Die Kritik der Speziellen Relativitätstheorie von Umberto Bartocci

von Umberto Bartocci

Die Forschungsgruppe G.O. Mueller referiert in der Ergänzung des Kapitels 4 ihrer Dokumentation mehrere Arbeite von Umberto Bartocci:

1988 – Teoria della relatività ristretta ed ipotesi dell’etere: [datiert: April 1988] : WWW 1988. 29 S.
„Questo lavoro e‘ dedicato con stima e simpatia all’amico Roberto Monti, per il suo modo coraggioso e anticonformistadi fare scienza“ –
URL:
http://www.cartesio-episteme.net/trr.html

 

Entgegen den Behauptungen der Relativisten, experimentelle Befunde wie der Michelson-Morley-Versuch hätten die Nicht-Existenz eines Äthers bewiesen und zur Formulierung der Speziellen Relativitätstheorie gezwungen, beabsichtigt Bartocci,
(1) den Äther wieder auszugraben,
(2) das behauptete Negativ-Ergebnis des Michelson-Morley-Versuchs neu zu interpretieren,
(3) die jüngst von R. Monti gefundene Möglichkeit zur Bestimmung des Ätherwindes zu benutzen,
(4) den Unterschied zwischen der kinematischen und der elektromagnetischen Lichtgeschwindigkeit darzulegen und zu berechnen,
(5) den qualitativen Unterschied zwischen den Hypothesen von FitzGerald und von Lorentz herauszuarbeiten, und
(6) damit an die ersten Jahrzehnte des 20. Jh. anzuknüpfen, weil die seither gewachsene internationale Zustimmung zur Speziellen Relativitätstheorie diese Arbeiten hatte einschlafen lassen.

S. 4: „Il presente lavoro vuole da parte sua assai modestamente contribuire a tale opera di „disseppellimento“, e ad alimentare il „gioco dei possibili“, divulgando una „nuova“ interpretazione del risultato „negativo“ dell’esperienza di Michelson-Morley. Si sfrutteranno per realizzare questo intento la „vecchia“ ipotesi della possibilita‘ di un’effettiva alterazione subita dalle dimensioni dei corpi per effetto del loro movimento nell’etere, ed una recente osservazione del fisico bolognese Roberto Monti, secondo il quale sarebbe in effetti possibile di determinare per via sperimentale il famoso „vento d’etere“, o se si preferisce il coefficiente di aberrazione b , distinguendo opportunamente tra misure della velocita‘ cinematica e della velocita‘ elettro-magnetica della luce, conformemente a quanto si faceva nei primi decenni di questo secolo, e non si e‘ poi piu‘ fatto di fronte alla crescente adesione della comunita‘ scientifica internazionale all’impostazione relativistica. Oltre a sviluppare tali considerazioni in una forma alquanto riveduta rispetto a quella originale del Monti, ed a pervenire cosi‘ ad una diversa determinazione numerica del valore di b , con una stima del „vento d’etere“ che risultera‘ essere sorprendentemente vicina come ordine di grandezza a quelle recentemente ottenute a partire dall’anisotropia della radiazione di fondo, si precisera‘ qui anche come le ipotesi di FitzGerald e di Lorentz, benche‘ appartenenti allo stesso ordine di idee, debbano considerarsi in realta‘ ben distinte, sicche‘ dovrebbe parlarsi piu‘ propriamente di un’ipotesi della dilatazione di FitzGerald e di un’ipotesi della contrazione di Lorentz, anziche‘, come si fa oggi genericamente, dell‘ ipotesi della contrazione di Lorentz-FitzGerald.“

 

 

1999 – A quick poll of dissidents on ether and other views:
[Umfrage von McCarthy v. 20.10.99; Antwort von U. Bertocci; Auswertung der Umfrage von McCarthy] / Umberto Bartocci, Dennis McCarthy. – [Italien]:
WWW 1999. 8 S. URL:  
www.cartesio-episteme.net/poll.html

McCarthy hat einen Katalog von 13 Fragen formuliert und erbittet die Beantwortung von Physik-Dissidenten (S. 1-3).
– Bartocci beantwortet alle Fragen und bringt dabei seine Kritik der beiden RT zum Ausdruck (S. 3-6).
– McCarthy teilt das Ergebnis seiner Befragung mit: er selbst und 12 Andere haben die Fragen beantwortet (S. 6-8).
Die Fragen galten folgenden Themen: (1) Äther. (2) Lorentz-Kontraktion. (3) Welche Experimente kann die Relativitätstheorie am schwersten erklären. (4) Welches ist der intellektuell unbefriedigendste Aspekt (most distasteful aspect) der Relativitätstheorie oder der Quantentheorie. (5) Zeitdilatation. (6) Ursache der Gravitation. (7) Superluminare Geschwindigkeit. (8) Fernwirkung. (9) Wenn Ätherhypothese: welche Äther-Eigenschaften. (10) Wenn Ätherhypothese: stellt Äther einen Bezugsrahmen dar. – Fragen zu persönlichen Einstellungen: (11) Religiös, Agnostiker, Atheist. (12) Glaube an Evolution. (13) Politisch-wirtschaftliche Einstellung: Rechts, Mitte, Links.

Ergebnisse: Mehrheiten für den Äther, für superluminare Geschwindigkeiten, für Fernwirkung, gegen Lorentz-Kontration; größte Probleme bereiten Experimente, vor allem Sagnac; am unbefriedigendsten wurden Akausalität oder Zeitrelativität oder auch einfach „Alles“ gefunden. Persönlich ordneten sich die meisten als „Religiös“ und „Rechts“ und als Anhänger der Evolution

 

 

2000 – Un caso esemplare di „censura“ scientifica da parte dell’Accademia Nazionale dei Lincei di oggi…: [datiert, S. 23: Perugia, 28.9.2000]
[Italien]: WWW 2000. 23 S. URL:
www.cartesio-episteme.net/LINCPOL.htm

Berichtet eingehend über die Ablehnung seiner zur Veröffentlichung eingereichten Arbeit „Su una possibile falsificazione sperimentale della teoria della relatività ristretta“ durch die italienische „Accademia Nazionale dei Lincei“:
S. 1-3: Überblick und kurze Chronologie der Kommunikation.
S. 3-5: Bartocci an Corrado De Concini, den Direktor des Ausschusses für die Akademie-Veröffentlichungen, 3.9.99;
S. 5-7: Ablehnender Bescheid De Concinis, mit angefügter Stellungnahme des anonymen Gutachters, 23.11.99.
S. 7-16: Bartocci an De Concini, mit angefügter Gegendarstellung zum Gutachten, 3.1.2000;
S. 16-17: Bartocci an den Präsidenten Vesentini und De Concini, 15.5.2000;
S. 17-18: Gianna Benigni (Akademie) an Bartocci, Email v. 22.6.2000;
S. 18-21: De Concini an Bartocci, mit beigefügter zweiter Stellungnahme des ersten Gutachters, 20.9.2000;
S. 21-23: Bartocci an Vesentini und De Concini, 28.9.2000.

Die Ablehnung der Veröffentlichung, die Bartocci als Zensurmaßnahme betrachtet, beruht auf zwei Stellungnahmen desselben Gutachters; der Bitte Bartoccis um Heranziehung eines zweiten Gutachters wurde nicht entsprochen. Der Gutachter stützt seine Ablehnung auf folgende Argumente (1. Gutachten, S. 5-7):

1. Die theoretischen und experimentellen Beweise gegen die Existenz eines Äthers werden nicht beachtet; daher sind auch die Berechnungen fehlerhaft.

2. Die Behauptung, die TRR (teoria della relatività ristretta = Spezielle Relativitätstheorie) sei durch Experimente zu widerlegen, ist falsch; der Michelson-Morley-Versuch  hat die Spezielle Relativitätstheorie „total“ bestätigt; die Argumentation beruht auf der Wiedereinführung eines Äthers; die Begründung für dieses Argument ist falsch. Diese Annahme ist seit 100 Jahren widerlegt.

3. Mit dem Rückgriff auf den Äther sollen nicht nur die Relativitätstheorie, sondern auch die Quantenmechanik eliminiert werden.

4. Auch die Allgemeine Relativitätstheorie  soll erledigt werden, indem die gekrümmte Raum-Zeit als rein mathematische Konstruktion erklärt wird.

5. Die Maxwell-Elektrodynamik soll indeterminiert sein, d.h. physikalisch verschiedene Interpretationen zulassen. Im 2. Gutachten (S. 18-21) räumt der Gutachter zunächst einen Fehler in seinem ersten Gutachten ein; faßt den entscheidenden Grund für die Ablehnung zusammen:

6. S. 21: „Occorre infatti riconoscere che, sebbene queste analisi critiche possano essere molto importanti, in linea di principio, per varie ragioni ben raramente lo sono. La maggior parte di coloro che fanno queste ricerche sembrano infatti sostanzialmente motivati dal desiderio di presentare la comunità scientifica come una comunità acritica che segue ottusamente le teorie dominanti.“ Kritiker wie Bartocci wollen die „comunità scientifica“ als eine unkritische Gemeinschaft hinstellen, die nur die herrschenden Theorien gelten läßt. Diese Kritik hält der Gutachter für falsch und gefährlich, weil sie in der Welt der Laien Verunsicherungen auslösen (S. 21): „anzi talvolta aggiungono confusione nel mondo dei non esperti.“

Bartocci scheint sich in seinem Kampf gegen die „dominierenden Theorien“ mit Galileo in seinem Kampf mit der Kirche zu identifizieren und will alle Andersdenkenden zu einer Konversion „auf der Straße nach Damaskus“ bewegen (S. 21): „Ne‘ d’altronde merita iniziare una discussione piu‘ approfondita con chi ritiene di potersi identificare, nella sua „battaglia contro le teorie dominanti“, con Galileo in lotta con la chiesa e che vorrebbe, per tutti coloro che pensano differentemente, una conversione „sulla via di Damasco“.“

7. Der Gutachter erklärt das Thema Bartoccis für ein historisches, für das er, der Gutachter, nicht zuständig sei, weshalb die Frage einer Veröffentlichung von einem Physikhistoriker beurteilt werden solle (S. 21):  „poiche‘ tratta di un problema che i fisici nella loro stragrande maggioranza ritengono inesistente ed io con essi, il suo interesse, „if any“, deve essere valutato da uno storico della scienza o da un epistemologo, cosa che io non sono. Quindi, al di là delle mie convinzioni personali, poiche‘ il calcolo elementare ivi riportato e‘ corretto, ritengo di non essere la persona giusta per giudicare se esso merita o meno di essere pubblicato. Ritengo invece che uno storico della Scienza potrebbe pronunciarsi meglio su questo punto.“

_ Die Argumentationen des einzigen Gutachters enden mit dem Eingeständnis, daß die von Bartocci vorgebrachten Berechnungen doch korrekt sind, aber die Kritik der Mehrheitsauffassungen das Publikum verunsichern könnte, und schließlich sei eigentlich ein Wissenschaftshistoriker zuständig. Bartocci kommentiert diesen Verlauf als typische Abwehrstrategie des Physikestablishments gegen jegliche Kritik.

 

 

2000 – La dilatazione relativistica del tempo e il „paradosso dei gemelli“ [Beitrag 5]: going towards the end of the discussion about the twin paradox / Umberto Bartocci, Nick Percival. – [Italien]: WWW 2000. 41 S. URL: www.cartesio-episteme.net/twinend.html

Bartocci und Percival führen eine Diskussion per Email, gegliedert in 5 Dateien, aus dem Zeitraum Juli 1999 – Juni 2000. Die ersten 4 Dateien enthalten keine  Relativitätstheorie-Kritik:
1. www.cartesio-episteme.net/GEMVF.htm
2. www.cartesio-episteme.net/proposal.html
3. www.cartesio-episteme.net/percadd‘.html
4. www.cartesio-episteme.net/TWINFIN.html

Die 5. Datei enthält trotz des italienischen Titels (der vom 1. Beitrag stammt) Texte in englischer Sprache. – S. 1-14: Percival. – S. 15-16: Bartocci. – S. 16-18: Percival. – S. 18-41: Bartocci.

Bartocci verteidigt die Spezielle Relativitätstheorie auch in der Frage des Zwillingsparadoxon als eine mathematisch korrekte Theorie. Percival kritisiert die bisher in der Literatur gegebenen Begründungen für das Zustandekommen des behaupteten Zeitunterschieds (Jungbleiben des reisenden Zwillings). Während Bartocci die berühmte Frage von Herbert Dingle für erledigt erklärt, beklagt Percival, daß die wissenschaftlichen Diskussionen den entscheidenden Fragen (wie z. B. der von Dingle) ausweichen: (S. 3): „It would be more accurate to say that the debate has been an exercise in „talking at cross purposes“ with paradoxical issues never being addressed – as Chang in his extensive review also concluded. The problem is that each side puts down what they think is the right answer and since there are no mistakes in the math, each side remains convinced that they are correct and are amazed at how dense the other side is in not being able to follow their logic. The problem is that neither issues rised by Dingle are finessed rather than answered – the meat of the subject does not appear in the equations per se – the important points do not get put on paper and there are problems of ambiguous physics and semantics.“

Percival diskutiert eingehend, wie der behauptete unterschiedliche Zeitablauf für die Zwillinge zustandekommt und erklärt wird, und kritisiert die symmetrisch-reziproke Situation, die einen unterschiedlichen Zeitablauf nicht begründen kann: (S. 11): „Clearly, in general, when we study special relativistic phenomena, observed times are NOT accurate descriptions of how proper times are really accumulating. For example, when A and B are travelling at constant relative velocity, both observe the other’s clock to be running slow. Clearly, both sets of observations can not both be accurate descriptions of how proper time is accumulating on A’s clock versus B’s clock and vice versa.“ Bartocci, der grundsätzlich die SRT für mathematisch makellos hält, reagiert auf die beharrliche Frage Percivals nach der physikalischen Realität mit bemerkenswerten Zugeständnisse: physical reasons cannot be found; clocks just seem to go slower, sticks just seem to contract! Der volle Text lautet: (S. 23): „If you wish to investigate instead which are the possible „physical reasons“ to which the time dilation phenomenon is due, then an answer in my opinion CANNOT BE FOUND. Nobody in the world could tell you why clocks „go slower“ or „sticks“ contract in the „mathematical model“ of space-time built by people like Einstein, Minkowski, Hilbert, Weyl, Pauli, and many others … Moreover, this is a phenomenon which in some sense is not even „true“, it is not even a correct description of the relativistic conception of „space“ and „time“ (which we must not forget are relative, and not absolute). Clocks just SEEM to go slower, sticks just SEEM to contract, with respect to TWO different observers in the SAME inertial coordinate system – so one needs in all THREE observers, one moving with respect to the other two, which are instead standing still one with respect to the other. Furthermore, as I already said, the twin case is not the more interesting case to study with the purpose to examine possible „physical causes“ for the relativistic time dilation: more interesting would be in my opinion the „muon set-up„…“

S. 23: Bartocci: „I started doing just simple GEOMETRY of Minkowski space-time (and more „Geometry“ I shall do very soon!), or if you prefer KINEMATICS, which is meant just as a DESCRIPTION of  the motion, and not as an analysis of its CAUSES, which not even DYNAMICS is in my opinion able to do ENTIRELY! Is the concept of „Newtonian force“ a really satisfactory explanation for the causes of some motion? After all, we must not forget that there are in Newtonian mechanics „motions“, with respect to some coordinate system of the Newtonian space-time, which have not CAUSE at all!“

Des weiteren beklagt Bartocci, daß manche Physiker sich weigern, auf ihren „common sense“ zu verzichten, gibt aber zu, daß die Theorie wirklich absurd ist (S. 40-41): „This is not a challenge between ME and YOU, but between a precise mathematical theory and its common misinterpretations, which all arise from the fact that the mathematical theory is „absurd“ from the ordinary rationality point of view (a statement about which EVERYBODY agree, in this case we have no question of majority and minority), exactly absurd from the point of view of that „common sense“ which some physicists seem unable to let apart, even when discussing phenomena in the relativistic space-time (they are continuing to use even in the new set-up the „ordinary Physics“ language).“

Zum Schluß erklärt Bartocci, daß die mathematisch fehlerfreie Theorie experimentell widerlegt werden könnte: (S. 41): „I repeat once more that the only point which would be PHYSICALLY interesting to discuss is whether SR is correct or wrong from the experimental point of view. As far as this question is concerning, ALMOST NOBODY today would bet on an experimental failure of SR (the so-called breakdown of Lorentzinvariance) in its field of competence. Now I belong to the MINORITY side, since I believe that SR could be shown indeed experimentally wrong (it is not an entirely conventional theory, as somebody, like Max Jammer for instance, is asserting), and much more that it is very likely wrong, all its experimental „confirmations“ until now notwithstanding.“

_ Während Percival durchgängig kritisch bleibt, bietet Bartocci eine widersprüchliche Position und kommt – entgegen aller behaupteten mathematischen Perfektion der Theorie – doch zu unerwartet kritischen Aussagen über die Theorie. Man fragt sich, was die mathematische Perfektion wert sein könnte, wenn die Theorie absurd ist.

 

 

2000 – Most common misunderstandings about Special Relativity (SR) [Teil 1]
WWW 2000. 26 S. URL: www.cartesio-episteme.net/ERRORSVF.htm

Inhalt: (S. 1) „1 – Introduction / 2 – What does „special“ means? / 3 – Sagnac effect / 4 – The light’s speed for non-inertial observers / 5 – The Principle of (Special) Relativity and the „twins paradox“ / 6 – Roemer observations / 7 – Bradley aberration / 8 – Is it true that electromagnetism is relativistic? That „Classical Physics“ is the „limit“ of SR for low speeds?“

– Diskutiert die wichtigsten Aspekte der Theorie und die Argumente der Kritiker und kommt überwiegend zu dem Schluß, daß viele Argumente der Kritiker nicht überzeugend begründet sind. So könnte der Eindruck entstehen, der Autor sei ein Anhänger der Theorie; er stellt jedoch auf S. 2 klar: „Thus this paper is born, with the purpose to collect the most common errors of antirelativistic physicists – in matters which are sometimes misunderstood even by relativity supporters!, as we shall see – and with the hope to contribute in such a way to make criticism against SR grow stronger, and respected, with the purpose to finally restore the dominion of (ordinary) rationality in science, but not only in it…“ Sieht die entscheidenden kritischen Argumente gegen die Spezielle Relativitätstheorie in Punkt 8 (S. 20): „Is it true that electromagnetism is relativistic? That „Classical Physics“ is the „limit“ of SR for low speeds?“ Verweist hierin auf das Zentrum der Theorie, „the very heart of relativity, the only one which anti-relativistic physicists (or philosophers) should try to „attack„“ (S. 21).

– Argumentiert im Schlußkapitel auf S. 21-22: Die Theorie hat einen wichtigen erkenntnistheoretischen Aspekt in der Konventionalität ihrer Prinzipien. Das 2. Prinzip, die C-Konstanz, wird angenommen, bevor man überhaupt Geschwindigkeiten messen kann. Eigentlich sollte aber das 1. Prinzip, das Relativitätsprinzip, der Hauptangriffspunkt der Kritiker sein, weil es bisher experimentell nicht bewiesen worden ist. Ein solcher Beweis sei jedoch möglich, weil die behaupteten relativistischen Effekte – entgegen allgemeiner Annahme – auch bei niedrigen Geschwindigkeiten experimentell beobachtet werden können; verweist hierzu auf einen eigenen Aufsatz, zusammen mit M. Mamone Capria, in dem diese Möglichkeit nachgewiesen wird (U. Bartocci, M. Mamone Capria: Some remarks on classical electromagnetism and the principle of relativity. – In: American journal of physics. 59. 1991, No. 11, S. 1030-1032). A. Einsteins Annahme der Identität der elektromagnetischen induktiven Effekte (bewegter Magnet, bewegter Leiter) ist nur ein Beispiel aufgrund der Maxwell-Theorie (S. 20): „Apart the fact, ignored by most textbooks, that there exist different electromagnetic theories challenging each other, and that it is not so clear that Maxwell’s approach will definitively prevail against all the others, even in M[axwell] T[heory], classically interpreted (namely, without introducing a priori length contractions and time dilations) symmetry is not the norm, and that of the induction is more an exception, than a rule. This „classically interpreted“ MT is not relativistic in essence, and relativity can spring up in it only when relativistic ingredients are inserted in it in advance.“ In seinem genannten Aufsatz (S. 21) „it is clearly shown also that the validity of the Principle of Relativity in electromagnetism could be checked with low-speed experiments, and this is once again in disagreement with which one generally believes.“ Entscheidung über die Theorie muß durch das Experiment fallen (S. 21): „There are forces which are predictable in some theories, and not in others, for instance there are electromagnetic forces which arise in classical MT from a uniform motion, and which obviously do not arise in SR, and then the final word in this field must just be left to direct experiments.“

 _ Der Autor will die Sache der Kritik durch größte Strenge in der Argumentation gegen Widerlegungen absichern. Die Strenge richtet sich gegen Theorieanhänger und Kritiker gleichermaßen. Will die Entscheidung allein im Experiment treffen. Diese Position ist in den Folgeartikeln auf der Homepage von anderen Kritikern der Theorie angegriffen worden: die Kritiker untereinander liefern ein Musterbeispiel für kontroverse Diskussionen, die eigentlich innerhalb der theoretischen Physik stattfinden müßten, dort jedoch bezüglich der Speziellen Relativitätstheorie seit langem verbannt worden sind.

 

 

2000 – Most common misunderstandings about Special Relativity (SR) [Teil 2]:
[Diskussion über Teil 1] / Umberto Bartocci, Nick Percival. – [Italien]: WWW 2000. 10 S. URL: www.cartesio-episteme.net/misperc.html

S. 1-4 : Percival kommentiert Bartoccis Arbeit (Teil 1)

– S. 4-10: Erwiderung von Bartocci.

Percival vertritt die Spezielle Relativitätstheorie, hat eine eigene Ergänzung der Theorie entwickelt und behauptet, mit ihr das Zwillingsparadoxon gelöst zu haben. S. 3: „I contend that SR is correct as shown to great precision by a mountain of experiments and by its being one of the theoretical foundation blocks of all modern physics. I also contend that SR’s opponents have made many VALID points (e.g., the points you make here). However, I contend that these „problems“ with SR point not to its inconsistentcies, but rather to its incompleteness or limited scope.“ S. 4: „Further, my view is that even if one develops an experiment that shows an anisotropy in the speed of light that result, by itself, does not necessarily invalidate SR.“

Bartocci diskutiert, wie der zurückkehrende Zwilling angesichts der für die Rückkehr notwendigen Beschleunigung die Spezielle Relativitätstheorie anwenden kann (S. 4): „The SR supporters“ are wrong in their assertion, the travelling twin CAN use SR, but he cannot use Lorentz coordinates.“ Charakterisiert die Versuche der Physiker, das Faktum der Beschleunigung zu verbergen (S. 6): „The main question is: since there must be an acceleration as a physical reason for the twin coming back, where do you want to HIDE this acceleration? I showed that the must correct thing to do, from a mathematician point of view, is to uniformously distribute this acceleration along the whole trip, I know very well that physicists rather prefer to hide it in a SINGLE POINT (an „infinitesimal“ time instant!). I hope you appreciated the mathematical fact that the curvature of the hyperbolic branch does approach INFINITY, whatever the angle of the two straight parts of the travel is.“

Ein Kernpunkt von Bartoccis Kritik ist das Unbewiesensein des Relativitätsprinzips der Speziellen Relativitätstheorie (S. 8): „As a matter of fact, I always claim that there is no one real DIRECT prove that the principle of relativity is true for optical or e.m. phenomena, do you know of anything available? (I believe of course that this principle is not true even for mechanical phenomena, but here in the Earth this prove would be quite impossible).“

Erklärt den Fall, daß nach der Theorie dasselbe physikalische Phänomen für verschieden bewegte Beobachter verschiedene physikalische Wirkungen zeigen sollte, als Totalschaden für die Theorie und erinnert an Albert Einsteins Stellungnahme zu D. C. Millers Experimenten 1925 (S. 9): „If you have some physical effect relative to some observers, and different physical effects of the SAME phenomenon, for an observer moving with relative uniform speed with respect to the first one, then SR IS irrimediably WRONG, unless one can find a reason for that experimental divergence in the approximations which cannot but exist in connection with the IDEAL case. But this „game“ of finding reasons, should always be a FAIRY game, and one cannot introduce ad hoc explanations at the infinity! I wish to quote to you the words that Einstein himself sayed as far as the famous Miller’s experiments was concerning: „If Dr Miller’s results should be confirmed, then the special relativity theory, and with it the general theory in its present form, fails. Experiment is the supreme judge“ (Science, about 1925, I have no time to check). Today, after Shankland’s analysis (1955), Miller is considered wrong, but if one would reproduce Miller’s results, avoiding the „mistakes“ that Shankland pointed out as a possible cause of systematic experimental error, then things would change completely …“

_ Bartoccis Einstein-Zitat: Einstein, Albert: The relativity theory and the ether drift : communication to „Science Service“. – In: Science. N. S. 62. 1925, 31. Juli, Supplement, S. 8. – Bemerkenswert ist, daß der Mathematiker Bartocci auf dem Experiment als der entscheidenden Instanz besteht und sich dabei auf Albert Einstein berufen kann. Shanklands Versuch, die Ergebnisse der Miller-Versuche vom Tisch zu wischen, scheint Bartocci – wie viele andere Kritiker auch – nicht zu überzeugen.

 

 

2000 – Most common misunderstandings about Special Relativity (SR) [Teil 3]: [Lindners Emails v. 30.3 u. 17.4.2000] / Umberto Bartocci, Henry H. Lindner. – [Italien]: WWW 2000. 15 S. URL: www.cartesio-episteme.net/lindner.html

Fortsetzung der Diskussion über Bartoccis Beitrag in Teil 1.

– S. 1-8: Lindner kritisiert massiv die Spezielle Relativitätstheorie, und als logische Konsequenz kritisiert er Bartoccis argumentative Vorsicht gegenüber den Theorieanhängern (Teil 1).

– S. 8-15: Bartocci antwortet auf Lindner. Lindner erklärt seine Position (S. 1): „Because Relativity is the product of an esoteric philosophical doctrine called subjectivism. It was invented, in its purest final form, by Bishop Berkeley. From him it was passed down to David Hume, then to Ernst Mach, and finally to Albert Einstein. This lineage is well-known. Who has ever fully exposed Relativity’s subjectivistic philosophical foundations? Who can do it since academic philosophy has abandoned physics to the Relativists and Quantum theorists? There simply has not been anyone else able and willing to dig into Relativity’s ideas and history and expose it for what it is–a pernicious ideology designed to save Christianity from the threat of natural philosophy.“ – „the philosophical problem is the true problem with Relativity. I doubt that any experiment will every be considered to „disprove“ Relativity since it is subjectivistic and has in fact already been disproved many times over.“

– S. 2: „Metaphysically, SR is completely anthropocentric! It relates all phenomena to the observer. All laws of physics are supposed to depend upon the observer’s frame and his measurements in his frame. Light is presumed to travel at c relative to every human observer! Einstein illustrates this subjectivism profusely in his own writings.“ Bartocci geht auf sehr viele Sätze von Lindner ein, stimmt auch vielen zu. S. 12: Lindner hatte gefragt: „What is your definition of space-time? What is it? How does it correspond to anything in this actual Cosmos?…“ – Bartocci: „I agree completely once again with you. It is very irritating for me that it is so difficult to defeat such an „irrationalistic“ (abstract) approach to Physics (which lasts since one century), mostly inspired by formalistic (nichilistic) approach to Mathematics choosen by Goettingen mathematicians (Hilbert & C.).“

Eine zentrales Thema sind auch die ad-hoc-Hypothesen der Relativisten zur Rettung ihrer Theorie.

– S.13: Auf Lindners Kritik „They can therefore apply any fixes or rules-of-thumb that they need to „fit“ almost any experimental result … The Relativists just keep adding an epicycle here, a deferent there…“ antwortet Bartocci: „You are quite right, a theory can be „defended“ for a long time in the way you point out, but at last it does collapse, as it did the Ptolemaic theory, when people become tired to do too many such „ad hoc“ corrections. I hope that somebody will be able to find some experiment whose outcome would really put in trouble the Relativists, which would give up, instead of adding another epicycle.“

 

 

2000 – Most common misunderstandings about Special Relativity (SR) [Teil 4] / Umberto Bartocci, Henry H. Lindner. – [Italien]: WWW 2000. 11 S. URL: www.cartesio-episteme.net/lindn2w.html

S. 1-10: Lindner antwortet auf Bartoccis Aussagen in Teil 3. Diskutiert vor allem erkenntnistheoretische Probleme der Physik und der Speziellen Relativitätstheorie.

– S. 10-11: Bartocci. Lindner kritisiert die behauptete Gleichwertigkeit der Systeme von Kopernikus und Ptolemaios (S. 3): „Einstein’s own statements contradict your last statement. He clearly stated that there is no essential difference in chosing the Earth or the Sun frame for the description of motion. His „revolution“ was anti-Copernican–metaphysically and physically. Relativity and quantum theory are, by their foundations, incorrigibly subjectivistic. It is no coincidence that Einstein’s papers on SR and the photon theory were published in the same year. Of course, physicists try to interpret Relativity and QT in a common sense, objective manner. Thence arises all the confusion.“

Zu Minkowski und seiner Raum-Zeit (S. 6): „Minkowski’s space-time is a subjectivistic mathematical model–as if all that exists are the observers and their sensations–as if this „information“ could be directly communicated to the observers‘ minds by God, or a demon, or whatever. Philosophically, this subjectivistic paradigm is inadequate–to be kind.“ Bartocci begnügt sich mit zwei grundsätlichen Feststellungen (S. 10): „1st – that the relativity which has been settled in text-books by generation of scientists (most mathematicians than physicists!) is different from relativity as Einstein thought it; 2nd – that Einstein did not understand relativity „well enough“, in the sense that he was not able to understand ALL the CONSEQUENCES of the principles that he himself choosed at the very beginning. A proof of this second assertion COULD BE my discussion of Ehrenfest paradox. IF I am correct (I am not sure 100% about that!), then Einstein did not see the point, and his formula for that effect (length dilation or contraction of the rotating platform’s edge?) was completely wrong.“

 

 

2000 – L’esperimento di Michelson-Morley ha dato davvero un risultato Nullo?: Did Michelson Morley Experiment really give a null result?
[mit 4 Figuren in eigenen Dateien]  – [Italien]: WWW 2000 ca.. 10 S. URL: www.cartesio-episteme.net/mich.html

Zitiert eingangs die Standardbehauptung der Relativisten vom angeblichen immer wiederholten Null-Ergebnis des Michelson-Morley-Versuchs aus: „Fisica Moderna“ (R. Gautreau e W. Savin, Ed. Schaum, 1982; McGraw-Hill, 1978): „Un dispositivo sperimentale avente la sensibilita‘ per misurare il moto della Terra attraverso questo ipotizzato etere cosmico fu messo a punto da Michelson nel 1881 e perfezionato successivamente da Michelson e Morley nel 1887. Il risultato dell’esperienza fu che NESSUN MOTO ATTRAVERSO L’ETERE VENIVA RILEVATO [enfasi nel testo].“ (Bartocci, S. 2).

Diskutiert die verschiedenen möglichen theoretischen Voraussetzungen und Annahmen (S. 4-6) für die Interpretation des behaupteten „Null-Ergebnisses“ des Michelson-Morley-Versuchs: Ätherhypothese, Fitzgerald-Lorentz‘ Längenkontraktion, Ritz‘ Korpuskulartheorie, Reflektionsbedingungen an bewegten Spiegeln. Verweist für die Details des Michelson-Morley-Versuchs (S. 6) auf die Arbeit von M. Mamone Capria e F. Pambianco, „On the Michelson-Morley Experiment“ (Foundations of Physics, 24, 6, 1994), die mehreren Geistesgrößen der Mathematik und der Naturwissenschaften wie z. B. H. Weyl, R. Becker und A. Sommerfeld Anfängerfehler nachweisen, welch letzterer die Problematik klar durchschaut, dann aber „vergißt“, seine korrekt abgeleiteten Formeln auf die Analyse des Michelson-Morley-Versuchs anzuwenden.

Verweist auf die sehr verschiedenen Vorstellungen über die Bewegungen von Äther und Erde, von denen die Erwartungen über das Versuchsergebnis abhängen. Die frühesten Ätherkonzeptionen Descartes‘ und Leibniz‘ sprachen von einem Ätherwirbel um die Sonne, der die Planeten mitführt, so daß z. B. nach dieser Konzeption gar keine Differenzgeschwindigkeit zwischen Erde und Äther zu erwarten wäre (S. 6-7).

Zitiert einige Autoren, die – entgegen den offiziellen Behauptungen – die Positiv-Ergebnisse des Michelson-Morley-Versuchs und der späteren Varianten berichten (S. 7-8): D. C. Miller 1925 ff.; R. Shanklands Absicht 1955, die Positiv-Ergebnisse zu diskreditieren; den Theorievertreter Emile Borel, der als Mathematiker und einer der wenigen Relativisten ehrlicherweise über die wirklichen Ergebnisse berichtet: „The ether experiments at Mount Wilson during the last four years, 1921 to 1925, led to the conclusion that there is a positive displacement of the interference fringes, such as would be produced by a relative motion of the earth and the ether at this observatory of approximately 10 Km/sec“ (E. Borel: Space and time (Original: L’espace et le temps) 1960, S. 185-193.) Ferner: R. Monti 1996; M. Allais 1997; F. Tabanelli 1999. Als Ursache für die irreführenden Behauptungen über angebliche „Null-Ergebnisse“ und die nur kleine Zahl von korrekt berichtenden Autoren nennt Bartocci ein zentrales Übel (S. 7): „Quanto appena asserito si puo‘ verificare andandosi a leggere i lavori originali (cosa che non viene fatta quasi mai, aggiungendosi a volte alla richiamata pigrizia la difficolta‘ di procurarsi le raccolte delle riviste in cui essi sono apparsi …“ Die berichteten Positiv-Ergebnisse kann man in den Originalarbeiten nachlesen, etwas, „was fast nie gemacht wird„, weil zur bekannten Faulheit auch noch die Schwierigkeit kommt, sich die Zeitschriften zu besorgen, in denen die Ergebnisse veröffentlicht worden sind.

_ Shanklands Arbeit von 1955 (zur Diskreditierung der Positiv-Ergebnisse) bezeichnet Bartocci als „eine der vielen dunklen Seiten dieser Geschichte (wenig erbaulich, vom Standpunkt der „wissenschaftlichen Moral“ – natürlich nur für den, der glaubt, daß es die gibt)“ – Originaltext (S. 8): „una delle (tante) pagine buie di questa (poco edificante, dal punto di vista della „moralita‘ scientifica“ – ovviamente per chi credeva che essa esistesse!) storia.“

 

2002 – Alternative physics on line  In: Episteme. An international journal of science, history and philosophy. Nr. 6, Parte 2. 2002, 21. Dez., ca. 16 S. = http://itis.volta.alessandria.it/episteme/ep6/ep6-II.htm

Liste von 15 Internetseiten und 21 einzelnen größeren Arbeiten auf Internetseiten, die überwiegend der Kritik der Relativitätstheorien gewidmet sind. Gibt zu jedem Objekt kürzere und auch längere Charakterisierungen und Zitate. Begründet die Notwendigkeit einer solchen Liste: „As stated in the previous „Letter to the Readers“ which opens this volume, during the second half of the last Century (after World War II, and after the worldwide consecration of Albert Einstein’s „authority“- by the way, due to a doubtful connection between relativity, the famous formula E = mc2 , and the construction of the atomic bomb – as a result of the nuclear explosions at Hiroshima and Nagasaki), the publication of papers expressing criticism of or alternatives to relativity has almost been banned by „normal“ scientific journals (justified by the claim that: only a crank would challenge Einstein). This attitude has on the one side almost totally discouraged the production of free critical thought, and on the other side has crystallized the foundations of established Physics in a system of dogmatic immobility – a situation which forced many intellectuals (not only physicists) to understand scientific knowledge as a kind of „religion“ (a thought system in which beliefs cannot be checked by laymen, or not even really „understood“ …

Even today, things are continuing in this manner, as far as leading scientific journals are concerned, but the increasing diffusion of the Internet has allowed greater freedom of expression and communication, and this has supported the acquisition of unconventional news and points of view, thus showing that discomfort towards the actual establishment’s philosophy of Nature and of Science is rather widespread. In this page, we offer some interesting examples of this „resistance“, which becomes more and more worth of attention, the more some investigations could lead to unexpected and very positive practical consequences …“

 

 

2002 – A letter from the editor to the readersIn: Episteme. An international journal of science, history and philosophy. Nr. 6, Parte 2. 2002, 21. Dez., ca. 6 S. 
 
http://itis.volta.alessandria.it/episteme/ep6/ep6-II.htm

Der Herausgeber präsentiert zum Abschluß der ersten 3 Jahre der halbjährlichen Zeitschrift „Episteme“, die sowohl gedruckt erscheint als auch online veröffentlicht wird, ein Sonderheft (Nr. 6, Teil 2), das ganz der Kritik der Relativitätstheorien gewidmet ist. Er berichtet von sich selbst (in der dritten Person), wie er als Mathematiker zur Kritik der herrschenden Physik gekommen ist: „He used to teach modern formalistic mathematics, telling his students – as it is usual under these circumstances – that the highly sophisticated approach they were called to follow (since the very foundations), was necessary, due to the „well known“ great achievements of physical research at the beginning of XXth Century. Most teachers roughly satisfy the need of motivations in this way, but the editor decided, at some point of his career, to study with more attention the previous statement, in order to be able to persuade better (mostly himself!) that the renunciation to intuition, which was demanded by the formalistic approach to the „nature“ of mathematical objects, was rather justified, and wise -notwithstanding his long personal teaching experience, which, quite at the contrary, had shown very clearly to him that mathematics could have been taught in a quite simpler way by using at the beginning the intuition of ordinary space (euclidean geometry, measuring, real numbers) and time (arithmetics, counting, natural numbers, order), instead of abstract structures. So he went on studying the physical connection, analysing in some detail the famous historical experiments, which led people such as Feynman to claim that „classical“ explanations were „absolutely impossible“.

When he started this research he was quite sure that he would have found all in perfect order, and that he would have come back to his beloved pure mathematics in a very short time: but 20 and more years have elapsed since then, and he has found himself more and more sinking into a deep bog, and he was persuaded at last that the „magnificence“, and the experimental ground, of some theories as relativity, or quantum mechanics (in its widespread „irrational“ Copenhagen interpretation) was more an effect of propaganda, rather than of objective science (namely, a science which is based on certain experimental data, and deductions), or of logical „impossibilities“. This persuasion of the necessity of a new literal revolution, of the restoration of ordinary rationality in Natural Philosophy, appears – we would dare say – a common thread connecting the papers collected in this volume, wholly dedicated to criticism and alternative to the pillars of XXth Century physics, relativity, relativistic cosmology, etc..“

Formuliert in Fußnote 11 sein Urteil über die akademische Physik: „… it appears very unlikely that the establishment would be willing to recognize that relativity gave a quite misleading image of the universe, and that they followed a completely wrong path for more than 100 years.“

 

 

2002 – Looking for special relativity’s possible experimental falsifications
In: Episteme. An international journal of science, history and philosophy. Nr. 6, Parte 2. 2002, 21. Dez., ca. 29 S. http://itis.volta.alessandria.it/episteme/ep6/ep6-II.htm  – http://www.dipmat.unipg.it/~bartocci/ep6/ep6-bart.htm

„Introduction – We already had the opportunity to describe, in the Letter… which opens this special number of Episteme, the fundamental reasons which should inspire a general criticism of relativity, or, better, of the „philosophy“ which was (and is) the ground of Einstein’s success. This paper is an attempt to analyse the strictly physical (phenomenological) situation, in order to give a suggestion where to look for possible experimental falsifications of the theory (from now on SR, special relativity [1]), in the conviction that this is the only possible manner to show that the main assumption of „abstract physics“ supporters is wrong: namely, that the renouncing to ordinary space, time, causality, was not a „nihilistic caprice“, but a necessity forced by facts.

This analysis is not so easy as it could appear, since to decide whether a given experiment, or phenomenon (two paradigmatic examples: annual stellar aberration, Sagnac’s experiment), could be explained in a relativistic manner or not (or else, from the other side, that it could not be explained in a „classical“ way), is an engagement which can be pursued only with a great care, and a good knowledge of the theory one is aiming to prove or to disprove.“

Bezweifelt die Gültigkeit des allgemein für evident gehaltenen Relativitätsprinzips (RP) in der Elektrodynamik: „The fact is that exactly Maxwell’s Electrodynamics (from now on ME), the supposed pillar of Einstein’s SR [26], provides a mathematical set-up which can have different interpretations as a physical theory … some of which interpretations do not satisfy RP.“ „As a matter of fact, general Maxwell’s treatment (which is „aether-based“) suggests instead that we are possibly in front of an asymmetrical phenomenology, in which velocities with respect to a priviliged frame make a great difference.“ […] „… and it was really a surprise to realize that some endless discussions could have been put to an end with experiments that nobody has ever properly done (but almost every physicist thinks, and acts, as if they had been done!).“

Beschreibt zwei Varianten des Rowland Expriments (2. A The Direct and the Inverse Rowland Experiments), untersucht die vier Maxwell-Gleichungen (2. B Some Theoretical Remarks About ME): „There is indeed in the theory a further assumption, which can be viewed as a restriction on the way fields originate from sources [31].“ Unterscheidet zwischen zwei Interpretationen der Maxwell-Gleichungen: der klassischen (mit Maxwells Äther-Annahme) und der relativistischen; zeigt für die relativistische Interpretation eine notwendige zusätzliche Bedingung auf (Gleichung 13), die erst die Gültigkeit der Maxwell-Gleichungen in allen Inertialsystemen begründen würde: „Only this assumption enables to write the Maxwell’s equations in a covariant form, but one must remark that (13) is a genuine new physical assumption, which is logically independent of the previous ones, and that it is perfectly legitimate to use ME in a „classical“ spacetime theory without any connection at all with relativity. We shall show now some of the differences which can arise between different physical interpretations of the same mathematical theory.“

Zeigt an Experimenten des Trouton-Noble-Typs die gelegentlich auftretenden rechnerischen Übereinstimmungen und die gravierenden Unterschiede der physikalischen Theorien, die er mit „C“ für Cartesius/Maxwell und „E“ für Einstein bezeichnet: „The coincidence of these potentials both for C and E , which could be extended to any system of a finite number of charges (since we are in front of a linear theory), could make believe that C and E would share even the same „physics“, at least in the electromagnetic field, but this is not true, as we should immediately understand, now and later in the next section.“ Kommt zu dem Ergebnis: „This shows [37] that Maxwell’s equations have relativistic solutions only when relativistic treatment of charges and currents is introduced, while they can have equally good „classical“ solutions when these terms are defined in a classical way.“

Beschreibt abschließend ein Experiment zur Aberration, das nach Maxwell und nach der Speziellen Relativitätstheorie verschiedene Effekte ergeben würde.

_ Zeigt mit der mathematischen Durchführung seiner Beweise die unterschiedlichen Ergebnisse für zwei Interpretationen „derselben“ mathematischen Gleichungen und beweist damit, daß die angeblich „dieselbe“ Mathematik in beiden Fällen gar nicht mehr dieselbe ist, weil sie im Rahmen von verschiedenen physikalischen Theorien interpretiert wird. Die formal „dieselben“ mathematischen Gleichungen stellen inhaltlich „verschiedene“ physikalische Gleichungen dar: man darf in der Physik die Mathematik nicht von der Physik abgelöst beurteilen.

  

 

2006 – Looking for Special Relativity’s Possible Experimental Falsifications  –
WWW 2006 ca.. 32 S. Erstmals erschienen in: Episteme. Nr. 6, Part 2, 21.12.2002. – URL: http://itis.volta.alessandria.it/episteme/ep6/ep6-bart.htm

Sucht nach einem Experiment, das die Behauptung der Relativisten widerlegt, die Aufgabe der bekannten Begriffe von Raum, Zeit und Kausalität sei durch Tatsachen erzwungen (S. 1): „We already had the opportunity to describe, in the Letter… which opens this special number of Episteme, the fundamental reasons which should inspire a general criticism of relativity, or, better, of the „philosophy“ which was (and is) the ground of Einstein’s success. This paper is an attempt to analyse the strictly physical (phenomenological) situation, in order to give a suggestion where to look for possible experimental falsifications of the theory (from now on SR, special relativity1), in the conviction that this is the only possible manner to show that the main assumption of „abstract physics“ supporters is wrong: namely, that the renouncing to ordinary space, time, causality, was not a „nihilistic caprice“, but a necessity forced by facts.“

Hält von den zentralen Annahmen der Speziellen Relativitätstheorie – Relativitätsprinzip (RP) und C-Konstanz gegen beliebig bewegte Beobachter (C-K) – die C-K nur auf den Raum bezogen für akzeptabel, jedoch nicht in Bezug auf beliebig bewegte Beobachter (S. 2): C-K „has nothing wrong in itself, and it becomes „bad“ when one changes the independence from the speed of the source with the independence from the speed of the observer!“

Erkennt kein Experiment, das nur durch die Spezielle Relativitätstheorie erklärt werden kann und zugleich einen zweifelsfreien Beweis für die Theorie darstellt (S. 3): „Why one should believe in something which has not yet been proved beyond a shadow of a doubt??“ Da die Theorievertreter das Fehlen von denkbaren entscheidenden Experimenten damit begründen, daß sie erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten deutliche Effekte zeigen und außerdem durch künstliche Beschleunigungen gestört werden könnten, bezweifelt Bartocci sogar die intellektuelle Integrität der Relativisten (S. 3): „It is at this point unavoidable the doubt that the motivations of Einstein’s followers are not of a strictly scientific nature …“

Diskutiert die Raumvorstellungen von Descartes, Newton und Leibniz sowie die Äthertheorien bis zu Stokes, die Experimente von Fizeau und Bradleys Aberration (S. 3): „This is the general conceptual frame in which one should fit the observations and proposals below, which represent a kind of Summa, trying to collect the „best“ acquired in many years research and frequentation of „alternative physicists“, to whom all (dead or alive) go the author’s warmest thanks.“

Bezweifelt vor allem die Gültigkeit des Relativitätsprinzips in der Elektrodynamik und auch die Maxwellsche Elektrodynamik, deren mathematisches Gerüst verschiedene physikalische Interpretationen erlaubt, von denen einige das Relativitätsprinzips nicht erfüllen (S 4). Maxwells Theorie beruht auf der Ätherhypothese mit einem bevorzugten System und daraus folgend asymmetrischen physikalischen Effekten.

Kritisiert die angebliche grundlegende Bedeutung der Experimente in der Physik als Ideologie (S. 4): „Physics is believed to be above all an experimental science, but the most meaningful and widespread convictions appear to be more theoretical in essence (we do not want to say: ideological) than experimental, and it was really a surprise to realize that some endless discussions could have been put to an end with experiments that nobody has ever properly done (but almost every physicist thinks, and acts, as if they had been done!).“ Entscheidende Experimente wurden nie durchgeführt.

Zitiert Stefan Marinovs Hinweis auf das Rowland Experiment von 1876 und Marinovs dazu ergänztes Umkehr-Experimen (S. 4-6). Bartocci (S. 6): „Direct fundamental experiments, the only ones which should allow Einstein’s enthusiasts to assert that SR is really beyond a shadow of a doubt, have never been performed!“

Diskutiert eingehend die Maxwell-Theorie, zunächst anhand des Trouton-Noble Effekts von 1903. Bartocci zeigt, daß zwei Forscher aufgrund desselben mathematischen Gerüsts (Maxwell) zu verschiedenen physikalischen Aussagen kommen, weil über die Mathematik hinaus weitere Annahmen in die Überlegungen eingehen (S. 8-11). Diskutiert als zweites das Cardone-Mignani Experiment (S. 12-16). In beiden Fällen geht es um die Widerlegung der Behauptung der Relativisten, nie habe die Geschwindigkeit eines Inertialsystems einen Einfluß auf die physikalischen Gesetze gehabt.

Bartocci (S. 16): „Apart the fact that the most conspicuous phenomena alleged in favour of SR (namely the increasing of the inertial mass and the mean-life of speedy particles) appear rather more compatible with an „absolute theory“, than conversely (in absence of any evidence about a symmetry of these phenomena), it is possible to predict from ME [=Maxwell Electrodynamik] physical effects which would depend from an absolute velocity, and this shows that the observation at the beginninf of section 2 – in no field has one ever discovered any dependence of the forms of the laws of physics on the velocity of the reference frame – is WRONG (at least from a theoretical point of view, but the assertion appears to be theoretical, and not experimental).“

– (S.17:) „These statements should „prove“ our assertion that SR has not been tested so much as it is usual to claim, by those physicists who appear anxious to persuade their audience that Einstein was the greatest scientist of all times, and that a doubt about SR would be the same as a doubt about the Copernican system.“ Diskutiert experimentelle Möglichkeiten zur Zeitdilatation (S. 17-21) und zur Aberration (S.22-25). Umfangreiche Anmerkungen mit Literaturangaben (S.26-32).

_ Bartocci geht mehrmals auf die sozialen Bedingungen der Relativitäts-Propaganda ein: die ideologischen anstatt wissenschaftlichen Interessen der Relativisten; die behaupteten, aber in Wirklichkeit fehlenden experimentellen Bestätigungen; und die grenzenlose Aufplusterung des Säulenheiligen zum größten Forscher aller Zeiten und dem daraus abgeleiteten Kritikverbot an seinen schönen Theorien. – In der Sache sind die Kritik des Relativitätsprinzips in der Elektrodynamik und die Kritik der Maxwellschen Elektrodynamik ein in der kritischen Literatur nicht häufig behandeltes Thema, womit diese Arbeit von Bartocci gleich zwei Grundlagen der Theorie angreift und daher besonderes Interesse verdient.

 

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