Das Problem des absoluten Raumes und seine Beziehung zum allgemeinen Raumproblem

von Aloys Müller

Das Problem des absoluten Raumes und seine Beziehung
zum allgemeinen Raumproblem
Aloys Müller

Braunschweig: Vieweg, Braunschweig 1911
(Die Wissenschaft . 39, 2. Aufl. erschien unter dem Titel:
Die philosophischen Probleme der Einsteinschen Relativitätstheorie, 1922)
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Die Forschungsgruppe G.O. Mueller referiert stichwortartig in ihrer Dokumentation diese Arbeit von Aloys Müller:

Bereits 1909 verfaßt, nur wenige spätere Anmerkungen.

– Gegenstand ist der „absolute Raum“ (a.R.) u. seine Stellung zur Physik. Erörtert verschiedene Begriffe aus verschiedenen Standpunkten.

Schluß“ (S. 134-136): Der Begriff des absoluten Raums ist ohne nähere Bestimmungen nicht eindeutig, deshalb unbrauchbar; „die Physiker haben recht, wenn sie ihn als physikalisch wertlos ablehnen“. Andererseits aber ist der Begriff des absoluten Raums „ein von der Vollständigkeit und Widerspruchslosigkeit der Theorie der logischen Grundlagen der Physik gefordertes Postulat.“ Wenn man für den Raum „Unabhängigkeit von den Dingen“ und damit Selbständigkeit annimmt, kommt man zum „physikalischen absoluten Raum“. Dieser ist „die teils von philosophischen, teils von physikalischen, teils von ökonomischen Motiven geforderte hypothetische Grundlage des umfassendsten und  inheitlichsten physikalischen Weltbildes.“ Er besitzt lediglich „für die experimentelle Physik keine Bedeutung“.

 – Zur Auffassung Einsteins (S. 110-114): Vergleich der Theorien von Lorentz und Einstein. Teilt nicht die allgemeine Annahme, daß durch die formale Unabhängigkeit der Theorie Einsteins von den Begriffen des Äthers und des absoluten Raums „die Überflüssigkeit dieser Begriffe für … das physikalische Weltbild überhaupt dargetan sei.“ Die Einsteinsche Relativierung der Gleichzeitigkeit widerspricht „dem allen physikalischen Denken zugrunde liegenden Prinzip der konkreten Bestimmtheit“.

– S. 152-154: 124 Lit.-Angaben.  Aloys Müller (1911) gehört zusammen mit Otto Berg (1910) und Paul Bernays (Vortrag Juni 1911) zu den ersten deutschen Autoren, die die Grundlagen der Theorie entschieden bestreiten.

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