Petr Beckmann, Begründer und Herausgeber von Galilean Electrodynamics

von Petr Beckmann 

Das GOM-Projekt berichtet in seiner Dokumentation über die Gründung der kritischen Zeitschrift „Galilean Electrodynamics“ und referiert mehrere Arbeiten ihrer Begründer Petr Beckmann: 

1990 – Neue Zeitschrift in den USA: “Galilean electrodynamics”  

Der Begründer und langjährige Herausgeber Petr Beckmann, selbst ein bedeutender Kritiker der Relativitätstheorien, arbeitet mit vorzüglichen Grundsätzen: 

(1) keine bezahlten Anzeigen, um keine Abhängigkeiten zu schaffen;
(2) dafür bezahlt der Leser den vollen Aufwand einer sehr kleinen Zeitschrift;
(3) der Untertitel Experience, Reason, and Simplicity Above Authority schlägt den Autoritäts- und Zensur-Fachzeitschriften ins Gesicht, weshalb Mitglieder des akademischen Establishments dem Herausgeber Beckmann wiederholt versichert haben, daß sie sein Blatt nicht einmal lesen! Gut zu wissen: die Relativisten liefern die Beweise für ihren Boykott gern ganz ungeniert selbst.  

Thematisch kommen alle Physik-Dissidenten zu Wort, und entsprechend oft die Kritik der Relativistik. Favorisiert experimentelle und mathematisch begründete Arbeiten, und schließt rein erkenntnistheoretische und historische Untersuchungen weitgehend aus. Der witzige Titel “Galilean electrodynamics” unterstellt eine Elektrodynamik, die Galilei noch gar nicht kannte, die jedoch mit dem Relativitätsprinzip des Galilei auskommt und keiner Lorentz-Transformationen bedarf. 

Über die heutigen Herausgeber und auch den Autorenkreis der Zeitschrift bestehen enge persönliche Beziehungen zu der thematisch umfassender bestimmten Natural Philosophy Alliance (NPA), dem Treffpunkt für Dissidenten aus allen Fächern in den Naturwissenschaften der USA und Kanadas. Seit ihren Anfängen hat die Zeitschrift eine enge Zusammenarbeit mit den Physik-Dissidenten in Rußland aufgebaut, hat als erste berichtet über die einschlägigen regelmäßigen Dissidenten-Kongresse in St. Petersburg (von denen Leser der deutschsprachigen Presse wahrscheinlich noch nie gehört haben) und gibt zweimal jährlich Sonderhefte heraus, die vom “GED-East“-Editor in St. Petersburg redigiert werden. Die Zeitschrift ist nur im bezahlten Abonnement zu beziehen, unterhält jedoch eine Webseite mit frei zugänglichem Gesamtregister.
 

1987 – Petr Beckmann – Einstein plus two
Boulder, Colo.: Golem Pr. 1987. 212 S. Korrekturen von Ransford, G. D.: Correction to Petr Beckmann’s „Einstein plus two“.
In: Galilean electrodynamics. 12. 2001, Nr.1, S. 2.
 

When I run, I feel a wind; but not one that will make a windmill turn. – As long as an observer is at rest on the ground, it does not matter whether the velocity of the wind is referred to the observer or the windmill. A physicist who falsely assumes that the effectproducing velocity (that makes the windmill turn) is that with respect to the observer, but correctly applies the relativity principle, will expect the windmill to turn when he is running. The experimental evidence will contradict his expectation, and he can then either abandon his false premise, or he can so distort space and time that the observer’s motion produces two exactly equal and opposite forces on the windmill, keeping the mill motionless as observed. The Einstein theory, in effect, takes the latter road; but I believe the laws of physics, including the relativity principle, must hold regardless of any observer, who should do nothing but observe“ (Preface, S. 5). – „I am not so naive as to think that the first attempt to move the entire Einstein theory en bloc onto classical ground will turn out to be perfectly correct. 

What I do hope is that the approach will provide a stimulus for the return of physics from description to comprehension“ (S. 6). 

– Die Einsteinsche Theorie ist eine „domain of unreal acrobatics where the observer becomes more important than the nature he is supposed to observe, where space and time become toys in abstract mathematical formalisms“ (S. 6). – „Why, then, has the Einstein theory celebrated an uninterrupted series of brilliant successes for more than 80 years?“ (S. 5). 

– Entwickelt eigene Theorie mit folgendem Ziel: „As I will attempt to show, the velocity that makes the Maxwell-Lorentz electrodynamics valid is that of charges with respect to the local fields they traverse. That squares with the experimental evidence in electromagnetics and optics, and it leads to the derivation of two phenomena for which no explanation other than ad hoc postulates has hitherto been available: the quantization of electron orbits and in the realm of gravity, the Titius series“ (S. 5). 

Verbindet die Kritik mit der Ausarbeitung einer eigenen Lösung auf Grundlage der Klassischen Mechanik. 

   

1990 – Petr Beckmann – At the end of the first year: letter from the publisher
In: Galilean electrodynamics. 1. 1990, Nr. 6 (Nov.-Dez.), S. 70. 

Der Herausgeber und Verleger der Zeitschrift „Galilean electrodynamics“ zieht eine erfolgreiche Bilanz nach dem ersten Jahr: es liegen genügend hinreichend qualifizierte Beiträge vor, und man wird Kontakte zu „dissidents in other countries“ aufbauen: „This includes some high ranking scientists in the USSR, some of whom are now coming out in the open under glasnost – although, as in the West, prejudice still stands in the way where repression has gone. One Soviet scientist wrote us,In our country we are now free to criticize Marx, Engels and Lenin, but not Einstein.“ 

  

1990 – Petr Beckmann – Space-time Conference in Leningrad: call for papers / P. B.; Local Organizing Committee: P.F. Parshin.
In: Galilean electrodynamics. 1. 1990, Nr. 6 (Nov.-Dez.), S. 83. 

The Technical University of Leningrad, the Academy of Civil Aviation (also in Leningrad), and the Geographical Society of the Academy of Sciences of the USSR are sponsoring an International Conference „Problems of Space and Time in Natural Science“. 

– Geplante Themenkreise: (1) Koordinatensysteme und Zeit in Astrometrie, Himmelsmechanik, Mathematik, Physik, Astrophysik, Kosmologie, Geophysik, Geologie. (2) Kritische Analysen der Theorien des 20. Jh., experimentelle Nachweise, wissenschaftliche Ethik. 

  

1992 – Petr Beckmann – The equivalence principle
In: Galilean electrodynamics. 3. 1992, Nr. 3, S. 42. 

Redaktionelle Vorbemerkung des Herausgebers zum anschließenden Beitrag der Brüder McAlister (A mechanical test of the equivalence principle). 

– Die Autoren hatten ihr Experiment zur Bestätigung der Allgemeinen Relativitätstheorie geplant, das Ergebnis jedoch stellt die Theorie in Frage. Ihre Abhandlung wurde vor der Veröffentlichung eingehend geprüft: „The paper went from reviewer to reviewer, none of whom could find a mistake in it and sent it back like a hot potatoe, recommending that someone else review it, because nobody would believe that the principle could be false.“ 

– Die Stichhaltigkeit des Experiments, seiner Ergebnisse und seiner Interpretation wird mit der Veröffentlichung noch nicht behauptet, sondern dem Forum der Leser zu kritischen Stellungnahmen vorgelegt. Wenn niemand einen Fehler darin entdecken kann, dann müßte allerdings das Äquivalenzprinzip als ungültig betrachtet werden. – Begründet abschließend die Veröffentlichung mit der Generallinie der Zeitschrift: „This journal holds that theories rest on experiment, and not, as has become custom in orthodox physics, that any experiment must at all costs be interpreted by a preconceived theory“. 

– Der Schlußsatz des Herausgebers ist noch recht nett zur Physik-Branche: denn die Kosten („at all costs“) der orthodoxen Physik bestehen nicht nur in dem völlig legitimen Bestreben, experimentelle Ergebnisse möglichst weitgehend zugunsten ihrer Theorie zu interpretieren, sondern in übelster Verleugnung, Unterdrückung und Verleumdung aller existierenden gegenteiligen Arbeiten und ihrer Autoren zur Vermeidung jeglicher öffentlicher Diskussion und Kritik und damit der Abschaffung der Freiheit der Wissenschaft auf diesem Teilgebiet der Physik. 

 

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