit Weihnachten weiß ich über die Ortszeit Bescheid. Es ist nämlich die Reisegleichung (s. Schmutzer Grundlagen der Theoretischen Physik) S. 460, auch im Internet. Dabei bewegt sich ein Punkt ohne Masse und Ladunge als Beobachter in einem Feld. Dieser Lorentz-Ansatz ist äußerst fragwürdig. Weiterhin kommt er dank eines Rechenfehlers zu 1-p²/V², wo eigentlich ein Plus hingehört. Dieses Plus habe ich bei meinen Überlegungen in Einsteins Fehler auf ganz andere Art gefunden. Wenn Sie bei Voigt den Wert in der Matrix an der Stelle 4,4 variabel gestalten, kommen Sie ebenfalls auf das Plus.

    Ich komme noch einmal auf meinen Vorschlag zurück. Es bringt wenig, sich gegenseitig die Argumente ungeordnet hin- und herzuschreiben. Warum nehmen Sie mein direktes Angebot nicht an. Ich würde Sie an meiner Analyse schrittweise teilhaben lassen, Lorentz Paragraph für Paragraph. Keine Angst, es sind nur etwa 8 – 10. Natürlich sind mathematische Kenntnisse notwendig, die ich bei Ihnen aber stillschweigend voraussetze. Verraten Sie mir Ihre e-Mail-Adress und kontaktieren Sie mich bitte direkt. Unausgegorene Ideen sind nichts für den Marktplatz. Es ist auch nicht ganz selbstlos, aber so kann man Fehler einkreisen.

    Ich habe mich den Fragestellungen von hinten genähert, versuche aber jetzt mit dem Schrifttum um 1900, vor allem Lorentz, hinter die Geheimnisse zu kommen.

    Ich glaube zunächst einmal keinem der Hochgeschwindigkeitsversuche sondern halte mich an Kepler und Newton, die gerechnet haben. Nehmen Sie z.B. meinen Beitrag zu Hubble. Es gibt ein konkretes Ergebnis, das zu erklären ist. Kann sein, kann nicht sein. Dann glaube ich an die klassische Elektrotechnik, aber nicht an die Lorentz-Transformation. Auch Voigt ist ein Thema für sich. Über alle diese Dinge können wir diskutieren, aber wie in der Schulstunde immer Eins nach dem Anderen. Manche sagen dazu auch Agenda.

    Die Impulsgeschichte lassen wir erst einmal außen vor. Auch Einstein brauchen wir nicht direkt. Lorentz allein ist schon ein Brocken für sich. Kann ich Sie gewinnen? Ich hoffe noch.

    Mit freundlichen Grüßen!

    Wolfgang Lange