The philosophy of relativity in the light of the philosophy of science

von Paul Carus

The philosophy of relativity in the light of the philosophy of science
Paul Carus
In: The Monist, Chicago. 22. 1912, S. 540-579.
Im Inhaltsverzeichnis des Heftes wird als Autor genannt: Paul Carus
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Die Forschungsgruppe G.O. Mueller referiert stichworthaltig in ihrer Dokumentation Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie (Textversion 2.1 – Juni 2004) diese Arbeit von Paul Carus: 

Alle Beobachtungen sind zwangsläufig subjektiv; demgegenüber verlangt der Mensch nach objektiver Wahrheit, und die Objektivität der Aussagen ist das Ideal der Naturwissenschaft (S. 540).

– Der Haupteinwand gegen das Relativitätsprinzip  der Speziellen Relativitätstheorie  ist, daß es gegen das Ideal der Objektivität verstößt (S. 542).

– Raum und Zeit sind Formen der Anschauung (Kant); derselbe Körper ist nicht länger oder kürzer, die bisherige Auffassung der Zeit ist unverändert „of great convenience“; Längenkontraktion und Zeitdilatation können nur Meßprobleme betreffen; die Zeitvorstellung der Speziellen Relativitätstheorie verdunkelt den Gegenstand: es ist unverständlich, warum das Relativitätsprinzip eingeführt werden konnte, „for the very purpose of approximating objective truth with greater exactness“ (S. 544).

– „The relativity physicists deny the legitimacy of the ideal of objectivity, or as they call it, the concept of the real“ (S. 544). „Since every observer has his own particular observation, they declare that there is neither real time nor real space. The real is ruled out from observation“ (S. 549).

– Die Relativisten gestatten sich einen leichtfertigen Umgang mit Prinzipien und „primary concepts“, die sie vorschnell für „undefinable and self-evident“ erklären: „That opens the door to an arbitrary interpretation as to the nature of space and time and energy, and gives a wide berth to mysticism“ (S. 551).

– Führt die Ablehnung der Äther-Hypothese auf Originalitätssucht zurück: „The relativity physicists, in their anxiety to propound original ideas, deny the existence of ether“ (S. 554).

– Inwiefern das Ergebnis des Michelson-Morley-Versuchs das Relativitätsprinzip  begründen soll, ist nicht zu erkennen: auch Michelson selbst hat die Spezielle Relativitätzstheorie nicht akzeptiert (S. 567). Vielmehr hat Michelson durch seine Definition des Meters durch die Wellenlänge des roten Cadmium-Lichts eine Maßeinheit geschaffen, die auf der absolut definierten Wellenlänge beruht: „we have here a result of measurement in truly objective terms“ (S. 569).

Die Behauptung der Lichtgeschwindigkeit als maximale Geschwindigkeit widerspricht der unbegrenzten Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitation (S. 569).

 

_ Carus wirft schon 1912 der Theorie vor, daß sie zu einem grundsätzlichen Relativismus führt, was von den Relativisten gern bestritten wird. Deshalb bezeichnet er die Relativistik als eine „Philosophie“, die mit der „philosophy of science“ konkurriert. – Auf die Rückkehr Einsteins zum Äther mußte Carus nur 10 Jahre warten: hat er es noch erlebt?

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