Die Mathematik in der Physik

von Gothard Barth

Die Mathematik in der Physik
Gotthard Barth
In: Wissen im Werden, Wien. 2. 1958, Heft 1, S. 24-47.

Das GOM-Projekt referiert stichwortartig in seiner Dokumentation diese Arbeit von Gothard Barth:

– Die Lorentz-Transformation war eine rein mathematische – nicht physikalische – Lösung des Problems,  um „festzustellen, wie sich die übrigen beobachteten Größen,
nämlich Längen l und Zeiten t, verhalten können , wenn man die Größe c , die Lichtge-schwindigkeit, konstant hält. Weder Lorentz noch Larmor wagten es, diese mathematische Lösung als physikalische Möglichkeit vorzuschlagen. Denn durch die Konstantsetzung der Lichtgeschwindigkeit werden notwendig die Längen und (oder) die Zeiten zu Variablen.“ (S.30).

– Als Folge davon müßte eine bestimmte konkrete Entfernung oder Zeitdauer „unendlich viele verschiedene Größen [haben], je nach dem Bewegungszustand des Messenden“ (S. 30). Einstein behauptete eine bereits vorliegende mathematische Lösung als physikalische (S. 31).

– Die Verwechslung von Physik mit Mathematik hat schwerwiegende Folgen. Die Mathematik hat einen unbegrenzten Vorrat an Werten: positiven, negativen, imaginären; der Mensch stellt Gesetze auf und konstruiert danach. In der Physik dagegen haben die vom Menschen aufgestellten Gesetze keinen Einfluß auf das Wirken der Natur (!). Der Mensch kann hier nicht aus einer unendlich großen Mannigfaltigkeit von Werten frei auswählen, sondern muß die eine, in der Natur verwirklichte Möglichkeit erkennen und anerkennen.

– Die Erinnerung daran, daß in der Physik die vom Menschen aufgestellten Gesetze keinen Einfluß auf das Geschehen in der Natur haben, müßte für Relativisten Nachrichtenwert haben. Ihre angebliche Physik ist voll von „Forderungen“ an die Natur, die Dinge „müssen“ in einer von den Relativisten vorgeschriebenen Weise sich verhalten, in sogenannten „Gedankenexperimenten“ schreibt der Experimentator als Zeremonienmeister der Natur vor, welche Beobachtungs- und Meßergebnisse sie zu liefern hat, weshalb man auch noch nie gehört hat, daß ein Experiment dieser Art jemals mißlungen wäre. Es regiert der erkenntnistheoretische Größenwahn.

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Siehe auch vom Autor in diesem Blog:

Die relative Grenzgeschwindigkeit c
Das Ende der mathematischen Physik
Wurde die Welt betrogen?
Der gigantische Betrug mit Einstein

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