Einsteins Universum

von  Nigel Calder 

Einsteins Universum
Nigel Calder 
aus dem  Englischen  von Wolfram Knapp
Umschau-Verlag Frankfurt/Main, 1980 – 201 S. 
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Originalausgabe 1979: Einstein’s universe 

Die Forschungsgruppe G.O. Mueller referiert in der Ergänzung des Kapitels 4 ihrer Dokumentation dieses Buch von Nigel Calder:
 

Calder trägt völlig unvorbereitet eine Kritik auf S. 163 vor, liefert das zugrundeliegende Experiment jedoch merkwürdigerweise erst auf S. 169, ohne auf die schwerwiegende Konsequenz auf S. 163 hinzuweisen. Durch die Trennung von Experimentergebnis und Beurteilung erscheint das Ganze dem Leser weniger schwerwiegend – wenn er selbst den Zusammenhang überhaupt herstellen kann. Die folgende Darstellung stellt die Logik der Abfolge wieder her. 

– Berichtet (S. 168-169) über die Möglichkeit eines Astronauten, seine Geschwindigkeit gegenüber der 3K-Hintergrundstrahlung zu messen: „Die den Raum erfüllende 3-K-Radioenergie ermöglicht es, eine gleichförmige Geschwindigkeit relativ zum Gesamtuniversum zu messen, entgegen dem Geist der speziellen Relativitätstheorie. – Unser Astronaut könnte einen kosmischen Geschwindigkeitsmesser bauen, der aus einem oder mehreren Hornantennen besteht, um die 3-K-Radioenergie und ihre Intensität mit hoher Genauigkeit zu messen. Wenn er nun in irgendeine Richtung mit hoher Geschwindigkeit losfährt, wird die Mikrowellenenergie durch den Dopplereffekt intensiver in der Richtung sein, in die er reist, und schwächer in seinem Rücken. So kann er seine Geschwindigkeit feststellen.“ 

– S. 169: „Experimentatoren vom Lawrence Berkeley Laboratory in Kalifornien bauten genau diesen kosmischen Geschwindigkeitsmesser für die Erde. In den Jahren 1976 bis 1977 flogen sie mit diesem Gerät in einem U2-Flugzeug hoch oben in der Erdatmosphäre. (…) Sie fanden, daß die Intensität der 3-KRadioenergie am stärksten in der Richtung auf das Sternbild Löwe war … Jetzt mußten noch die Wirkungen der Bewegung der Erde um die Sonne und der Sonne um die Milchstraße berücksichtigt werden. Dabei kam heraus, daß die Milchstraße mit einem Fünfhundertstel Lichtgeschwindigkeit durch das Universum rast (fast 650 km/sec) … Auf jeden Fall ist die Geschwindigkeit weit höher als die Kosmologen erwartet hatten.“ 

– Die Beurteilung dieser Ergebnisse auf S.163-164: „Nachdem ich nun ein Loblied auf Einsteins Theorie gesungen habe … muß ich nun dem [sic!] philosophisch interessierten Leser auf einen unangenehmen Schock vorbereiten. Die Spezielle Relativitätstheorie ist im Grunde genommen nicht völlig korrekt! (…) Was falsch ist, ist nichts weniger als eine von Einsteins grundlegenden Annahmen: Für einen Astronauten, der sich mit gleichförmiger Geschwindigkeit bewegt, ist es unmöglich zu entscheiden, ob er sich bewegt oder die Welt um ihn herum. Es stellte sich tatsächlich heraus, daß er das doch kann, und die kosmische Allgemeingültigkeit von Einsteins Theorie ist erschüttert.“ 

_ Der Autor vertritt die Relativistik bis in ihre äußersten Behauptungen zum Zwillingsparadoxon und zu Zeitreisen in die Zukunft. Um so mehr ist anzuerkennen, daß er die Kritik nicht verschweigt. Seine grundsätzlich apologetische Haltung macht seine Kritik außerdem in besonderer Weise unangreifbar für die übliche Dreckschleuder der pauschalen Antisemitismusverleumdung gegen jegliche Theoriekritik. Das Physik-Establishment müßte ihn aber zumindest zu den verhaßten „cranks“ und „crackpots“ der Naturwissenschaften rechnen. – Der Autor hüllt seine Kritik allerdings in zwei schönfärberische Behauptungen, (1) daß nur die „kosmische Allgemeingültigkeit“ erschüttert sei, und (2) daß nur der philosophisch Interessierte davon geschockt sei. Heißt: Die Relativisten-Physik kann weitermachen wie bisher! – Die wirkliche, skandalöse Bedeutung des Experiments besteht jedoch darin, daß die 3-KHintergrundstrahlung als ABSOLUTES BEZUGSSYSTEM erkannt werden muß. Damit ist der  g e s a m t e n  Theorie die Grundlage entzogen. – Glücklicherweise hat Calder die englische Originalausgabe 1979 veröffentlicht, also nur ein Jahr nach dem damals aktuellen Experimentergebnis. Heute spricht kein rechtgläubiger Relativist mehr davon. – Wir wollen dankbar anzeigen, daß wir diesen kostbaren Fund einem Zitat auf der Webseite www.mahag.com/doppler.htm verdanken.

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