Filosofia de la ciencia: introducción filosófica al pensamiento científico de Julio Palacios y estructura filosófica del limite matematico

von Juan Carlos Cervi

Filosofia de la ciencia: introducción filosófica al pensamiento científico
de Julio Palacios y estructura filosófica del limite matematico

Juan Carlos Cervi
Cordoba, Republica Argentina: Ed. ARKHÉ 1971. 121 S.

Die Forschungsgruppe G.O. Mueller referiert stichworthaltig in ihrer Dokumentation Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie (Textversion 2.1 – Juni 2004) diese Arbeit von Juan Carlos Cervi:

Prólogo (S. 7): Palacios war ein Kämpfer für die wissenschaftliche Freiheit. „Se impuso la enorme y despiadada tarea de desentrañar a los sofismas relativistas en los diez últimos años de su vida larga.“

– Referiert die erkenntnistheoretischen Positionen von Palacios’ Kritik der Theorie, überwiegend aus seinen Schriften, ergänzt durch Mitteilungen aus Gesprächen mit Palacios.

– Zu den Auffassungen der Relativisten bestehen grundsätzliche Unterschiede. Die Behauptung, Masse und Energie seien äquivalent, verwechselt einen Gegenstand mit einer seiner Eigenschaften („confundir un objecto can algunas de sus propriedades“, S. 12). Nichts berechtigt zu sagen, Masse habe sich in Energie umgewandelt, wie es z.B. für Wärme und Arbeit gesagt werden kann (S. 12-13); [zitiert später Heisenberg in anderem Zusammenhang, leider jedoch nicht mit der hier einschlägigen Klarstellung (Physik und Philosophie. 1971), daß die Energie der Kernspaltung keine Materieumwandlung und kein relativistischer Effekt ist].

– Die Durchsetzung der Theorie in Universitäten und Schulen ist das Werk einer interessierten Gruppe. Die Lehre der Einsteinschen Theorie für die Jugend ohne die nötige ergänzende Kritik („sin las críticas completas necesarias“, S. 14) stellt ein Problem für die intellektuelle Freiheit dar („representan un problema relativo a su libertad intelectual“, S. 14).

– Bestreitet die Äquivalenz von träger und schwerer Masse, weil sie als Folge die Existenz der Gravitationskonstanten leugnet (S. 17).

– Allgemein Einstein zugeschriebene Erkenntnisse sind bereits vor ihm von anderen gefunden worden, z.B. von Poincaré (Relativitätsprinzip; Masse-Energie-Beziehung;
S. 21).

– Einsteins Vorträge in Madrid 1923 wurden den Physikern von Ortega y Gasset übersetzt, der Einsteins Aussagen in einer geglätteten Version wiedergab: „filtro que da siempre agua critallina“ (S. 24).

– Die Relativisten haben ihre Theorie mit sozialem Druck durchgesetzt, „contra viento y marea“, wie ein in die Wand gehauener Nagel („como clavo remachado en la pared“)(S. 25). Ihr anderes Mittel ist das Schweigen zur Kritik: „la colosal confabulación del silencio a favor de la teoría de la relatividad“ (S. 30).

– Minkowskis Raumzeit ist eine Fiktion, weil die imaginäre Größe i als Koordinate der Zeit und die Weltlinien (las geodésicas) Fiktionen sind, die es nur auf dem Papier gibt (S. 22-23;37).

– Viele Physiker akzeptieren die verblüffenden Behauptungen der Theorie nur, weil sie glauben, sie seien mathematisch bewiesen (S. 40).

– Die Kritik von Shdanov (UdSSR) 1947 ist weltweit totgeschwiegen worden und erst von Palacios 1961 gewürdigt worden (S. 43).

– Führt die kritiklose Aufnahme der Theorie auf alte Haltungen aus der Kolonialzeit zurück, die neuen wissenschaftlichen Wahrheiten jeweils von jenseits des Atlantik zu erwarten (S. 44).

– Nennt alle Ableitungen der Masse-Energie-Beziehung vor Einstein, weshalb diese Beziehung nichts mit der Relativitätstheorie zu tun haben kann (S. 50).

 

_ Cervi macht es dem Leser schwer: er gibt die meisten seiner – zahlreichen und interessanten – Zitate aus den Schriften von Palacios ohne jede Quellenangabe oder nur mit dem Titel, ohne Erscheinungsjahr oder Abdruckstelle in einer Zeitschrift; oft ist überhaupt nicht zu erkennen, ob es sich um ein Buch oder einen Aufsatz handeln soll. Gelegentlich fehlt leider sogar eine eindeutige Abgrenzung zwischen Zitat und eigenem Text. Auch für die zahlreich zitierten Bemerkungen aus Gesprächen mit Palacios gibt er leider grundsätzlich keine Datierungen. – Die überraschende Vermutung, die Durchsetzung der Theorie in Südamerika beruhe auf alten kolonialen Erwartungshaltungen, mag einen Teil der Wahrheit treffen; entscheidend aber werden die Techniken des sozialen Drucks und des Schweigens gewesen sein, wie in allen anderen Ländern der Erde.

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