„Wissenschaftliche“ Kontroversen im Internet am Beispiel eines Blogsportals [„Einstein und die Cranks“]

von Andreas Wenninger

„Wissenschaftliche“ Kontroversen im Internet am Beispiel eines Blogsportals
Andreas Wenninger
In: Politik und Wissenschaft im Technikwandel: Neue Interdisziplinäre Ansätze
herausgegeben von André Donk, Rainer Becker – LIT VERLAG Dr. W. Hopf, Berlin, 2012

Books-Google.de

Andreas Wenninger analysiert ab Seite 109 den Blog-Artikel von Thilo Küssler „Einstein und die Cranks“ bei der Internet-Plattform „Science-Blogs“, sowie die anschließenden Kommentare.

 

Auszüge aus der Studie von Andreas Wenninger:

Zitat:

c. Die Analyse des Blogspostings

In diesem Blogposting werden verschiedene Typen von Einstein-Gegnern konstruiert, welche von lustig-skurril über lächerlich bis hin zu gefährlichen, politisch-ideologischen Umdeutungen der Relativitätstheorie reichen. Der stichwortgebende Blogger formuliert sein vermeintliches Interesse nach den Motiven der Einstein-Gegner als Frage, stellt sie aber andererseits in eine Reihe mit „wissenschaftlichen“ Personenkreisen:
[…]
Tendenziell werden die Einstein-Kritiker verunglimpft, was bereits durch den gewählten Titel zum Ausdruck kommt, in dem sie als „Cranks“ 20 bezeichnet werden. Das Wort entstammt der amerikanischen Umgangssprache und bedeutet so viel wie „Spinner“ oder „Miesepeter“. 21

Interessant ist, dass der Blogger explizit die wissenschaftlich-physikalischen Argumente der Gegner außen vor lässt und sie nicht diskutiert, wie an folgendem Beispiel deutlich wird: ‚
[…]
Neben aktuellen, lustig-skurrilen Fällen verweist der Blogger auch auf potentiell gefährliche Bedrohungen, wie sie historisch etwa im Dritten Reich zu beobachten waren.

Weniger amüsant sind dann schon politische (Um)deutungen der Relativitätstheorie.

Hier wird die Sache also ernst bzw. bedrohlich (..[w]eniger amüsant“), da in diesem Fall eine wissenschaftliche Theorie politisch missbräuchlich verwendet wird („politische (Um)deutungen“). Der Blogger schließt aus diesen Beispielen, dass Einstein auch heute, würde er noch leben als „Sündenbock“ für alle möglichen gesellschaftlichen Problemen herhalten müsste:
[…]
Die Gefahr außerwissenschaftlicher Umdeutung der wissenschaftlichen Leistungen Einsteins besteht also nach Meinung des Bloggers auch heute noch.
[…]
Zusammenfassend wird in dem Blogposting folgende Problematik konstruiert: Allerorten findet der Versuch statt, Einstein in ein schlechtes Licht zu rücken. […] Im Sinne meiner Untersuchungsfrage konstruiert der Text eine Grenzziehung zwischen Einstein als prototypischem Vertreter eines „echten“ Wissenschaftlers und dessen Leistungen als idealtypisch für „gute“ Wissenschaft auf der einen Seite und verschiedenartig motivierten Gegnern von Einstein auf der anderen Seite, die rhetorisch als „skurrile Personen“ behandelt und wissenschaftlich nicht ernst genommen werden. Diese Unterscheidung ist bereits in der Überschrift „Einstein und die Cranks“ angelegt.
[…]
Zitatende

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NB von Jocelyne Lopez:

Ich weise darauf hin, dass die hochtendenziöse Darstellung in diesem Artikel von Thilo Küssler und in seinen Kommentaren von Ekkehard Friebe, von G.O. Mueller und von mir als „Cranks“ mit potentiell gefährlicher Bedrohung wie sie historisch im Dritten Reich zu beobachten waren, inzwischen zu juristischen Auseinandersetzungen geführt hat, insbesondere wegen der massiven Beteiligung  von Kommentatoren aus dem Internet-Pranger „RelativiKritisch“, siehe:

Gerichtlicher Vergleich zwischen Dr. Ralf Kellerbauer und Jocelyne Lopez

und

Ekkehard Friebe und Jocelyne Lopez verklagen Dr. Joachim Schulz wegen Internetpranger RelativKritisch

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2 Antworten zu “„Wissenschaftliche“ Kontroversen im Internet am Beispiel eines Blogsportals [„Einstein und die Cranks“]”

  1. Jocelyne Lopez

    Siehe die Diskussion im MAHAG-Forum:

    „Einstein und die Cranks“ bei Science-Blogs

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

  2. Berndt Barkholz

    „Relativ kritisch“ ist relativ unkritisch und die dort geführten „Diskussionen“ sind vergleichbar mit dem gegenseitigen Vorzeigen und bewundern von Briefmarkensammlungen der Philatelisten. Man zeigt in diesem Forum ganz stolz das gegenseitige „Wissen“ vor… von sachlicher Diskussion kann da nicht die Rede sein. Es ist nicht möglich mit Menschen zu diskutieren die dem Dogma statt dem Wissen verfallen sind…

    Ja… Einstein und seine Cranks haben viel auf dem Gewissen