Zwischen Spezieller Relativitätstheorie und Allgemeiner Relativitätstheorie soll die Beziehung eines Übergangs bestehen

von G.O. Mueller

Aus der Dokumentation von G.O. Mueller Kapitel 2 – Fehlerkatalog
M: Allgemeine Relativitätstheorie / Fehler Nr. 1 (English Version…):

Zwischen Spezieller Relativitätstheorie und Allgemeiner Relativitätstheorie soll die Beziehung eines Übergangs bestehen

Das von den Relativisten stets behauptete Verhältnis eines Übergangs zwischen Speziellen Relativitätstheorie (SRT) und Allgemeiner Relativitätstheorie (ART) ist von den Kritikern bereits sehr früh als unzutreffend widerlegt worden. In mehreren wesentlichen
Punkten besteht anstatt eines Übergangs im Graduellen ein Unterschied im Prinzipiellen:

(1) Absolute Konstanz der Lichtgeschwindigkeit: einer angeblich absoluten Konstanz fehlt definitionsgemäß die Flexibilität zu irgendwelchen Übergängen, sie hat daher keine Verbindung zur variablen Lichtgeschwindigkeit der ART (variabel durch unterschiedliche Gravitationsfelder).

(2) Lichtgeschwindigkeit als Maximalgeschwindigkeit: in der ART ist sie keine Grenzgeschwindigkeit mehr, so daß alle diesbezüglichen Betrachtungen und Folgerungen gegenstandslos werden, und wie Theimer 1977 (S. 114) betont: „die eleganten mathematischen Formeln dafür sind hinfällig„.

(3) Geradlinigkeit der Ausbreitung von Strahlung: wird in der ART aufgegeben, damit wird auch der Konstruktion der Minkowski-Welt die Grundlage entzogen.

(4) Geradlinigkeit der Bewegungen ponderabler Körper als Inertialsysteme: im allgegenwärtigen Gravitationsfeld ART unterliegen sie Krümmungen, womit die Existenz von Inertialsystemen gegen Null geht.

(5) Die Gleichförmigkeit der Bewegungen ponderabler Körper als Inertialsysteme: mit der Krümmung von Bewegungsabläufen in der ART wird auch die Gleichförmigkeit der Inertialbewegungen eine absolute Rarität, die Existenz von Inertialsystemen aus der Makro-Welt verbannt.

(6) Der starre Körper mit euklidischer Geometrie: er kommt in der ART abhanden, an seine Stelle tritt Albert Einsteins „Bezugsmolluske„.

Wenn die neue Theorie (ART) die Grundlagen der älteren Theorie (SRT) negiert, so kann man nicht mehr vom Verhältnis eines Übergangs sprechen. – Es stellt sich die Frage, was nach Auffassung der Relativisten selbst von der SRT übrigbleibt: nach Theimer 1977 (S. 114) hielt Albert Einstein sie für nur noch eingeschränkt gültig, nämlich eingeschränkt auf gravitationsfreie Bereiche; solche lassen sich nur als infinitesimale Bereiche (= Punkte) gravitationsfrei konstruieren, diese lassen sich jedoch nicht addieren. In begrenzten größeren Bereichen soll die SRT nur noch angenähert gelten. Zeitdehnung und Längenkontraktion übernimmt er in die ART, nun aber mit Begründung durch die Gravitation. Fazit: „Das ist alles, was von der Theorie, die eben noch die Welt erschütterte, übriggeblieben ist“ (Theimer, S. 114).

Die ART hat fast alle von der Kritik bis ca. 1914 (Sagnac-Versuch) vorgetragenen Widerlegungen der SRT glänzend bestätigt und die widerlegten Behauptungen kassiert, allem voran das völlig haltlose und widersinnige Postulat der absoluten C-Konstanz. Und alles geschah von Albert Einsteins eigener Hand: Max Abraham hat es bereits 1912 mit Genugtuung quittiert. Über die Qualität der neuen Theorie ART ist damit noch nichts gesagt.

Max Abraham 1912 hat sehr früh schon in den allmählich entwickelten Vorstellungen Albert Einsteins zur späteren ART das offizielle Ende der SRT diagnostiziert; nach Abraham hat Einstein bereits 1911 „einen Einfluß des Gravitationspotentials auf die Lichtgeschwindigkeit“ angenommen und damit „das für seine frühere Theorie wesentliche Postulat der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aufgegeben“ (S.1056). Kürzlich hat Einstein auch die Invarianz der Bewegungsgleichungen bei Lorentz-TF aufgegeben und „damit der Relativtheorie den Gnadenstoß“ versetzt. Abraham begrüßt es „mit Genugtuung .., daß ihr Urheber selbst sich nunmehr von ihrer Unhaltbarkeit überzeugt hat“ (S. 1056). Wenn Gravitation die Lichtgeschwindigkeit beeinflußt, dann sind auch zwei Bezugssysteme nicht mehr gleichberechtigt, von denen eines in dem Gravitationsfeld ruht und das andere sich gleichförmig bewegt (S. 1057). Die SRT hat „besonders auf die jüngsten mathematischen Physiker“ eine faszinierende Wirkung ausgeübt und dadurch den Fortschritt der Physik gehemmt (S. 1056).

Für die Relativisten hat die Behauptung des Übergangs zwischen den beiden Theorien eine große strategische Bedeutung: die bis 1920 völlig unbestätigt gebliebene SRT sollte von den behaupteten und damals in den Medien als sensationell propagierten experimentellen Bestätigungen der ART profitieren, sollte als deren Vorstufe vom Erfolg der ART mitgetragen werden, was auch schon dadurch erreicht wurde, daß in den Medien und vielen populären Darstellungen auf die Unterscheidung zwischen den beiden Theorien kein Wert mehr gelegt wurde und nur von „der Relativitätstheorie“ die Rede ging. Das Durchschnittspublikum hatte keine Chance, die unterschwellige Umbuchung des angeblichen Erfolges der ART auf die SRT zu durchschauen.

Abraham, Max: Relativität und Gravitation; Erwiderung auf eine Bemerkung des Hrn. A. Einstein. In: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 38 (= 343). 1912, S. 1056-1058. Erwidert eine Kritik Einsteins, S. 355 u. 443. Anschließend eine Stellungnahme Einsteins, S. 1059. – Einstein, Albert: Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. In: Annalen der Physik. 49. 1916, S. 769-822. Abgedruckt in: Das RP. Lorentz / Einstein / Minkowski. 1923 u. ö., S. 81-124. – Theimer 1977, S. 111-145.

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