Wo Einstein irrte

von David Z. Albert und Rivka Galchen

Wo Einstein irrte 
Bedroht die Quantenverschränkung Einsteins Theorie?
David Z. Albert und Rivka Galchen

In: Spektrum der Wissenschaft. 2009, Nr. 9 (September), S. 30-37.

Die Forschungsgruppe G.O. Mueller referiert in der Ergänzung des Kapitels 4 ihrer Dokumentation diesen Artikel von David Albert und Rivka Galchen:

Thema ist das Verhältnis von Speziellen Relatiavitätstheorie und Quantenmechanik.

– S. 30: „Doch in der Quantenmechanik gibt es eine seltsame Fernwirkung, die so genannte Verschränkung: Zwei verschränkte Teilchen reagieren synchron, ohne materiellen Zwischenträger. – Dieser nichtlokale Effekt wirft ein ernstes Problem für Einsteins spezielle Relativitätstheorie auf und erschüttert damit die Grundlagen der Physik.

– Skizziert die Entwicklung von Albert Einsteins Einwänden gegen die Quantenmechanik, zusammengefaßt in der Arbeit von Einstein/Podolsky/Rosen 1935 (EPR-Paradoxon), über die Arbeiten von J. v. Neumann 1932, J. S. Bell 1964, A. Aspect 1981 (S. 34: „Ins Wanken geriet also nicht die Quantenmechanik, sondern das Lokalitätsprinzip – und damit vermutlich auch die spezielle Relativitätstheorie, denn sie scheint Lokalität vorauszusetzen.“) und Tim Maudlin 1994 (Quantum non-locality and relativity), der eine Folge der Nichtlokalität erkannte (S. 36: „Die quantenmechanische Nichtlokalität scheint vor allem absolute Gleichzeitigkeit zu erfordern – womit die spezielle Relativitätstheorie tatsächlich in ihrem Kern bedroht wäre.“)

– Kommt zu dem Ergebnis (S. 37): „Auf einmal ist der Status der speziellen Relativitätstheorie, mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung, eine radikal offene Frage mit überraschend vielen Antworten. Diese Situation ist entstanden, weil Physiker und Philosophen endlich die losen Enden von Einsteins lange ignorierter Kritik an der Quantenmechanik aufgegriffen haben – ein weiterer Beweis für Einsteins Genie. Es könnte gut sein, daß der unterschätzte Vordenker dort irrte, wo wir ihm Recht gaben, und dort Recht hatte, wo wir glaubten, er sei im Irrtum.“

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