Der Zeitbegriff in der Relativitätstheorie

von Luitpold Mayr

Luitpold Mayr bietet in seinem Blog Zeit und Relativitätstheorie kurze und prägnante Texte zur Verständnis des Zeitsbegriffes und der Relativitätstheorie – sehr zu empfehlen. Nachstehend als Leseprobe sein Beitrag vom 15. Oktober 2012:

Der Zeitbegriff in der Relativitätstheorie

1.  Unsere angeborene Vorstellung von Zeit

Dass die Gleichzeitigkeit von zwei Ereignissen eine reale Tatsache ist, die nicht von den
Sinneseindrücken unterschiedlicher Beobachter abhängt, ist uns als Verstandeswahrheit angeboren und wird durch die Erfahrung bestätigt. Daraus folgt, dass jeder Zeitpunkt im gesamten Raum der selbe ist. Das bedeutet, dass die absolute Zeit universell, also überall gilt.Der gleichmäßige Verlauf der Zeit ist uns als logisch-abstrakte Vorstellung angeboren. Der Verlauf der Zeit kann nicht vom Gang von Uhren abhängen, die ungleichmäßig gehen. Wenn die Uhr nicht gleichmäßig geht, so korrigieren wir die Uhr, nicht aber die Zeit. Auf der Vorstellung von gleichmäßig verlaufender Zeit beruht das Prinzip der Uhr, denn nur gleichmäßig gehende Uhren eignen sich zum Messen von Zeitrelationen (Zeitspannen). Wenn die Maßeinheit von einer Sekunde stets die selbe Größe haben soll, so setzt dies den gleichmäßigen Gang der Uhr voraus. Auch wenn die Uhr nicht vollkommen gleichmäßig geht, so beruht sie doch auf der perspektivischen Idee von gleichmäßig verlaufender Zeit.

2. Die relativistische Definition von Gleichzeitigkeit

In der Relativitätstheorie wird Gleichzeitigkeit so definiert, dass sie von den optischen Sinneseindrücken unterschiedlicher Beobachter abhängt. Gleichzeitig ist, was ein Beobachter gleichzeitig wahrnimmt. Da es viele Beobachter gibt und ihre Wahrnehmungen durch unterschiedliche Lichtlaufzeiten beeinflusst werden, ist Gleichzeitigkeit auf Grund dieser Definition relativ. Wenn die Gleichzeitigkeit eines jeden Augenblicks relativ ist, so ist die Zeit relativ. Daher gibt es keine universelle Zeit. Die Verabsolutierung der unterschiedlichen Wahrnehmung der einzelnen Beobachter hat zur Folge, dass es keine objektive physikalische Wirklichkeit gibt. Es gibt nur die subjektiven Wirklichkeiten der Beobachter. Diese Sichtweise mag in der Psychologie angebracht sein, nicht aber in der Physik.

Die Zeit ist relativ allein auf Grund der unlogischen und willkürlichen Definition von Gleichzeitigkeit. Diese Definition ist der Kern der Relativitätstheorie. Der Rest der Theorie besteht aus Hypothesen, welche die relativistische Auffassung von Zeit untermauern sollen, aber statt dessen Ansatzpunkte zur Kritik und zur Widerlegung der Theorie bieten. […]

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Siehe auch vom Autor in diesem Blog:

Die Lichtgeschwindigkeit in der speziellen Relativitätstheorie
Kritik der Raumzeit
Das Prinzip der konstanten Lichtgeschwindigkeit wird fallen
Eine Theorie, die aus Paradoxien besteht.

 

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