Erhöhung von reinen Vermutungen, Annahmen und Forderungen zu „Prinzipien“ und als „Gesetze“ ohne nähere Begründungen

von G.O. Mueller

Aus der Dokumentation von G.O. Mueller Kapitel 2 – Fehlerkatalog
P: Erkenntnistheorie / Fehler Nr. 1  (English Version…):

Erhöhung von reinen Vermutungen, Annahmen und Forderungen zu „Prinzipien“ und deren Behauptung als „Gesetze“ ohne nähere Begründungen

Albert Einstein liefert ein Beispiel dieses Erhöhungsverfahrens bereits in seiner Veröffentlichung von 1905 (S. 891-892): aufgrund der „mißlungenen Versuche, eine Bewegung der Erde relativ zum ‚Lichtmedium‘ zu konstatieren„, womit er sich – ohne ihn
zu nennen – nur auf den Michelson-Morley-Versuch (MMV) von 1887 beziehen kann, gelangt er zunächst (Absatz 2, Zeile 3) zur „Vermutung„, daß dem Begriff der absoluten Ruhe keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen, und daß für alle Koordinatensysteme, in denen die mechanischen Gleichungen gelten, auch die gleichen elektrodynamischen und optischen Gesetze gelten.

In Zeile 10 bereits erhebt er „diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden „Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur Voraussetzung„.

Dabei stellt er diese Erhebung zum „Prinzip“ als eine harmlose Frage der sprachlichen Bezeichnung hin, was sie nicht ist, weil jeder mit einem „Prinzip“ einen gesicherten Erkenntnisstand verbindet, den Albert Einstein für seine Vermutung über die Nichtexistenz einer absoluten Ruhe überhaupt nicht geliefert hat. Er hat nicht einmal den MMV analysiert und nicht dargelegt, warum er aus diesem Versuchsergebnis auf die Nichtexistenz einer absoluten Ruhe schließt. Der MMV erlaubt, wenn man an sein angebliches Null-Ergebnis glaubt, nur den Schluß, daß der von Michelson angenommene ruhende Äther nicht ruht, weil er die erwarteten Laufzeitunterschiede nicht verursacht hat.

Es sind also bereits in der Eröffnung der Erstveröffentlichung zur Speziellen Relativitätstheorie  drei gravierende Fehler festzustellen:

(1) Die Vermutung wird in keiner Weise aus der Literatur begründet (die Albert Einstein nicht einmal nennt) und auch nirgendwo in der Abhandlung begründet.

(2) Die nicht näher begründete Vermutung wird zum „Prinzip“ ernannt.

(3) Diese Erhöhung zum Prinzip wird irreführenderweise als reine Bezeichnungsfrage deklariert, was sie nicht ist. Denn wenn der Autor sein sogenanntes „Prinzip“ im weiteren Gang seiner Abhandlung stets sachgerecht nur als „Vermutung“ bezeichnet hätte, wäre die naturgemäße Unsicherheit einer Vermutung in alle seine Deduktionen eingegangen; im klaren Gegensatz hierzu präsentiert Albert Einstein seine Vermutung jedoch, hochstilisiert zum „Prinzip„, als zwingende Begründung für die anschließend deduzierten Behauptungen über Relativität der Gleichzeitigkeit, Zeitdilatation und Längenkontraktion.

S. 895 wird das „Prinzip“ nochmals definiert, als ein Prinzip sogar über die Geltung von Gesetzen (!); ab S. 896 werden dann aus dem reinen Vermutungsstatus des Prinzips zwingende physikalische Erkenntnisse abgeleitet: „Nach dem Relativitätsprinzip muß …“ (S. 896); „… daß wir dem Begriffe der Gleichzeitigkeit keine absolute Bedeutung beimessen dürfen …“ (S. 897); auf der Ebene von „Müssen“ und „Dürfen“ werden dann auf den weiteren Seiten auch alle anderen Erkenntnisse verkauft, nun bereits als klar erwiesen und völlig selbstverständlich gültig, und werden nur noch im schlichten Indikativ kühn und unwiderruflich festgestellt:

S. 904 zur Rundreise einer Uhr: “ … so gehen nach Ankunft dieser Uhr in B die beiden Uhren nicht mehr synchron …“; „Man sieht sofort, daß dies Resultat auch dann noch gilt …“; „… so geht die letztere Uhr bei ihrer Ankunft in A … nach.“

Dieses ist die erkenntnistheoretische Grundlage für die Erkenntnisse aller Relativisten: auf reine Vermutungen und reine Behauptungen angeblich zwingend-reale Erkenntnisse zu gründen.

Ein anderer Fall ist Albert Einsteins Behauptung 1917 (zitiert nach Ausgabe 1984), die Fortpflanzung des Lichts im Vakuum (die in AE 1905, S. 895, noch ein „Prinzip“ war) sei ein „Gesetz“ (S. 18), und zwar gebe es in der ganzen Physik „kaum ein einfacheres Gesetz„.

Hierzu haben die Kritiker angemerkt,

(1) daß die Frage der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts keineswegs ein Gesetz, sondern eine Frage der empirischen Messung von Weg pro Zeit ist,

(2) daß die Frage der Konstanz der Meßergebnisse ebenfalls kein Gesetz ist, sondern methodisch höchstens eine Annahme, die jederzeit durch ein einziges abweichendes Meßergebnis widerlegt werden kann,

(3) und daß die gemessenen Laufzeitunterschiede von Michelson-Morley über Sagnac bis zu Dayton C. Miller die Nicht-Konstanz bereits bewiesen haben, (4) und daß Albert Einstein mit seiner ART spätestens 1916 diese Konstanz bereits selbst aufgegeben hat.

Es ist den Kritikern rätselhaft, warum er noch ein Jahr später (1917) und durch alle weiteren Jahrzehnte sein Märchen vom „einfachsten Gesetz der Physik“ in die Welt gesetzt hat.

Das Kunststück, aufgrund einer Vermutung haarsträubende Behauptungen als zwingend erwiesen hinzustellen, ist noch gar nichts gegen das Kunststück, dieses patente Verfahren mehreren Generationen von Physikern und Mathematikern mit allergrößtem Erfolg anzudienen.

Angesichts des nun schon ein Jahrhundert währenden rauschenden Erfolgs wird der Unwille der Relativisten verständlich, irgendwelche Kritik oder gar inzwischen gelieferte Gegenbeweise noch zur Kenntnis zu nehmen: niemand läßt sich gern aus seinem Paradies vertreiben.

AE 1905. – Einstein, Albert: Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie. 21. Aufl. 1969; Nachdr. Braunschweig (usw.) 1984. 130 S. (Wissenschaftliche Taschenbücher. 59.) 1. Aufl. 1917; 16., erw. Aufl. 1954; 17., erw. Aufl. 1956.

.

4 Antworten zu “Erhöhung von reinen Vermutungen, Annahmen und Forderungen zu „Prinzipien“ und als „Gesetze“ ohne nähere Begründungen”

  1. Peter Rösch

    Im Vorwort von „Wissenschaft und Hypothese“ (1904) eröffnet Ferdinand Lindemann in nichts zu wünschen belassender Klarheit den programmatischen Unterbau seiner Relativitätstheorie (damals zuerst noch „Invarianztheorie“, nach dem von Lindemann erforschten Gebiet der Invariantentheorie): „Die eigenen Schöpfungen des menschlichen Verstandes geben das Erfahrungsmaterial, auf dem sich weitere Forschungen aufbauen . . . “ – Einstein war dabei nichts weiter zugedacht als die Rolle einer Handpuppe für die Umsetzung eines realitätsverachtenden politideologischen Programms, unter dem wir bis heute – und wieder zunehmend! – leiden.

  2. Helmut Hille

    Darüber hinaus kann man es noch so sehen:
    Die Relativitätstheorie ist eine Ausrede. Ursprung der Theorie
    Nachdem Michelson und Morley keine Bewegung der Erde durch einen vermuteten Äther feststellen konnten, spielten Physiker, die nicht auf die Ätheridee verzichten wollten, mit dem Gedanken, dass dies an den Messmitteln liegen könne, die sich der Erdgeschwindigkeit irgendwie anpassen würden. Hendrik Lorentz entwickelte dazu Transformationsgleichungen (Umrechnungsgleichungen), die Einstein, der sowieso gegen alles Unerwartete war, hernahm und in seiner jugendlichen Unbekümmertheit die „Vermutung“ aussprach, dass es so ist, als würden Raum und Zeit sich gerade immer so winden, dass für den Messenden der Eindruck einer (windigen) Konstanz der Lichtgeschwindigkeit entsteht, also einer Scheinkonstanz, denn bei einer echten Konstanz müssten sie das nicht. (Aber warum sollten Raum und Zeit uns da täuschen wollen? Aus krimineller Neigung? Aus Liebe zu Einstein? Man kann die Idee gar nicht so lächerlich machen, wie sie ist.) Man war sich einig, das Faktum (die Tatsache) der Nullmessung nicht akzeptieren zu wollen, weshalb die Raumzeit als Ätherersatz hochwillkommen war, welche die Messungen von Michelson und Morley – die Erwartungen über das Faktum stellend – in das Gegenteil deuten: man hätte die Bewegung wegen ad hoc (nur zu diesem Zweck) herbeiphilosophierter raumzeitlicher Wirkungen nur nicht messen können. Sie ist also Antiwissenschaft, um ernsthafte Wissenschaft zu konterkarieren. Daher ist die geistig gelähmte Welt bis heute bestrebt, die Existenz der Raumzeit „zu beweisen“ (die vergebliche Suche nach Gravitationswellen), obgleich Raum und Zeit Ordnungsmuster des Denkens und zugleich physikalische Größen sind. Und wie die ganze Relativitätstheorie ihrer Intention (Absicht) nach nichts wie eine Ausrede ist, um Michelsons und Morleys Nullmessungen nicht akzeptieren zu müssen, so folgen ihr zwangsläufig jedesmal weitere Ausreden nach mit Vertröstungen auf zukünftige Experimente, wenn es nicht gelingt die reale Existenz geistiger Größen „zu beweisen“ außer durch Sprachspiele wie durch die Gleichsetzung der Begriffe Uhr und Zeit, Masse und Materie. Das Differenzieren, das die geistige Tätigkeit ausmacht, ist eben nicht ihre Sache. Relativisten genügt es, etwas berechnen zu können, ohne es auch noch verstehen zu müssen ((Denkökonomie).

  3. Helmut Hille

    Bereits zu wissen was Messen heißt genügt, um die völlige Abwegigkeit von Einsteins Theorie zu verstehen. Messen ist ein geistiger Vorgang durch nummerischen Vergleich einer unbekannten Abmessung mit einer bekannten, vom Menschen gesetzten Maßeinheit, weshalb sie ihm ja bekannt ist. Diese in Normen festgelegten Einheiten (Normale) sind als mathematische Definitionen unabhängig von realen Verhältnissen, weshalb sie Newton „absolut“ nannte. Und nur diese Unabhängigkeit versetzt uns in die Lage, sie auf der ganzen Welt einsetzen zu können und garantiert damit das Funktionieren der technischen Zivilisation. Es ist ein Verbrechen daran rütteln zu wollen, weshalb wir uns mit allen Mitteln gegen diese Pseudophysik wehren müssen.

  4. Erik

    Zeitdilatation, ‚Konstanz‘ der Lichtgeschwindigkeit

    Albert Einstein ging fälschlicherweise von „einer Konstanz der Lichtgeschwindigkeit“ aus. Natürlich ist das Licht immer mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Aber so ist die Aussage Einsteins von „einer Konstanz der Lichtgeschwindigkeit“ nicht gemeint gewesen. Egal, welcher Geschwindigkeit man selbst ausgesetzt ist, die (gemessene) Geschwindigkeit des Lichts beträgt stets 299.792,458 Kilometer pro Sekunde, was Einstein damit erklärte, dass das Licht eine Konstante wäre, und alles andere verhält sich relativistisch (zum Licht).

    Doch dieser Gedanke Einsteins ist falsch. Es existiert nichts Relativistisches. Egal, welchen unterschiedlichen Geschwindigkeiten einzelne Personen zu einem Lichtstrahl ausgesetzt sind, die Erklärung, warum alle Personen für die Geschwindigkeit des Lichts ausnahmslos jene 299.792,458 km/s messen, liegt daran, dass die Zeitdilatation für den perfekten Ausgleich sorgt.

    Wenn man die korrekte Verhaltensweise des Lichts verstanden hat, wird sofort ersichtlich, dass Koordinatensysteme (zur Veranschaulichung) völlig an der Realität vorbeigehen. Wenn eine Galaxie mit (mehr als) halber Lichtgeschwindigkeit im Weltraum [z. B. nach rechts] unterwegs ist, dann fliegt jede Sonne dieser Galaxie mit derselben Geschwindigkeit in die gleiche Richtung mit. Aber von den Lichtstrahlen all dieser Sonnen bewegt sich (netto) kein einziger [nach links] entgegen der Flugrichtung der Galaxie. Denn sonst würde ein Lichtstrahl (brutto) mit Überlichtgeschwindigkeit unterwegs sein, was Einstein nicht bedachte, weil ihm die wahre Natur des Lichts nicht bewusst war. Einerseits hatte Einstein davon gesprochen, dass Licht mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs wäre und nichts schneller als Licht sei, was richtig ist. Andererseits hatte Einstein eine Überlichtgeschwindigkeit verwendet, ohne es erkannt zu haben, aber diese durch die schräge Denkweise der Relativität gleich wieder abgewürgt, was nur zu grotesken Resultaten führte.

    Anhand eines einfachen Beispiels kann man feststellen, dass auch die bisher verwendete Formel für die Zeitdilatation falsch ist. Wenn eine Galaxie mit zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit im Weltall nach rechts unterwegs ist, dann fliegt jede Sonne dieser Galaxie mit derselben Geschwindigkeit in die gleiche Richtung mit – und hat nach einer Sekunde (eines außenstehenden Beobachters!) fast 200.000 Kilometer hinter sich gebracht. Ein von solch einer Sonne nach rechts abgegebener Lichtstrahl kann sich während dieser einen Sekunde nur um rund 100.000 Kilometer von der Sonne entfernt haben. [Hätte sich der Lichtstrahl – angeblich – um fast 300.000 Kilometer in einer Sekunde von der Sonne nach rechts entfernt, hätte der Lichtstrahl insgesamt fast 500.000 Kilometer in einer Sekunde absolviert, was unmöglich ist und im Widerspruch zu Einsteins Aussage steht.] In Wahrheit ist der Lichtstrahl insgesamt fast 300.000 Kilometer geflogen – also um rund 100.000 Kilometer mehr als die Sonne. Der Grund, warum auf der Sonne (und auf der mitgereisten Erde) statt einer Sekunde (eines außenstehenden Beobachters!) nur ein Drittel einer Sekunde vergangen ist, liegt (wegen der hohen Eigengeschwindigkeit der beiden Himmelskörper von fast 200.000 km/s) an der Zeitdilatation. Deshalb erklärt sich, warum sich der Lichtstrahl nur um rund 100.000 Kilometer in einer Drittel-Erdsekunde (bzw. in einer Drittel-Sonnensekunde) von der Sonne entfernt haben kann. Denn diese rund 100.000 Kilometer in einer Drittel-Erdsekunde entsprechen genau der Lichtgeschwindigkeit, die immer wieder gemessen wird.

    D. h.: Die Zeitdilatation sorgt für einen perfekten Ausgleich, weshalb ständig der Lichtgeschwindigkeitswert für jeden Lichtstrahl gemessen wird – und nicht, weil das Licht eine (relativistische) Konstanz aufweist. Nachzulesen in: ‚Die Welt der Relativität – alles falsch? Korrekturen zur Relativitätstheorie‘ mit ISBN 9788490391730 (auch im Web).