„Ich war Einstein“

von Peter Rösch

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„Ich war Einstein“
Die Geheimgeschichte der Relativitätstheorie bis 1914
Peter Rösch

2005, Selbstverlag,  320 Seiten

Das GOM-Projekt rezensiert stichworthaltig  in seiner Dokumentation 2394 weitere kritische Veröffentlichungen zur Ergänzung der Dokumentation Textversion 1.2 – 2004, Kapitel 4 dieses Buch von Peter Rösch:


Hauptthema ist die Hypothese, die Aussagen der Relativitätstheorie seien von Poincaré u. a. entwickelt, von Ferdinand Lindemann (dem Übersetzer und Bearbeiter der deutschen Ausgabe von Poincarés „Wissenschaft und Hypothese“, 1904) zur Relativitätstheorie ausgearbeitet, über Vermittler an Albert Einstein weitergegeben und von diesem an die „Annalen der Physik“ eingereicht worden.

Die Veröffentlichung 1905 sei gegen den Willen von M. Planck erfolgt, der daraufhin den Schriftleiter P. Drude mit Vorwürfen in den Selbstmord getrieben habe.

– Entwickelt (S. 55-108) vorbereitend und unabhängig vom Hauptthema eine fundamentale Kritik der Speziellen Relativitätstheorie und auch einiger Aspekte der Allgemeinen Relativitätstheorie (leider ohne deutliche Abgrenzung zwischen den beiden Theorien). Die Hauptpunkte sind:

S. 55: Sagnac-Versuch liefert positives Ergebnis und widerlegt die Annahmen der Speziellen Relativitäts-theorie.

S. 56: Die relativistische Addition der Geschwindigkeiten von zwei gegenläufigen Lichtstrahlen würde – nach Speziellen Relativitätstheorie – zur vollständigen Negation einer der beiden Lichtgeschwindigkeiten führen.

S. 60: Der nach Speziellen Relativitätstheorie wegen der behaupteten Gleichberechtigung aller Inertialsysteme jederzeit mögliche Standpunktwechsel zwischen den Inertialsystemen führt zu einer Reihe von grotesken Widersprüchen; z.B. müßte es dann einen „ruhenden Lichtstrahl“ geben.

S. 62: Die Zulässigkeit des Standpunktwechsels zwischen den Systemen würde den Erkenntnisfortschritt des Kopernikus verneinen.

S. 63: Die großräumige Anwendung der Allgemeinen Relativitätstheorie in der Astronomie mit Standpunkt-wechsel führt zu einem rotierenden Weltall mit enormen Geschwindigkeiten und Fliehkräften.

S. 69: Das definierte Kilogramm (Raumeinheit voll Wasser) würde bei relativer Bewegung und Längen-kontraktion mehr Wasser enthalten, also mehr Masse enthalten als in relativer Ruhestellung.

S. 80: Alle angeblichen Spezielle Relativitätstheorie-Bestätigungen sind ohne Standpunkt-wechsel behauptet worden.

S. 107: Die Masse-Energie-Beziehung (E = mc²) hat nichts mit der Speziellen Relativitätstheorie zu tun.

 

Weil Rösch an das angebliche Null-Ergebnis des Michelson-Morley glaubt, hält er erst das Sagnac-Ergebnis (1913, veröff. 1914) für ein Positiv-Ergebnis der Interferometer-Versuche und Beweis eines von der Erde mitgeführten Äther. – Erklärt zum Positiv-Ergebnis von Sagnac, daß die Lichtstrahlen angeblich erstmals dem Effekt der beiden Felder der Erde (Gravitationsfeld, Magnetfeld) unterworfen seien, während im Michelson-Morley-Versuch die Lichtstrahlen noch durch Reflexion zwischen den Spiegeln bei gleichem Hin- und Rückweg die Effekte dieser Felder aufheben. Damit wird jedoch übersehen, daß Michelson-Morley-Versuch und Sagnac verschiedene Effekte nachweisen: der Michelson-Morley-Versuch beweist die Ätherdrift durch die Drehung des Labors mit der Erde und zugleich durch die viel schnellere Bewegung der rotierenden Erde auf der Ekliptik, und zwar durch eine klare Periodizität der Meßwerte im Laufe von 24 Stunden (1 Maximum, 1 Minimum, 2 Nulldurchgänge); das Sagnac-Ergebnis dagegen stammt nicht aus der Erdbewegung, sondern aus der Drehzahl des Interferometertisches, und kann mit der Drehzahl beliebig verändert werden. Gemeinsam ist beiden Ergebnissen nur der Nachweis der Richtungsabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit und damit die Widerlegung der Speziellen Relativitätstheorie.

Rösch (S. 311) nennt als benutzte Literatur nur 8 allgemeine Übersichtswerke zur Physik und kündigt einen Ergänzungsband mit dem Nachweis aller Quellen an. — Solange der Nachweis der Quellen nicht vorliegt, können die Grundlagen der Hauptthese des Buches („Geheimgeschichte“) und eventuelle Auswirkungen auf den Status der Theorie nicht beurteilt werden.

 

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Siehe auch vom Autor Peter Rösch in diesem Blog:

Das Phantom aus der Mathematik
Die Einstein-Fälschung
Mythos Relativitätstheorie
Einsteins Goldhelm: Wer ist’s? Das Geheimnis der Nobelphysiker

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Eine Antwort zu “„Ich war Einstein“”

  1. Peter Rösch

    Moooment!

    Der Reihe nach!

    Drude: Hier belege ich gerade, daß es um Mord, oder allenfalls erzwungenen Selbstmord nach dem Muster des Falles Oberst Redl geht (siehe Armin Hermann Einsteinbiographie, S. 619). – Was G.O.Mueller hier darstellt, entspricht der unausgegorenen Sichtweise Bourbakis, aber es handelt sich nicht um meine.

    Sagnac und Michelson-Versuch: Hier vergaloppiert sich G.O.Mueller. Michelson selbst ging von einem Nulleffekt seines Versuchs aus, ebenso wie Lorentz oder Kritikerkoryphäen wie Lenard und andere. Lorentz entwickelte aus dem Nullresultat einen (vor allem in den Konsequenzen) absurden, Lenard einen plausiblen, wenn nicht sogar wahrscheinlichen Lösungsansatz. Hinzu kommen ebenfalls auf dem Nullresultat basierende ballistische Ansätze. – Es gibt übrigens noch andere ausgeklügelte Versuche (u.a. von Röntgen), die das Nullresultat absichern (sie sind in einer voreinsteinschen Arbeit von Gerber aufgezählt).
    Der Michelson-Versuch hat den wesentlichen Mangel, daß er nur dem Erdfeld (gravitativ, magnetisch) gegenüber ruhend durchführbar ist. Deshalb ersann schon Michelson selbst einen Ausweg, der dem später realisierten Sagnac-Versuch entsprach. Der eine Versuch ist ruhend, der andere Versuch ist bewegt dem Erdfeld gegenüber. Der eine ist im wesentlichen Befund negativ, der andere positiv. Naheliegend ist es, einen Zusammenhang der Befunde zu sehen.
    Die G.O.Muellersche Behauptung einer angeblichen Periodizität – mit der mein Standpunkt kritisiert wird – vermag keinesfalls, diesen Zusammenhang zu stören. Sollte diese tatsächlich bestehen – was bei der in Rede stehenden Größenordnung auch bezweifelt werden darf – dann ist nachzuforschen, ob es sich um einen sogenannten „Dreckeffekt“ handeln könnte, d.h. einfach ein Effekt, der die Reinheit des Versuches stört.
    Nehmen wir nun die G.O.Mueller-Behauptung einmal für bare Münze! Was könnte dafür verantwortlich sein? Eine Ätherdrift im Lorentzschen Sinne doch wohl nicht, denn der Effekt ist äußerst gering!
    Es fällt aber auf, daß die Periodizität einem Ebbe-und-Flut-Schema folgt. Was verursacht Ebbe und Flut? – Richtig, der Mond! Er kann auch im vorliegenden Fall durchaus als verantwortlich für die behaupteten schwachen periodischen Schwankungen, so es sie gibt, in Erwägung gezogen werden.
    Wenn G.O.Mueller behauptet: „Gemeinsam ist beiden Ergebnissen nur der Nachweis der Richtungsabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit und damit die Widerlegung der Speziellen Relativitätstheorie“, dann irrt G.O.Mueller. Sagnac und Michelson verdichten gemeinsam, daß die planetar-lunaren Felder bzw. die Bewegungen gegenüber den planetar-lunaren Feldern für die Lichtgeschwindigkeit entscheidend sind. Da muß G.O.Mueller aber nochmal kräftig denken!

    Den Pessimismus von G.O.Mueller bezüglich der Wirkungen meines Buches (meiner Forschungen) teile ich ebenfalls nicht. Vielmehr ist es so, daß damit in der Geschichte der Einsteinkritik ein völlig neuer Weg zur Lösung des Einsteintraumas eröffnet ist. Man muß halt nur mitgehen wollen! Wegen des G.O.Muellerschen Mißverständnisses meiner Forschungen deshalb noch ein paar Erläuterungen:
    Die offensichtliche Fehlerhaftigkeit der Relativitätstheorie und ihre einzigartig tabuisierte wissenschaftliche Anerkanntheit sind im Zusammenklang ein Mysterium – d a s Mysterium! Die Fehlerhaftigkeit und die Tabuisierung bedingen einander. Das Sandkastenspiel fachlicher Kritk hätte man schon längst aufgeben können zugunsten der Frage: Was war bzw. ist da los? (oder, um aus meinem Alltag zu sprechen: „Was geht da ab, Alder?“)
    Die Auflistung großer Literaturmengen à la G.O.Mueller liefert zur Klärung keinen essentiellen Beitrag. Tausende Kritikerschriften haben letztlich keinen Schritt weitergeführt, allenfalls die Verwunderung vermehrt, und was kann dann die Katalogisierung dieser mißerfolglichen Schriften bringen? In der Sache natürlich nichts.

    Was nottut ist, ein ganz neuer Ansatz. Entscheidend ist das Narrativ des Einsteinkomplexes. Da die öffentlich dargestellte Historie der Relativitätstheorie den Kritikern seit hundert Jahren keinen Anhaltspunkt lieferte, muß das Narrativ zu suchen sein in einer Geheimhistorie – die bisher gar nicht erkannt und aufgedeckt worden ist. Genau dies leisten meine Forschungen; sie sind der erste wirkliche Fortschritt in der ganzen Angelegenheit. Die Zusammenstellung der von mir verwendeten Literatur mag wünschenswert sein, entscheidend ist sie jedoch nicht. Sie ist aufwendig, und ich habe davon abgesehen, weil mittlerweile klargeworden ist, daß die gesamte Einsteinliteratur, jedenfalls soweit sie von den Großkoryphäen stammt, mit ganz vom Bisherigen abweichendem Augenmerk gelesen werden muß. Hat man dies erst einmal „geschnallt“, reduziert sich die wirklich brauchbare Einsteinliteratur ganz dramatisch, und es müssen nicht mehr hunderte von Literaturquellen aufgeführt werden. Es ist halt eine Geheimgeschichte – man muß unterscheiden können, wo man hinzuschauen hat, um den Kern zu erkennen, und wo die Nebelkerzen stehen!

    G.O.Mueller mag darüber lächeln – oder die Augen verdrehen – das legt sich, keine Sorge!

    Ich ende mit einem Satz Ferdinand Lindemanns: “ . . . ich hoffe eine Darstellung dieser Untersuchungen bald veröffentlichen zu können.“