Die von Albert Einstein behauptete Lichtablenkung durch Gravitationskräfte soll eine wesentliche Leistung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie sein

von G.O. Mueller

Aus der Dokumentation von G.O. Mueller Kapitel 2 – Fehlerkatalog
M: Allgemeine Relativitätstheorie / Fehler Nr. 5 (English Version…):

Die von Albert Einstein behauptete Lichtablenkung durch Gravitationskräfte soll eine wesentliche Leistung seiner ART sein und ihre Bestätigung die ART bestätigen

Die Frage, von wem und wann eine bestimmte Behauptung zur Physik aufgestellt worden ist, muß im Kontext der vorliegenden Dokumentation nicht wegen der Frage biographischer Gerechtigkeit oder zur Befriedigung irgendwelcher Eitelkeiten gestellt
werden (das Erste wäre Sache der Wissenschaftsgeschichte, das Zweite der Gazetten), sondern wegen der Frage der sachlichen Abhängigkeiten. Ein Wirkung, die von mehreren Theorien erklärt wird, kann nicht mehr von einer dieser Theorien als zwingender Beweis für sich selbst reklamiert werden; eine Wirkung, die früher schon beschrieben worden ist, kann nicht als spezielle Leistung einer erst später entstandenen Theorie reklamiert werden, und ihre empirische Bestätigung ist keine zwingende Bestätigung für die spätere Theorie. – Der letztgenannte Sachverhalt trifft auf die Lichtablenkung zu: sie wurde bereits 1801 von Johann v. Soldner beschrieben und die Ablenkung durch die Sonne berechnet.

Theimer 1977 (S. 142): „Eine gravitationelle Ablenkung des Lichts war schon von Newton vorausgesagt und 1801 von dem Astronomen v. Soldner berechnet worden; sein Wert betrug nur die Hälfte des Einsteinschen. Noch 1911 sagte Einstein denselben Wert voraus wie v. Soldner; erst 1917 ging er zum doppelten Wert über.“

P. Lenard hatte erst 1921 einen Hinweis auf die Veröffentlichung von v. Soldner 1801 erhalten und sie deshalb 1921 in den Annalen der Physik wiederabgedruckt. Lenard in seiner Vorbemerkung: Soldner hat – ohne die Annahmen der ART – eine Lichtablenkung durch Gravitation berechnet und einen Wert gefunden, der mit den Ergebnissen der Beobachtungen der Sonnenfinsternis 1919 übereinstimmt.

Grund für den Wiederabdruck der Arbeit von Soldner ist ihr geringer Bekanntheitsgrad und ihre Bedeutung, da „niemand sagen kann, in welchem Maße die ältere Leistung Anlaß und Stütze für spätere Beschäftigung mit demselben Gegenstand gewesen war“ (S. 594). – Soldner meint, Licht aus einer heißen Materie hat selbst Materieeigenschaften und ist deshalb der Gravitation unterworfen. Diese Auffassung geriet im 19. Jh. wegen der herrschenden Wellentheorie des Lichts in Vergessenheit (S. 595). – Soldner hat seine Erkenntnisse ohne Zuhilfenahme von SRT/ART und ihren Raum- und Zeitvorstellung gewonnen (S. 596). „Eine verwickelte Theorie mit sehr weitgehenden Behauptungen, die man zur Ableitung eines Resultats gar nicht nötig hat, kann durch das Zutreffen des Resultats niemals bestätigt werden„; die Theorie wird in diesem Fall „nur künstlich und zum Schein mit dem Resultat verwoben„.

Es war für Relativisten nur ganz natürlich, daß sie sich 1921 über den Wiederabdruck der Arbeit v. Soldners sehr erbost zeigten, als würde Rufmord an Albert Einstein begangen. Wie hat sich v. Soldner auch im Jahre 1801 erdreisten können … Da Lenard im darauffolgenden Jahr zum ersten Mal in eine kritische physikalische Veröffentlichung antisemitische Äußerungen einflocht, konnte auch die Soldner-Affäre für die Öffentlichkeit sehr elegant unter dem Antisemitismus Lenards abgebucht werden und mußte künftighin, bis zum heutigen Tage, in relativistischen Darstellungen nicht mehr erwähnt werden.

Der unselige Antisemitismus hat auch in der Physik die freie Auseinandersetzung verschüttet, und die Erkenntnisse aus dem Text von Soldner waren eines seiner ersten Opfer.

Soldner, Johann v.: Über die Ablenkung eines Lichtstrahls von seiner geradlinigen Bewegung, durch die Attraktion eines Weltkörpers, an welchem er nahe vorbeigeht. In: Astronomisches Jahrbuch für das Jahr 1804. Berlin 1801, S.161-172. – Lenard, Philipp: Vorbemerkung [zum Abdruck einer Arbeit von Soldner aus dem Jahr 1801] In: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 65. 1921, H. 7, S. 593-600. Anschließend Auszüge aus Soldners Text: S. 600-604. – Theimer 1977, S. 141-142.

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7 Antworten zu “Die von Albert Einstein behauptete Lichtablenkung durch Gravitationskräfte soll eine wesentliche Leistung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie sein”

  1. Bernhardt B. Husen

    Hat irgend jemand schon mal daran gedacht das die Sonne mit ihrer riesigen Gravitationskraft eine Atmosphäre hat… und das Diese ganz natürlich das Licht ablenkt ? Wenn ich etwas als Märchen bezeichne dann weniger das Rotkäppchen als wie gravitationelle Lichtbeugung… die ganze Umgebung der Sonne ist voller Partikel und diese beugen, wie ein Gas auch, das Licht. Seht doch mal auf die Gravitationsenergie der Sonne:

    Eg=Go*m^2/r=3,79E41 Joule

    Nach Einstein ist Masse=Energi/c^2 also 3,79E41Joule/c^2=4,218E24 Kg, also fast die Masse der Erde…

    Das heißt diese 4,218E24 kg müssen zur Masse der Sonne addiert werden… das heißt aber auch das die Gravitationsenergie neu berechnet werden muss… was wieder eine neue Gravitationsenergie ergibt und eine neue Masse… wie oft kann man das jetzt machen bis die Masse der Sonne gegen unendlich geht ? Das ist ja positive Rückkoplung ! Ich hab’s nicht versucht zu berechnen, denn das Ganze scheint mir zu stinken… Energi/C^2 ist Masse, aber doch nicht Energie als solche… und wer sitzt auf der Sonne und macht aus Energie Masse ? Das ist Blödsinn… Energie kann nicht Gravitationskraft verursachen und damit auch nicht das Licht (sich selbst) ablenken ! Masse kann das aber. Und Energie ist keine Masse… kann aber unter gewissen Umständen Masse werden, das ist aber eine ganz andere Geschichte !

    Würde mich freuen einige Kommentare dazu zu lesen…

    mfG Bernhardt

  2. Mark Lofts

    Soldners Theorie ist gründlich newtonisch, auch Licht “hat selbst Materieeigenschaften und ist deshalb der Gravitation unterworfen,“ daher wir Lichts Doppelablenkung von Gravitation ermitteln müssen. Diese Antwort ist durch Quantentheorie gestellt, ausdrücklicher vom Spin (Eigendrehimpuls).

    Proton, Neutron und Elektron sind Fermionen mit halbzahligem Spin aber ein Photon ist ein Boson mit ganzahligem Spin, damit Lichts Doppelablenkung durch Gravitation bloß von Soldners Theorie mit Quantenspin ohne Allgemeinen Relativitätstheorie erklärt werde.

  3. Rolf Lindhorst

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    bin zwar Laie aber interessiere mich stark für die Llichtablenkung und lese gerade „Tempolimit Lichtgeschwindigkeit“. Ohne große Kenntnisse in Mathematik zu haben, gehe ich davon aus dass als Grundlage der Berechnungen für die Computersimulation vor allem ein kugelsymmetrisches Schwarzen Loches nötig ist. Die Abbildungen können natürlich nur zweidimensional sein, man muss sich den Kreis also als dreidimensionale Kugel vorstellen.
    Auch diese dreidimensionalen Betrachtungen sind natürlich nur theoretisch, in der Realität werden wir ein Schwarzes Loch nie sehen können, weil es 1.) laut Definition kein Licht aussendet und 2.) wegen der Entfernung mit modernsten Hilfsmitteln nicht zu erreichen ist. Ganz unmöglich ist es aber ein Schwarzes Loch von der Seite zu betrachten. Wie wir uns auch drehen, unsere Augen können auf der Netzhaut nur den vor uns befindlichen Teil der Umwelt abbilden.
    Wenn ich nun die Lichtablenkung akzeptiere. muss ich auch konsequent die daraus entstehenden Folgen akzeptieren:

    Die Ablenkung kann unterschiedlich stark sein. (z.B. 1,75 Bogensekunden bei der Sonne und das vielfache beim Schwarzen Loch)
    Es werden keine Einzelstrahlen sonder mindestens Bündel abgelenkt.
    Die Ablenkung ist direkt am Krümmer am stärksten und nimmt kontinuierlich nach außen ab.
    Nur hinter diesem Gebiet liegende Objekte werden gekrümmt.(ausserhalb findet keine Krümmung statt und hinter uns schon gar nicht)

    Aus diesen Folgen resultiert meine Kritik an den Darstellungen in „Tempolimit Lichtgeschwindigkeit“. Es sind Strahlen dargestellt, die unser Auge nie erreichen können, weil sie ausserhalb unseres Gesichtsfeldes liegen. Innerhalb des Gesichtsfeldes liegt der winzige Bereich der abgelenkten Lichtstrahlen und um diesen Bereich herum liegen die vielen Lichtstrahlen, die uns unbeeinflusst erreichen. Wenn ich diesen winzigen Bereich der beeinflussten Lichtstrahlen genauer betrachte, dann sind die im äusseren Bereich liegenden Sterne kaum in der Position verändert und nur unmerklich verzerrt, Positionsänderungen und Verzerrungen nehmen dann zur Mitte zu. Schliesslich führen die Verzerrungen zum ringförmigen Gebilde. Noch näher zur Mitte entsteht dann das Doppelbild, dass konsequenterweise noch mehr verzerrt sein muss.
    Diese eben geschilderten Folgen der Lichtablenkung treten konsequenterweise schon bei der geringsten Ablenkung (z.B. bei der Sonne) auf. In diesem Fall ist der Abstand zwischen Beobachter, Krümmer und Objekt so groß, dass er selbst mit der modernsten Technik nicht beobachtet werden kann. Auf jeden Fall wird auch hier ein Ring und ein Doppelbild entstehen.

    Jetzt meine Frage: Wenn ich jetzt die minimalen Ablenkung bei der Sonne kontinuierlich bis zur Ablenkung beim Schwarzen Loch steigere, wo ist dann der Punkt erreicht, bei dem eine Mehrfach-Umrundung entsteht?

    Mit freundlichen Grüßen
    Rolf Lindhorst
    Bürgereschstraße 63 26123 Oldenburg Tel.: o441 82173

  4. Philip

    Lieber Rolf Lindhorst,

    eine Mehrfachumrundung findet vereinfacht gesagt ab dem Punkt statt, wo dass Licht nicht mehr nur gebeugt wird sondern das schwarze Loch nicht mehr verlässt. Sonst wäre ein schwarzes Loch übrigens auch nicht unsichtbar. Stichwort Ereignishorizont.

    mfg,
    Philip

  5. Rolf Lindhorst

    Lieber Philip
    eine Mehrfachumrundung ist ein stark vereinfachter Ausdruck für viele mögliche Umrundungen. Mir ist bekannt, dass ein Lichtstrahl der in einem bestimmten Winkel das Schwarze Loch erreicht dieses ewig umrunden soll. Ich halte Lichtstrahlen die ohne Anfang und Ende in einer geschlossenen Kurve um irgendwas herumfliegen für Quatsch. Ein Lichtstrahl hat immer zwei Enden eines im Auge und das andere am Objekt. Wenn man Mehrfachumrundungen für möglich hält, muss man sich fragen wie viele? Sind 1000 Umrundungen denkbar? Oder mehr oder weniger? Kann es halbe oder 3/4 Umrundungen geben? Was würde ein Auge von einem Lichtstrahl sehen der 11-mal um irgendwas herumgeflogen ist? Ich wäre sehr zufrieden präzise Antworten auf meine neuen Fragen zu bekommen.
    Mit freundlichen Grüßen.
    Rolf Lindhorst

  6. Rolf Lindhorst

    Die neuen Theorien über den Zustand unserer Umwelt enthalten inzwischen so viele Widersprüche, das es an der Zeit ist die interessierte Öffentlichkeit darüber aufzuklären, was davon ernst zu nehmen und was Quatsch ist. Die ganz simple Tatsache, dass alle Menschen mit ihren Augen das gleiche Bild sehen, gleichgültig welche Sprache sie sprechen, gibt uns die Möglichkeit festzustellen, ob einige Theorien mit diesem Bild noch übereinstimmen. Wenn Theorien unsinnige Folgen nach sich ziehen, die mit der uns umgebenden Wirklichkeit nicht übereinstimmen, sind sie falsch, auch wenn die mathematischen Voraussetzungen stimmen.

    Schon unsere Vorfahren sahen morgens die Sonne aufgehen und abends untergehen, als man die Erde noch für flach hielt mit einem Himmelszelt darüber. Völlig unabhängig davon ob Licht aus Wellen, Teilchen oder neuerdings aus Welle und Teilchen bestehen soll, geht die Sonne immer noch auf und unter. Sie wird immer noch auf und untergehen, wenn die Theorien über Wurmlöcher, Schwarze Löcher und Parallelwelten so überholt sein werden, wie es die einer flachen Welt heute ist. Die schönen Bilder und Videosimulationen, die inzwischen auch von Wissenschaftlern veröffentlicht werden sind reine Theorien und haben mit dem von uns wahrnehmbaren Bild nichts, aber auch gar nichts zu tun.

    Rolf Lindhorst

  7. Hans-Jürgen Blume

    Hallo Alle,

    Ich finde Licht als Energiefeld, aus dem wir ein ganz kleines Spektrum sehen. Die Lichtgeschwindigkeit ist abhängig vom umgebenen Raum, das Maximum ist im leeren Raum: Massenansammlungen verschieben die Phase (rot/blau-Verschiebung).

    Wenn nun die sogen. schwarze Materie existiert, muß sie folgende Eigenschaft haben: ein Effekt, der eine Zusammenballung verhindert (z.B.eine elektrische Ladung), sonst wäre es im Universum ein riesiges scharzes Loch.
    Es wäre damit gleichmäßig im Raum verteilt. Wie aber verhält sich ein Energiefeld in einem sochen Kontinuum? – es wird seine Phase verlangsamen -> Rotverschiebung!
    Dadurch ist erklärt, warum sehr weit entfernte Sterne sich immer schneller von uns fort bewegen. Eine Galaxis ist soviel Lichtjahre entfernt, wie der Urknall alt ist. Welche Geschwindigkeit!
    Und wenn eine Expansion besteht, warum kommt uns Andromeda immer näher??

    Das bedeutet, es gibt keine Expansion, damit auch keinen Urknall!
    Wie alt ist dann das All? oder gibt es kein Alter..
    Schön, was für einen Unsinn in der Astrophysik durch falsche Interpretataion von sichtbaren Ereignissen entsteht…

    H.-J. Blume